Ein Geschenk zum Wegnaschen: So macht man Mozartkugeln selbst

  • Vor 130 Jahren erfand der Salzburger Konditor Paul Fürst eine runde Praline aus Schokolade, Pistazienmarzipan und Nougat.
  • Heute gehört die Mozartkugel zu den wohl bekanntesten Pralinen der Welt.
  • Mit unserem Rezept können Sie die kleinen Köstlichkeiten ganz einfach selbst kreieren.
Michèle Förster
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Hannover. Bevor Paul Fürst seine nach ihm benannte Konditorei in der Brodgasse 13 in Salzburg eröffnete, eignete er sich in seinen Lehrjahren das Konditorhandwerk in Städten wie Nizza oder Wien an. Als der Konditormeister nach vielen vergeblichen Versuchen, etwas Neues zu kreieren, im Jahr 1890 eine runde Schokokugel mit Nougat und einem Kern aus Pistazien und Marzipan kombinierte, entstand dabei eine bis dato einzigartige Geschmacksrichtung. Weil auch ein Name für die Innovation hermusste, entschied sich Fürst für die Bezeichnung „Mozartbonbon“, um das Werk des damals noch recht unbekannten Salzburger Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart zu würdigen. Erst später setzte sich der Name Mozartkugel durch.

Mozartkugeln: Köstlichkeiten in Handarbeit kreiert

Die Mozartbonbons wurden stets in aufwendiger Handarbeit kreiert – und daran hat sich beim Original bis heute nichts verändert. Ein Kern aus Pistazienmarzipan wird von Nussnougat ummantelt, auf einen Holzstab gesteckt und in ein Bad aus dunkler Schokolade getaucht. Zum Trocknen werden die Kugeln anschließend auf ein Holzbrett mit Löchern gestellt. Wenn die Pralinen ausreichend getrocknet sind, wird das Stäbchen vorsichtig entfernt und das kleine Loch mit einem Klecks Schokolade verschlossen. Auch in die dünne Folie werden die Pralinen heute noch per Hand eingewickelt, darauf legt man bei der Traditionskonditorei Wert. Doch neben den silber-blau verpackten Pralinen der Konditorei Fürst gibt es heute eine ganze Reihe von Nachahmungen. Die wahrscheinlich bekanntesten sind die industriell gefertigten Kugeln der Firma Mirabell. Sie werden in goldenem Papier mit dem Konterfei Mozarts verkauft.

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Zu Zeiten Paul Fürsts war es noch nicht üblich, Erfindungen mit einem Patent zu versehen. Fürst ließ sich den Namen „Mozartkugel“ nicht schützen – mit der Folge, dass es von Beginn an viele Nacheiferer gab. Doch letztlich hat genau dieser Umstand mit dazu beigetragen, dass die Salzburger Köstlichkeit mittlerweile auf der ganzen Welt berühmt ist. Noch heute werden in der Brodgasse Mozartkugeln gefertigt. Einen Namen hat sich die in Familienbesitz befindende Konditorei inzwischen aber doch patentieren lassen – sie verkaufen als Einzige die „Original Salzburger Mozartkugel“.

Mozartkugeln: So machen Sie die Pralinen selbst

Ob zum Vernaschen oder Verschenken: Mozartkugeln sind ein Gedicht – und schmecken besonders gut, wenn man sie mit eigenen Händen formt.

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Das wird für circa 50 Pralinen gebraucht: 125 Gramm Nougat, 400 Gramm Marzipan-Rohmasse, 300 Gramm Zartbitterkuvertüre und 250 Gramm ungesalzene Pistazien. Zum Auskühlen werden 50 Schaschlikspieße und eine Styroporplatte gebraucht. Um die Pralinen zu verzieren, benötigen Sie zusätzlich 20 Gramm gehackte Pistazien.

Und so geht’s: Die gekühlte Nougatmasse in kleine Würfel schneiden und mit den Händen zu Kugeln formen. Die Nougatkugeln anschließend wieder kalt stellen. Währenddessen die Pistazien aus ihren Schalen brechen und die Kerne im Mixer zu einem feinen Pulver pürieren. Die so zerkleinerten Pistazien nach und nach in die Marzipanrohmasse einarbeiten, bis das Marzipan gleichmäßig grün gefärbt ist. Das klappt sowohl mit einem Rührgerät mit Knethaken als auch mit den Händen.

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Mit Pistazienmarzipan werden die Kerne aus Nougat ummantelt. © Quelle: Michèle Förster/RND

Die Marzipanmasse dann zu einer glatten Rolle mit einem Durchmesser von etwa drei Zentimetern formen. Anschließend wird die Rolle in dünne Scheiben geschnitten. Für jeden Nougatkern wird eine Scheibe benötigt. Die Marzipanscheiben auf einer mit Backpapier ausgelegten Arbeitsplatte platt drücken und als Mantel um die Nougatkugeln legen. Die Ummantelung noch einmal festdrücken und mit den Händen zu runden Kugeln formen. Vor dem Schokolieren werden die Pralinen noch einmal kalt gestellt.

Die Kuvertüre im Wasserbad erhitzen. In der Zwischenzeit die Marzipankugeln vorsichtig auf hölzerne Schaschlikspieße stecken. Jede Kugel einzeln in die geschmolzene Schokolade eintauchen, bis sie vollständig bedeckt ist. Die Pralinen aus der Kuvertüre heben und kurz abtropfen lassen. Zum Trocknen werden die Holzstäbe der Pralinen in eine Styroporplatte gesteckt, damit die überschüssige Kuvertüre abtropfen kann und eine gleichmäßig runde Form entsteht. Alternativ können die Mozartkugeln auch auf ein Abkühlgitter gelegt werden.

Auf Holzstäbchen kühlen die Pralinen am besten aus – das wusste auch schon der Erfinder selbst. © Quelle: Michèle Förster/RND

Bevor die Mozartkugeln verpackt werden können, müssen die Pralinen einige Zeit auskühlen und trocknen. Je nach Raumtemperatur können die Mozartkugeln nach einer bis drei Stunden vorsichtig von den Holzstäben gelöst werden. Die kleine Öffnung wird nun mit einem Tropfen Schokolade verschlossen. Anschließend kühlen die Pralinen noch auf einem Bogen Backpapier aus.

Die selbst gemachten Mozartkugeln eignen sich auch hervorragend als Geschenk zur Weihnachtszeit. In durchsichtigen Cellophanbeuteln, Einmachgläsern oder Pralinenschachteln aus Pappe kommen die handgemachten Leckereien schön zur Geltung. Um nicht nur den Geschmack, sondern auch die Optik des Salzburger Originals zu treffen, können die Pralinen zusätzlich mit silberner Folie umwickelt werden. Sie sind sechs bis acht Wochen haltbar.

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