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  • Dagi Bee über Musiklabel-Gründung "23Hours Music": “Wollen Künstler dabei unterstützen, in der digitalen Welt Fuß zu fassen”

Dagi Bee gründet Musiklabel: “Ich war schon immer total musikverrückt”

  • 4 Millionen Youtube-Abonnenten, 6,2 Millionen Follower auf Instagram: Dagi Bee ist eine der erfolgreichsten deutschen Influencer.
  • Nun hat die 25-Jährige mit ihrem Mann Eugen Kazakov ein eigenes Musiklabel gegründet.
  • Im Interview erzählen die beiden, warum sie diesen Schritt gewagt haben und wie sie Musikern helfen werden.
Lilly von Consbruch
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Mit einfachen Beauty-Tutorials hat es angefangen - inzwischen ist Dagmara Kazakov, wohl besser bekannt als “Dagi Bee”, eine erfolgreiche Jungunternehmerin geworden. Sie ist mit mehr als vier Millionen Abonnenten eine der beliebtesten deutschen Youtuberinnen, hat mit H&M eine eigene Modekollektion auf den Markt gebracht, gründete unter dem Namen “Beetique” ein eigenes Beautylabel, ist für zahlreiche Marken als Botschafterin in Erscheinung getreten und unterhält täglich ihre über 6,2 Millionen Follower bei Instagram.

Nun hat Dagi Bee mit ihrem Mann Eugen Kazakov einen neuen Schritt gewagt: Gemeinsam haben sie das Musiklabel “23Hours Music”, das gleichzeitig Künstleragentur ist, gegründet. Heute geht das neue Unternehmen an den Start.

Dagi Bee, Sie sind im Bereich Beauty und Lifestyle unter anderem auf Youtube und Instagram sehr erfolgreich. Wie entstand nun die Idee, gemeinsam mit Ihrem Mann in die Musikbranche zu gehen und ein eigenes Musiklabel zu gründen?

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Dagi Bee: Ich würde das gar nicht so eng sehen. Meine Hauptgenres sind nicht nur Beauty und Lifestyle, sondern mein Leben an sich. Und ich war schon immer total musikverrückt. Ich habe auch eine Spotify-Liste mit mittlerweile 130.000 Followern – und die feiern meinen Musikgeschmack, da ist eine richtige kleine Fanbase entstanden. Deshalb ist dieser Schritt eigentlich gar nicht so verwunderlich.

Eugen Kazakov: Der ausschlaggebende Punkt, warum wir dieses Projekt gestartet haben, war tatsächlich unsere Liebe zur Musik. Dagi und ich sind leidenschaftliche Musikkonsumenten. Ich habe meine Wurzeln außerdem in der Musikbranche geschlagen: Fast vier Jahre habe ich in einem Musiklabel gearbeitet. Und da der Musikmarkt derzeit stark im Wandel ist, haben wir Anfang des Jahres beschlossen, dieses Projekt anzugehen.

Inwiefern befindet sich der Markt im Wandel?

Eugen Kazakov: An den verschiedenen Plattformen wie Spotify, Deezer oder Apple Music sieht man, wie stark sich die Branche und der Markt gerade verändern – auch in diesem Bereich rückt alles immer mehr ins Digitale. Endlich wurde zum Beispiel auch die Zielgruppe der Jugendlichen monetarisiert, indem die Streaming-Plattformen günstige Monatsabos anbieten. So können auch Schüler viel leichter Musik konsumieren. Generell ist es so, dass die Zuhörer im Alter von 16 bis 30 Jahren immer mehr streamen.

Und genau deshalb kreuzen sich langsam die Wege von Spotify und Instagram: Was bei den Streamingdiensten konsumiert wird, wird häufig auch über ähnliche digitale Kanäle beworben. Dadurch ergeben sich ganz neue Optionen, Musik im digitalen Kosmos zu vermarkten.

In anderen Branchen funktioniert das schon länger: Influencer bewerben auf ihren Instagram-Kanälen Dinge wie Kleidung oder Kosmetik und erreichen damit zumeist deutlich mehr Menschen, als eine herkömmliche Werbekampagne. Wollen Sie dieses Marketingkonzept jetzt in der Musikbranche etablieren?

Eugen Kazakov: Es ist tatsächlich so, dass Influencer im Musikbereich langsam einen größeren Stellenwert bekommen. Dagi wurde auch schon häufig für Kooperationen angefragt. Das ist natürlich ein wichtiger Aspekt am Anfang einer Promophase: Wenn ein Influencer einen Song teilt, erreicht das Tausende, Hunderttausende oder sogar Millionen Menschen.

Dagi Bee: Uns ist aber wichtig, dass wir genau das mit unserem Musiklabel nicht tun wollen. Wir werden nicht einfach Künstler unter Vertrag nehmen und ihre Musik auf unseren Kanälen bewerben, weil das dem Künstler an sich nichts bringt.

Wir wollen die Musiker stattdessen dabei unterstützen, eine eigene Community aufzubauen und in der digitalen Welt Fuß zu fassen. Wir haben natürlich sehr viel Know-how in den sozialen Medien. Ich mache das ja schon sehr lange und habe über die Jahre hinweg schon einigen Menschen gezeigt, wie man eine Community aufbaut, welche Fehler man vermeiden sollte und wie man das Ganze überhaupt anpackt. Jetzt möchten wir dieses Wissen auf die Musikbranche übertragen und den Künstlern in diesem Gebiet unter die Arme greifen.

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Warum ist es denn so wichtig, als Musiker eine eigene Community in den sozialen Netzwerken zu haben?

Eugen Kazakov: Es gibt zwei Gründe, warum Künstler bekannt werden. Nehmen wir den Deutschen Hip-Hop-Bereich: Da sieht man ja ganz klar, wer die dominanten Künstler sind. Das ist ein Apache oder ein Capital Bra. Diese Musiker leben von ihrem Image und ihrer eigenen Community. Denn die Fans, die diese Musik hören und zu Konzerten gehen, die tun das nicht nur, weil sie die Musik mögen. Sondern vor allem, weil sie auch die Künstler dahinter feiern und unterstützen wollen.

Andererseits gibt es immer mal wieder Künstler, die landen einen Welthit, aber die Leute interessieren sich kaum für den Künstler an sich. Dann wird es schwer, so ganz ohne Fanbase, weiterhin Erfolg zu haben. Schafft man es aber, sich als Newcomer ein Image und eine Community aufzubauen, eröffnet das ganz neue Chancen.

Das Musiklabel “23Hours Music” hilft Künstlern also, sich über die eigene Reichweite möglichst selbst vermarkten und bewerben zu können. Wobei werden Sie Ihre Kunden noch unterstützen?

Eugen Kazakov: Wir können schon während der Produktion unser Wissen darüber einbeziehen, wie die Musik sein muss, damit sie in den digitalen Kosmos passt. Wie kann man etwas optimieren, damit es zum Beispiel auch auf einer Plattform wie TikTok funktioniert? Oder andersrum: Was kann man von den sozialen Netzwerken für seine Musik mitnehmen? Ein gutes Beispiel ist das Lied “Savage Love” von Jason Derulo. Der Sound war schon vorher durch TikTok total bekannt, fast jeder hatte die Melodie im Ohr. Jason Derulo hat daraus ein Lied gemacht – und da ist es kein Wunder, dass das ein Erfolg wurde.

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Wann kann man sich auf die erste Musik aus dem Hause Kazakov freuen?

Eugen Kazakov: Wir sind schon voll dabei, bis zum Ende des Jahres wird in regelmäßigen Abständen etwas kommen. Am 21. August geht es los: Da kommt schon die erste Single von einem Newcomer aus Berlin. Die digitale Zeit und die Streaming-Plattformen schlafen nicht, deshalb geben wir Gas. Wir haben schon einiges vorgeplant.

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