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Do it yourself: So stellen Sie sanfte Seife aus natürlichen Zutaten selbst her

  • In vielen Seifen aus dem Handel stecken Zusätze, die hinsichtlich ihrer Wirkung auf unsere Haut und Umwelt in der Kritik stehen.
  • Selbst gemachte Seife hingegen ist umweltschonend, individuell anpassbar und günstig.
  • Besonders bei trockener Haut und Hauterkrankungen wie Neurodermitis helfen Produkte aus natürlichen Zutaten.
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Hannover. Winzige Buchstaben, die komplizierte chemische Begriffe bilden, und Aufzählungen, die kein Ende nehmen: Das Seifenetikett lädt nicht zwingend zu einem ausgiebigen Studieren der Inhaltsstoffe ein. Wer sich aber dazu durchringt, die Substanzen nachzuschlagen, stellt schnell fest, dass einige Zusätze, zum Beispiel Konservierungsstoffe oder Palmöl, hinsichtlich ihrer Wirkung auf unsere Haut und Umwelt in der Kritik stehen. Und selbst in Naturseifen aus der Drogerie stecken Verbraucherschützern zufolge häufig fragwürdige synthetische Duftstoffe wie Lilial. Ein Problem, das bestens umgangen werden kann: Denn wer selbst gemachte Seife zum nächsten DIY-Projekt macht, muss keineswegs tief in die Tasche greifen und kann die Zutatenliste an die Bedürfnisse seiner Haut anpassen.

Die Basis der DIY-Seife: Rohseife oder selbst gemachter Seifenleim

Die Seifenbasis ist das Fundament der späteren Schmuckstücke. Anfänger können hierfür auf Rohseife aus dem Handel zurückgreifen. Wer allerdings auch die Basis selbst herstellen möchte, benötigt zuerst eine Lauge. Dafür werden 130 Gramm Natriumhydroxid in 280 Milliliter kaltes destilliertes Wasser gerührt. Durch die chemische Reaktion entsteht Hitze. In einem weiteren Topf werden dann 100 Gramm Sheabutter mit jeweils 250 Gramm Kokos-, Oliven- und Ringelblumenöl unter regelmäßigem Rühren erhitzt und vermengt. Sind beide Komponenten auf eine lauwarme Temperatur abgekühlt, kann die Lauge vorsichtig zu den Ölen gegeben und die Masse mit einem Stabmixer püriert werden. Anschließend wird der sogenannte Seifenleim in eine Form gegeben, sorgfältig mit Frischhaltefolie abgedeckt und muss für etwa vier Wochen reifen, um einen hautverträglichen pH-Wert zu erreichen. Mit welchen Färbemitteln, Duftölen oder Verzierungen die Seife schließlich ausgestattet wird, liegt beim Seifenliebhaber selbst.

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Kokosöl und Haferflocken gegen gereizte Haut und Pickel

Dass Kokosöl als wahres Wundermittel für die Haut gilt, ist spätestens seit dem öffentlichen Hype durch die Beautybloggerinnen dieser Welt kein Geheimnis mehr. Es ist reich an Mineralien, Antioxidantien und Vitaminen und schafft deshalb Abhilfe bei gereizter Haut und Pickeln. Und auch Haferflocken wird durch die enthaltenen Lipide und Proteine eine ähnliche Wirkung nachgesagt.

Rezept: Kokos-Peeling-Seife

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Die Kokos-Peeling-Seife vereint die beliebten Helfer aus der Natur. Hierfür werden etwa 250 Gramm der gewählten Basisseife mithilfe einer Küchenreibe in kleine Stücke geraspelt und nach und nach etwas Wasser dazugegeben. Sie wird dann bei niedriger Hitze im Wasserbad geschmolzen, bis sich eine gelartige Masse bildet, in die 50 Gramm Kokosöl und zwei Esslöffel Kokosmilch gemischt werden. Drei Esslöffel zarte Haferflocken untermengen. Je nachdem, ob DIY-Tüftler das nötige Zubehör zur Hand haben, kann die Masse anschließend in kleine Backformen gefüllt werden oder, wenn sie etwas kühler und daher fester geworden ist, selbst zu kleinen Kugeln geformt werden. Et voilà: Fertig ist das reinigende DIY-Peeling.

Die Kokos-Peeling-Seife vereint zwei Wunderwaffen der Natur: Kokosöl und Haferflocken. © Quelle: Jessica Orlowicz/RND
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Aktivkohle und Tonerde: Wunderwaffen gegen Bakterien und Pickel

Die selbst gemachte Aktivkohle-Tonerde-Seife eignet sich besonders für ölige Haut. Auch sie vereint zwei Wunderwaffen der Natur: Sowohl die aus Holz, Torf oder Kokosnussschalen gewonnene Aktivkohle als auch die aus eiszeitlichen Lößablagerungen stammende Heilerde nehmen Verschmutzungen dank ihrer bindenden Eigenschaft auf wie ein Schwamm. Bakterien sowie Talgablagerungen werden entfernt. Übrig bleiben auf der Haut die transportierten Mineralien und Spurenelemente.

Rezept: Aktivkohle-Tonerde-Seife

Für die erste Schicht des DIY-Pflegeprodukts werden 200 Gramm der Basisseife im Wasserbad geschmolzen und mit zwei Teelöffeln Aktivkohlepulver vermengt. Die Masse anschließend in eine Kastenform füllen und abkühlen lassen. Daraufhin werden weitere 200 Gramm Seife geschmolzen. Hier werden zwei Teelöffel der Heilerde dazugegeben. Seifenliebhaber, denen das Beige der Mixtur nicht zusagt, können ebenso Tonerde verwenden oder zusätzlich eine Seifenfarbe ihrer Wahl untermischen. Infolgedessen das flüssige Gemisch über die abgekühlte erste Schicht gießen und den Seifenblock nach etwa zwei Stunden in handgerechte Stücke schneiden.

Auf der einen Seite Aktivkohle, auf der anderen Tonerde: Die DIY-Seife vereint zwei Wunderwaffen der Natur. © Quelle: Jessica Orlowicz/RND
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Rezept: Fruchtig duftende Zitronenseife

Die fruchtig duftende DIY-Zitronenseife kann anstatt der herkömmlichen Handseife oder des Duschgels genutzt werden und sorgt für einen frischen Start in den Tag. Allerdings braucht es für dieses Projekt ein gewisses, wenn auch geringes Maß an Vorbereitung. Als Erstes wird eine Zitrone gewaschen und die Schale mit einer Reibe abgeraspelt – denn die feinen Stückchen, die der Seife später einen Peelingeffekt verleihen, müssen über Nacht trocknen.

Anschließend werden 250 Gramm der Basisseife klein geschnitten und in einem Wasserbad bei geringer Hitze geschmolzen. Unter Rühren etwa zehn Tropfen Zitronenöl hinzugeben. Dann werden kleine Backformen mit einem Teil der am Vortag vorbereiteten Schale bestreut. Die flüssige Mixtur darüber gießen. Zitronenschale und Seife abwechselnd in die Formen geben, bis sie aufgefüllt sind. Damit das Endprodukt beim Duschen handlicher ist, können DIY-Tüftler an dieser Stelle ein zurechtgebogenes, etwa zehn Zentimeter langes Stück Kordel in die noch warme Masse legen. Tipp: Damit das Garn nicht verrutscht, kann eine Tasse zum Abstützen Abhilfe schaffen.

Quietschgelb und fruchtig duftend: Die DIY-Zitronenseife kann anstatt der herkömmlichen Handseife oder des Duschgels genutzt werden. © Quelle: Jessica Orlowicz/RND