Puristisch, old-fashioned und mit wenig Alkohol: Das sind die Cocktail-Trends 2020

  • Mojito, Tequila Sunrise und Caipirinha – solche Klassiker sind aus der Cocktailszene nicht mehr wegzudenken.
  • Aber alle paar Jahre wandelt sich, was die Menschen in ihren Gläsern haben wollen.
  • Groß, bunt und mit ordentlich Alkohol ist heute nicht mehr angesagt, jetzt kommt das Comeback der (fast) Vergessenen.
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“Es geht weg von großen, bunten Getränken. Swimming Pool und Sex on the beach sind nicht mehr hip”, sagt Alexander Kreft, Vizepräsident der Deutschen Barkeeper Union (DBU). Er kennt sich mit den Trends der Barszene bestens aus – und sieht insgesamt fünf Trends, die man in diesem Jahr beobachten kann. Wir stellen sie vor.

Cocktail-Trend 1: Weniger Alkohol

Cocktails sollen schmecken und nicht betrunken machen. Das ist vielleicht eine der essenziellsten Erkenntnisse der Cocktailtrends aus 2020. Aber vielen Menschen geht es nicht nur um den Geschmack. Sie wollen sich gesund ernähren, treiben Sport und verzichten in dem Zusammenhang oft auf Alkohol. Dabei muss es nicht unbedingt der gänzlich alkoholfreie Cocktail sein, es geht um Reduzierung. Alexander Kreft beobachtet schon bei den Spirituosenherstellern, dass diese immer mehr Produkte mit einem geringen Alkoholanteil ins Sortiment aufnehmen.

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© Quelle: Tomasz Rynkiewicz/Unsplash

Cocktail-Trend 2: Old-fashioned Drinks

Wodka, Rum Tequila – meist finden sich immer die gleichen Spirituosen in den beliebten Cocktails. Nach dem Comeback des Gins schaffen es jetzt jedoch noch weitere, fast vergessene, Alkoholsorten ans Tageslicht. Barkeeperprofi Kreft weiß: “Portwein, Sherry, Wermut zusammen mit Tonic sind in Spanien oder Portugal sehr beliebt.” Nun starten die sonstigen Ladenhüter auch bei uns ein Comeback. Auch der italienische Likörwein Marsala sei “extrem interessant”, so Kreft. Seine Wurzeln hat der Likörwein an der Küste Siziliens und wird wie seine Verwandten Portwein, Sherry oder auch Madeira mit Alkohol angereichert, sodass er zwischen 17 und 20 Prozent Alkoholanteil hat.

“Die Produkte an sich sind uralt”, sagt Kreft. Jetzt werden sie jedoch gerade wiederentdeckt. Als Cocktails kommen somit wieder “Manhattan” oder “Negroni” mit Wermut gut an. Oder auch der klassische “Old Fashioned”, dessen Name eigentlich schon alles sagt. Dieser althergebrachte Cocktail wurde schon im 19. Jahrhundert getrunken und wird häufig als “Urvater aller Cocktails” bezeichnet. All diese Drinks sind recht alkoholhaltig. Zum Aperitif gibt es jedoch auch abgewandelte Arten als Longdrink mit weniger Alkohol, weiß Kreft. Longdrinks oder die artverwandten Highballs habe man momentan ohnehin “verstärkt auf dem Zettel”. Dabei sind die Übergänge zwischen beiden Kategorien fließend.

Einer der angesagtesten Highballdrinks weltweit ist heutzutage der sagenumwobene “Sazerac”, der in New Orleans mittlerweile als offizieller Drink der US-Hauptstadt anerkannt ist. Der eng mit dem “Old Fashioned” verwandte Drink besteht aus Zucker, Whiskey, einem Bitter, einem Hauch Absinth und einem Streifen Zitronenschale.

Ansonsten probieren Sie es doch mal mit einem Whisky Soda, einem Gin Fizz, einem Horse’s Neck oder einem Skiwossa (Tirolerisch für Skiwasser).

© Quelle: Nuff/Unsplash

Cocktail-Trend 3: Küche, Kräuter, Cocktails

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Alles, womit man in der Küche das Gewisse Etwas in Speisen bringen kann, ist auch in Cocktails angesagt. Die Trends der Küche werden mit den Trends für die Bars vereint. Das trifft vor allem auf Kräuter zu. Minze braucht es für Klassiker wie Mojito und Caipirinha ohnehin. Aber auch Rosmarin, Salbei, Lavendel, Melisse oder Thymian verleihen einem Drink eine eigene Note und sehen zudem noch extrem dekorativ aus. Viele Gin-Liebhaber werden das schon bemerkt haben. Experimentieren Sie zu Hause also ruhig mal mit Ihrem Kräutergarten.

Für Einsteiger empfiehlt das Bar-Magazin “Mixology” fünf Kräuter: Minze, Zitronengras, Melisse, Rosmarin und Basilikum.

© Quelle: Helena Lope/Unsplash

Cocktail-Trend 4: Puristisch und geschmacksbewusst

Bei Trend Nummer vier handelt es sich um etwas, das sich nicht nur in der Cocktailszene bemerkbar macht. Dinge bewusst zu fühlen, zu erleben, das ist heutzutage vielen wichtig. Weg von Multitasking und Dauerstress. So ähnlich sieht es auch an der Bar aus. Denn die Menschen haben inzwischen ein viel größeres Qualitäts- und Geschmacksbewusstsein entwickelt. “Sie wollen das schmecken, was drin ist und nichts verstecken”, sagt Kreft. Es geht also nicht darum, den eigentlichen Eigengeschmack des Alkohols mit Sirup oder Saft zu übertünchen. Daher werden auch die Drinks etwas puristischer und reduzierter, um den eigentlichen Geschmack zu genießen.

© Quelle: Pexels/Pixabay
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Cocktail-Trend 5: Größere Vielfalt

“Früher war man mit fünf Rumsorten gut ausgestattet”, erinnert sich Alexander Kreft. Heutzutage gebe es allein durch den Onlinemarkt ein enormes Portfolio. Hier finden auch Nischenprodukte aus Französisch-Guayana Abnehmer, weiß der Cocktailprofi. Hatte es früher zum Beispiel für Bacardi gereicht, eine Rumsorte im Angebot zu haben, müssen es heute mindestens drei Geschmacksrichtungen sein, um die Kunden zu erreichen. Kreft vergleicht die größere Vielfalt mit den Klaviaturen einer Orgel: “Hatte man früher noch ein Manual, sind es jetzt zehn.”

© Quelle: Maria Avdeeva/Unsplash

Welcher der Cocktailtrends Ihrem eigenen Geschmack entspricht, können Sie ja beim nächsten Besuch in der Cocktailbar ausprobieren. Oder passend zu Corona-Zeiten: Machen Sie einfach Ihre eigene DIY-Cocktailbar bei sich zu Hause.

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