Damenkrawatte: Trend oder Laufsteg-Spinnerei?

Schon vor dem 19. Jahrhundert trug die geneigte Frau Krawatte. Dann verschwand sie nahezu gänzlich aus der femininen Garderobe - bis 2006 japanische Frauen den Selbstbinder für sich wiederentdeckten. Jetzt setzen internationale Designer auf die Krawatte für die Frau. Alltagstauglicher Trend oder nur eine Laufsteg-Erscheinung?

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Hannover/München. Frauen und Krawatten? Keine neue Idee. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wollten Frauen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und begannen Krawatten zu tragen. Gleichzeitig war es ein Ausdruck ihres Emanzipationsanspruches, sich wie Männer zu kleiden. Doch schon vor dieser Zeit war die Krawatte ein Accessoire von einigen Frauen der High Society. Sie wollten sich weniger wie ein Mann kleiden, vielmehr ging es ihnen darum, schick und elegant zu wirken. 2006 löste die Sängerin Anna Tsuchiya einen Krawatten-Trend unter jungen Frauen in Japan aus. Bis heute tragen viele junge japanische Mädchen Krawatten, um durch den Kontrast, der durch das männliche Accessoire entsteht, ihre Weiblichkeit zu unterstreichen.

Designer wollen Frauen-Krawatte international durchsetzen

Einige Designer setzen jetzt auf die Krawatte für die Frau. Das Accessoire kann in der gleichen Farbe wie die dazu getragene Bluse gehalten sein oder sich als Statement vom Oberteil farblich absetzen, erläutern die Modeexperten der Zeitschrift "Cosmopolitan" (Ausgabe September 2019). Die Krawatte sollte allerdings nicht zu lang sein, sondern auf Höhe des Bauchnabels enden. Ein Tipp: Das Accessoire einfach in den hohen Bund der Hose oder des Rocks stecken. Zu Letzterem sollte greifen, wer Bedenken hat, dass das Outfit mit Krawatte nicht weiblich genug wirken könnte. Dann raten die Modeexperten konkret zum Plisseerock.

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Sängerin Christina Aguilera steckt ihre lockere Krawatte stilsicher in den hohen Bund ihres Rocks bei einem Auftritt 2007 in Cannes. © Quelle: AP Photo/Michel Spingler

Damenkrawatte binden: Windsor ist beliebt

Grundsätzlich können Frauen dieselben Knoten wie Männer verwenden. Am beliebtesten sind aber der Windsor, der Four-in-hand und der so genannte kleine Knoten. Klar ist, die Krawatte wird kürzer, je mehr Schlingungen die Art der Bindung hat. Wird eine kurze Krawatte gewünscht, ist der Windsorknoten die richtige Wahl. Soll die Krawatte eher länger sein, ist der kleine Knoten zu empfehlen. Unterschied zur Herrenkrawatte: Der Knoten bei den Damen wird nicht ganz zugezogen, so sieht es zwangloser aus. Außerdem kann das schmale Ende auch länger sein als das breite Ende der Krawatte.

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In den sozialen Medien findet man Inspiration für schicke Krawatten-Kombinationen - hier ist die Krawatte für die Frau nämlich schon längst angekommen.

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Viel Phantasie: Krawatten-Variationen der Frau

Frauen können bei der Verwendung von Krawatten deutlich mehr variieren als Männer. Die Damenkrawatte muss nicht seriös um den Hals hängen, sie kann beispielsweise auch als Schärpe für ein Kleid oder gar als schmucker Gürtel zur Hose getragen werden. Schmalere Krawatten haben ebenso das Potenzial echte Festival-Hingucker zu werden, wenn man sie als stylisches Haar- oder Stirnband verwendet. Wenn man die Krawatte für Frauen also weiterdenkt, wird sie sicher im Alltag ankommen und keine modische Laufsteg-Eintagsfliege bleiben.

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