Daunen und Tierwohl – ein Widerspruch in sich

  • Sie sind warm, weich und kuschelig – kaum ein Naturprodukt sorgt für so viel Wohlbefinden wie Daunen.
  • Aber kaum ein Naturprodukt ist auch so umstritten wie das Untergefieder von Gänsen und Enten.
  • Auch mit Tierwohlsiegel ist die bessere Alternative Kunstfaser, meint Daniel Killy.
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Verängstigte und in Todesangst und vor Schmerzen schreiende Gänse, denen bei lebendigem Leib die Federkiele aus dem Körper gerissen werden; das sind Bilder, die niemandem aus dem Kopf gehen, der sie einmal gesehen hat. Diese bis vor Kurzem in EU-Ländern wie Ungarn und Rumänien noch durchaus gängige Praxis zur effizienten Daunengewinnung ist mittlerweile verboten. Aber der freie Handel sorgt dafür, dass illegale Methoden entweder weiter betrieben oder einfach auf jenseits der EU-Außengrenzen verschoben werden.

Da helfen auch die wohlmeinendsten Tierwohlsiegel nichts. Denn erstens ist die Herkunft von Daunen nur schwer zu verifizieren, zweitens lassen sich Siegel einfach fälschen – und drittens ist äußerst umstritten, was denn bitte der sogenannte Schlachtrupf, also das Daunensammeln bei toten Tieren, mit deren vorheriger Lebensqualität zu tun hat. Bei einer industriellen Massenproduktion wie der Daunenherstellung ist es schlichte Illusion oder werbliche Unredlichkeit zu suggerieren, die Tiere hätten zuvor ein glückliches Leben gehabt. Nein, ihnen wurde per Qualitätssiegel nur die ultimative Qual am Schluss erspart.

Mit Tierwohl haben Daunen nichts zu tun. Deshalb kann die Konsequenz für Menschen mit Sinn für Tierschutz nur lauten: Kunstdaunen. Die wärmen genauso – und zusätzlich noch die Seele.

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