Comeback dank Corona: Brillenketten erleben Revival als Maskenketten

  • Die nahezu vergessenen Brillenketten erleben ein Revival.
  • Statt Brillen halten sie jetzt aber Mundschutz und Masken.
  • Hier finden Sie Inspiration, DIY-Tipps und eine Einordnung aus hygienischer Sicht.
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Großmutter im Ohrensessel mit Strickzeug in der Hand und Brille auf der Nase, die durch eine altmodische Brillenkette vor dem Absturz bewahrt wird. Dies ist vermutlich das Bild, welches die meisten im Kopf haben, wenn sie an Brillenketten denken. Dieses altertümliche und nahezu ausgediente Accessoire erhält nun durch die Corona-Pandemie allerdings neuen Aufschwung. Und das vor allem bei Modeliebhabern und Fashionistas. Hygieniker sind von den Maskenketten jedoch nicht vollständig überzeugt. Mehr dazu später.

Brillenketten oder auch die artverwandten Serviettenketten funktionieren in etwa so, wie die Lätzchenhalterung beim Zahnarzt. Die Maske wird also an einer Kette um den Hals festgeklippt. Wenn man die Maske nicht gerade trägt, baumelt sie griffbereit an der Kette vor der Brust. Dabei gibt es für jeden Geschmack die passende Kette – von farbigen Holzperlen bis zu edlem Goldschmuck. Im Internet können fertige Brillenketten, Serviettenketten oder auch schon Maskenketten direkt bestellt werden.

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Besonders bei Frauen erfreut sich der Trend einer gewissen Beliebtheit. Für besonders filigrane und elegante Lösungen kann auch auf zarte Ketten zurückgegriffen werden. Wichtig ist nur, dass beide Seiten mit einem Verschluss oder Haken versehen werden müssen, damit sie an den Bändern der Maske angebracht werden können.

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Auch zum aktuellen Trend des Kettenlayerings – also mehrere Ketten übereinander zu tragen – passen solche schmuckähnlichen Maskenketten wunderbar. So wirken sie wie ein Teil des Schmucks.

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Aber nicht nur Goldkettchen können zum Einsatz kommen. Neben der beliebten Variante, Perlen zu nutzen, können auch Lederbänder oder ein einfaches Band verwendet werden. Gerade für Menschen mit einer Metallallergie sind letztere eine gute Variante, da sie durch zwei Druckknöpfe aus Plastik geschlossen werden können und somit ohne Metallteile auskommen. Auch für Kinder ist so eine robuste Variante eine Alternative.

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Apropos: Gerade Kinder verlegen oder verlieren ihre Masken schnell mal, wenn sie zwischen Klassenraum und Schulhof die Masken ständig auf- und wieder absetzen. Da können solche Maskenhalter besonders für diese kurzen Wege eine passende Wahl sein.

Individualisierte Maskenketten als Ausdruck der Persönlichkeit

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Vor allem bei Alltagsmasken gibt das Design oft einen Einblick in die Persönlichkeit der Träger. Manche sind in mädchenhaftem Rosa und Blumen, andere mit Botschaften oder Totenköpfen versehen. So kann man auch die Ketten personalisieren.

Gerade bei Kindern gerne genommen, sind die mit Namen versehenen Ketten. Aber auch andere Worte lassen sich mit Buchstabenperlen schnell formen. In den USA sind zum Beispiel Maskenketten mit Aufrufen, wählen zu gehen, sehr angesagt. Oder auch eingefleischte Sportfans können ihre Zuneigung zur Lieblingsmannschaft zur Schau tragen.

Wer die Alltagsmaske schon fast als modisches Accessoire trägt, kann auch zur farblich passenden Maskenkette greifen. Dafür bräuchte man aber sicherlich mehr als nur eine Kette. Außer man hält es mit dem alten Kinderlied “Grün, grün, grün sind alle meine Kleider”.

Gerade für Fashionistas gehört die tägliche Outfitkombination zum guten Ton. Da dürfen auch die Maske und die zugehörige Kette nicht vergessen werden. So werden auch diese Bedarfsgegenstände auf die Kleidung angepasst.

DIY: Maskenketten selber machen

Wirklich kompliziert ist es nicht, so eine Maskenkette selbst herzustellen. Auch wenn es etwas Fingerfertigkeit bedarf. Passendes Material finden Sie im Bastelgeschäft, größtenteils in der Schmuckabteilung. Grundsätzlich stehen mehrere Varianten zur Verfügung, die je nach Aufwand des Designs schon in wenigen Minuten fertig sind. Eine Pinzette kann in vielen Fällen die Arbeit erleichtern und bei der filigranen Feinarbeit helfen.

  • Schmuckkette als Maskenhalter: Es ist eine der schnellsten Methoden, eine Maskenkette selbst zu machen. Gebraucht wird dazu eine Kette in passender Länge, zwei Kettenverschlüsse (zum Beispiel kleine Karabinerhaken), Biegeringe (auch Ringel genannt) und eine kleine Zange oder Schmuckzange. Bringen Sie zuerst die Biegeringe an den Kettenverschlüssen an, indem Sie diese mit der Zange auseinanderbiegen. Am gleichen Biegering befestigen sie nun das letzte Glied ihrer Kette und biegen Sie die Ringel nun wieder zusammen. Nun ist die Maskenkette schon fertig, kann aber noch nach Belieben verziert werden.
  • Aufgefädelte Perlen: Bei der Arbeit mit Perlen ist das Komplizierteste, die Öse für den Verschluss zu erschaffen. Legen Sie zwei Kettenverschlüsse (zum Beispiel kleine Karabinerhaken), zwei Quetschperlen, zwei Drahtschützer (ruhig auch bei Materialien außer Draht), eine kleine Zange oder Schmuckzange und im Idealfall eine Quetschperlenzange bereit. Zusätzlich werden Perlen in Form, Farbe und Größe nach Wahl benötigt, eine Nadel und ein Band zum Auffädeln der Perlen. Dazu können Sie klassische Perlschnur nutzen, Nylonband, Seidenband oder Schmuckdraht verwenden. Fädeln Sie zuerst die Quetschperle auf ein Ende ihrer Schnur, gefolgt vom Drahtschützer, der ähnlich wie ein Hufeisen aussieht. Dieser wird nicht unbedingt benötigt, dient aber zum Schutz der Materialien, die bei ständigem Auf- und Absetzen strapaziert werden können. Fädeln Sie nun einen der Verschlüsse auf und platzieren Sie ihn “im Hufeisen”. Die lange Seite der Schnur wird ebenfalls durch die Quetschperle geführt und diese zusammengedrückt. Schneiden Sie nun noch den Überstand ab und ihr Verschluss ist fertig. Fädeln Sie nach Belieben Perlen nach Wunsch auf. Durch weitere Quetschperlen können Sie interessante Designs erschaffen, etwa partiell kleine Perlenreihen, die mit den Quetschperlen oben und unten fixiert werden. Zum Schluss stellen Sie den Verschluss ebenso wie den ersten her.
  • Band mit Druckknöpfen: Diese Variante ist wieder etwas einfacher umzusetzen. Dazu brauchen Sie ein Stoffband, das um einiges breiter sein muss, als die benötigten Druckknöpfe. Sonst kann das Band zu leicht reißen. Schneiden Sie an die Enden ihres ausgemessenen Bandes je einen Schlitz hinein, um die Druckknöpfe einzusetzen. Bedenken Sie, dass an jedem Ende eine Schlaufe entsteht, sodass an beiden Enden je ein Druckknopf benötigt wird. Schlagen Sie die beiden Seiten der Druckknöpfe fest. Zum Schluss die Schnittkanten des Bandes versiegeln, verkleben, umnähen oder abbrennen – je nachdem, welches Material Sie verwenden. Wer noch weniger Aufwand haben möchte, nutzt statt der Druckknöpfe einfach Sicherheitsnadeln.
  • Lederschnur oder -band: Die gleiche Methode wie beim Stoffband funktioniert natürlich auch mit einem flachen Lederband. Ansonsten können Sie auch eine Lederschnur nutzen. Hierzu müssen Sie wieder einen Verschluss formen. Orientierung bietet das Prozedere beim Punkt “Aufgefädelte Perlen” (siehe oben). Einziger Unterschied. Für Lederschnüre gibt es extra Enden, die angebracht werden können, die wie ein kleines Röhrchen aussehen, in das je ein Ende hineingesteckt wird.

Hygieniker sieht Maskenkette teils kritisch

Was ist jedoch mit dem wichtigsten Aspekt: der Hygiene? Wir haben dazu Prof. Dr. Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie & Hygiene der Universitätsmedizin Rostock gefragt. Auch wenn es keine wissenschaftlich fundierten Forschungsergebnisse zur korrekten Aufbewahrung von Masken gibt, hat er die Maskenketten für uns eingeordnet.

Die Maske an einer Kette zu “parken”, hält er nicht für die beste Idee. Denn ähnlich wie beim Tragen unter dem Kinn hänge die Maske hier im Atemraum des Trägers und anderer Menschen. Im Vergleich zu anderen Methoden schneidet die Maskenkette jedoch noch ganz gut ab. Denn sie verhindert weitestgehend den Kontakt mit verschmutzten Oberflächen. Am problematischsten sieht der Professor übrigens das Tragen der Maske am Handgelenk: “Die Möglichkeit, die Maske bei der Berührung anderer Dinge zu verschmutzen, ist ziemlich hoch. Der Oberarm ist deutlich besser geeignet.”

“Staat, Sex, Amen”
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