Neuer Foodtrend für das Jahr 2020: Vegane Butter gibt es jetzt auch aus Kichererbsen

  • Die Milch hat es vorgemacht: Tierische Erzeugnisse lassen sich durch vegane Alternativen ersetzen.
  • Jetzt ist die Butter an der Reihe. Erste Produkte aus Melonenkernen oder Kichererbsen sind bereits auf dem Markt.
  • Aber schmecken sie auch?
|
Anzeige
Anzeige

Was in den vergangenen Jahren in Schweden passierte, gleicht einem Glaubenskrieg. Dort ist die vegane Ersatzmilch aus Hafer inzwischen so beliebt, dass Milchbauern wütend protestierten. Anhand der Verkaufszahlen müssen sich deutsche Milchbauern vor veganen Alternativen zwar noch nicht fürchten. Doch Hafermilch gibt es freilich auch hier bei uns. Im Kaffee, im Tee oder aber im Müsli. Und jetzt ist auch noch die Butter an der Reihe. Zumindest haben das zahlreiche Trendforscher ausgemacht: Butter aus Kichererbsen oder Melonenkernen ist angeblich das nächste große Ding im Jahr 2020.

Hülsenfrüchte sind reich an Eiweiß

Das klingt zunächst mal gar nicht schlecht. Schließlich werden Melonenkerne oftmals gar nicht mitgegessen, sondern rausgepult und in den Müll geworfen. Wenn man ihnen noch etwas Gutes abgewinnen kann, wäre das doch ein Fortschritt. Genau genommen handelt es sich bei Kichererbsen- und Melonenkernbutter um Pasten, die sich aufs Brot schmieren oder als Dip für Gemüse verwenden lassen und dabei nussig und recht gut schmecken. Ernährungsphysiologisch sind diese Ersatzstoffe durchaus sinnvoll. Hülsenfrüchte nämlich enthalten viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Mineral- und andere Nährstoffe und sind deshalb gesund.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Bei Butterersatzstoffen auch künftig vor allem auf Nüsse und Mandeln zu setzen könnte außerdem für die Umwelt nachteilig sein. Schließlich verbraucht der Anbau von Mandeln sehr viel Wasser. Dass dabei Grundwasser abgebaut und der Boden ausgehöhlt wird, davon erzählt – wenn auch fiktiv – sehr eindrucksvoll die dritte Staffel der Amazon-Serie „Goliath“, deren Handlung auf Kaliforniens riesigen Mandelplantagen angesiedelt ist.

Hülsenfrüchte dagegen sind sehr anspruchslos, an den Boden im Anbau, aber auch, was den Wasserbedarf betrifft. Deshalb starteten die Vereinten Nationen vor einigen Jahren das Programm „The Pulse“, mit dem sie für den vermehrten Anbau von Erbsen, Linsen und Bohnen warben. Einfach, weil mit diesen Früchten sehr viele Menschen auf ressourcensparende Weise ernährt werden können.

Die Kichererbse ist ein Superfood

Anzeige

So gesehen ist die Hülsenfrucht das Gegenstück zur Avocado, die als Superfood gilt. Bei ihrem Verzehr allerdings befällt umweltbewusste Konsumenten mittlerweile ein ähnlich schlechtes Gewissen wie beim Genuss von Nackensteaks, Industriezucker oder Pangasiusfilet. Traurig, aber wahr: Essensscham ist auch ein Foodtrend für das Jahr 2020. Es gibt ja kaum ein Lebensmittel, vor dem nicht schon jemand aus irgendwelchen Gründen gewarnt hat.

Hülsenfrüchte sind gesund und schonen Ressourcen

Anzeige

Hülsenfrüchte sind noch unbelastet. Man kann sie mit reinem Gewissen verspeisen. Und wer einmal ein gutes Hummus probiert hat, wird das bestätigen. Der Londoner Szenekoch Yotam Ottolenghi hat in seinem „Jerusalem“-Kochbuch (Dorling Kindersley) ein Rezept aufgeschrieben, das ungefähr so geht: Rund 80 Gramm über Nacht in Wasser eingeweichte und dann 20 bis 40 Minuten in Natronwasser gekochte Kichererbsen (alternativ Früchte aus der Dose) werden zusammen mit 30 Millilitern eiskaltem Wasser, einer Knoblauchzehe, dem Saft einer halben Zitrone und 50 Gramm Tahini püriert. Vor dem Servieren gibt man mit einen großen Schluck Olivenöl dazu.

Das ist ja überhaupt das Gute an diesen, nach Essenstrends so hungrigen Zeiten: Zwischen Bubblewaffeln, Matcha Lattes und Ingwer Shots kommt immer mal wieder etwas wirklich Leckeres bei uns rum.

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen