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Corona-Chic lässt grüßen: Mundschutzmasken könnten das neue Mode-Must-Have werden

  • Um eine Maske, die Nase und Mund bedeckt, kommt aktuell so leicht keiner herum.
  • Viele Menschen machen das Beste daraus und nutzen die Maske als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
  • Befeuert wird der Fashion-Trend durch das vielfältige Angebot, das kleine und große Modelabels jetzt bereitstellen.
Helene Kilb
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Mittlerweile gibt es sie mit geometrischen Formen, Sprüchen und Stickereien, Animalprints oder dem eigenen Namen: Mund-Nasen-Schutzmasken, wie sie mittlerweile bundesweit in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden, um andere Menschen nicht mit dem Coronavirus anzustecken. Bei der Vielfalt an Ausführungen scheint es fast, als könnte die Maske zum nächsten Mode-Must-Have werden, nach dem Motto: Wenn es schon eine Maske braucht, dann wenigstens eine, die die eigene Persönlichkeit widerspiegelt.

Denn: “Kleidung ist Ausdruck unserer Identität, dessen, wer wir sein wollen und wer wir sind”, sagt Prof. Dr. Carlo Michael Sommer. Er lehrt an der Universität Darmstadt Kommunikationspsychologie und -soziologie und beschäftigt sich darüber hinaus auch mit Markt- und Designforschung. Kleidung sagt er, sei ein “gutes Mittel, unsere Identität auszudrücken, weil sie mit dem Körper zu einer Gesamterscheinung verschmilzt”. Und: Gerade wenn außer dem visuellen Eindruck keine weiteren Informationen zu demjenigen Menschen vorliegen, neigten andere Menschen dazu, die äußere Erscheinung zu interpretieren und die Kleidung zur Einordnung des Charakters zu nutzen.

Vom Tabu-Teil zum stilvollen Accessoire: Masken sind ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit

Im Prinzip könnte also auch eine Maske als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit fungieren. Das Problem dabei: “Als Menschen verwenden wir ungeheuer viel kognitive Kapazität darauf, Gesichter als solche zu erkennen, Gesichter aus vielen tausenden wiederzuerkennen. Diese Erkennbarkeit fällt durch die Maske teilweise weg”, erklärt der Kommunikationspsychologe Sommer. Dadurch, dass die gesamte untere Gesichtspartie bedeckt ist, sei auch die Mimik eingeschränkt. Durch diese Unkenntlichkeit einerseits und die fehlende Mimik andererseits gehe einem ein wesentlicher Teil verloren, um das Gegenüber und dessen Aussagen einzuschätzen. Bisher wurde diese Unkenntlichkeit in unserem Kulturkreis eher als bedrohlich wahrgenommen: Das zeigt auch das Vermummungsverbot, das es Demonstranten, Kraftfahrern und grundsätzlich auch Zuschauern in Fußballstadien untersagt, ihr Gesicht zu verhüllen.

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Eigenschutz oder Fremdschutz – Welche Maske wirkt wie?
1:04 min
Welche Masken gibt es, wen schützen sie und was sollte man beim Tragen von selbstgenähten Masken beachten?  © RND
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Berücksichtigt man allerdings die aktuelle Situation, sieht das etwas anders aus: “Die Masken sind erstmal rein funktional gedacht und nehmen etwas weg vom Gesicht”, sagt der Kommunikationspsychologe Sommer, “indem ich sie selbst gestalte oder Designer sich daran machen, erhalten sie die Funktion eines Accessoires, das auch Aussagen transportiert, so wie die Kleidung oder andere Accessoires.” Doch selbst eine Maske mit einem aufgedruckten Smiley könne ein Lächeln oder andere mimische Signale nicht ersetzen. Der Experte ist sich aber sicher, dass die Menschen versuchen werden, die verloren gegangenen subtilen Beziehungs- und Kommentarsignale auf anderen Kanäle zu verlegen. So könnte ein Lächeln etwa durch eine explizite Äußerung ersetzt werden.

Die Maske in der Modewelt: Models und Musiker tragen Spitzen-Mundschutz

Eine Maske als Mode-Accessoire zu nutzen, ist keine komplett neue Idee: Etwa die französische Designerin Marine Serre zeigt in ihren dystopisch anmutenden Kollektionen immer wieder Atemschutzmasken. Alexander Wang schickte bereits bei der Fashion Week im Juni 2018 Models mit Spitzenverhüllung über den Laufsteg. Auch das Luxuslabel Gucci hat bereits einen hauchzarten Spitzenmundschutz entworfen: zu sehen war das exklusive Accessoire etwa an Musikern Billie Eilish bei der Grammy-Verleihung im Januar. Das Designer-Duo The Blonds, bestehend aus Phillipe und David Blond, hat den Trend für seine Herbst-Winter-Kollektion aufgegriffen und präsentierte bei der New York Fashion Week im Frühjahr Schutzmasken im Glitzer-Look.

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Designer-Masken: Diese Onlineshops verkaufen stylische Exemplare

Wer nun auf der Suche nach einem stylischen Exemplar ist, das die eigene Persönlichkeit widerspiegelt, wird bei zahlreichen Herstellern fündig. Liebhaber von echter High Fashion finden ihr neues Lieblingsaccessoire bei “Arinium”, wo auch Designerin Marine Serre die Masken für ihre Kollektionen bezieht: Das schwedische Label setzt auf eine schlichte Optik und wirbt damit, dass seine Maske Staub und andere Luftschadstoffe, Pollen, Bakterien und andere Keime vom Träger fernhalten. Allerdings braucht es aktuell ein wenig Geduld: Im Onlineshop sind alle Exemplare bis voraussichtlich Juli ausverkauft.

Ebenfalls eher schlicht geben sich die Masken von “Armedangels”. Allerdings bestehen diese ausschließlich aus recyceltem Polyester und Bio-Baumwolle und eignen sich so insbesondere für Nachhaltigkeitsfans. Für Masken im Geometrie-Look empfiehlt sich ein Besuch auf der Webseite von “ThreeASFOUR”. Das internationale Label kann bereits auf zahlreiche Erfolge zurückblicken, etwa Kooperationen mit Yoko Ono oder der Luxusmarke Kate Spade. Auf der Suche nach einem Mundschutz mit auffälligen Prints führt kaum ein Weg an dem Label “Iphoria” vorbei, das von der Berliner Designerin Milena Jäckel ins Leben gerufen wurde. Hier gibt es unter anderem Masken mit Kussmündern, Herzen oder Leopardenprint.

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Personalisierter Mundschutz: Das eigene Gesicht als Maske

Wer dank Maskenpflicht sein eigenes Gesicht im Spiegel vermisst, hat immerhin die Möglichkeit, es sich auf eine Maske drucken zu lassen. In Amerika gibt es dafür den Hersteller Face ID Masks. Hierzulande erhält man etwa bei Mein Foto einen solchen Mundschutz. Aber auch jedes andere Wunschmotiv kann hier realisiert werden. Für zukünftige Bräute hat sich die Berliner Designerin Fredericke Jorzig etwas ausgedacht: Normalerweise entwirft sie hochwertige Hochzeitskleider und -accessoires – jetzt gibt es unter ihrem Label Chiton aber auch einen passenden Mundschutz mit zarter Spitzeneinfassung.

Individualisten schauen sich am besten auf Etsy um, denn hier bleibt kaum ein Wunsch offen. Es gibt Masken mit Stickereien oder dem eigenen Namen, aus Goldstoff, mit Comic-Print oder im Meerjungfrauen-Design. Egal, für welches Design Sie sich letztlich entscheiden, eins ist sicher: Mit Ihrer ganz persönlich ausgewählten Maske bleibt Ihnen auch nach der Corona-Krise noch ein modisches Andenken erhalten.

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