Carmenbluse oder Milkmaid-Top: Freiheit für das Schlüsselbein

  • Hauptsache schulterfrei: Carmen-Oberteile oder Milkmaid-Blusen kommen derzeit einfach nicht aus der Mode.
  • Viele Designer transportieren den Look in die High-Fashion-Welt.
  • Von romantisch bis sexy - die neuen Tops spielen dabei mit der Kunst der Verführung.
Pauline Rabe
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Blusen sind langweilig? Von wegen. Während schulterfreie Variationen wie die Carmenbluse bereits seit einer Weile angesagt sind, erobert in diesem Sommer ein neuer Trend die Modewelt: Oberteile im Milchmädchenstil. Anders als ihr Name vermuten lässt wirken die viereckig ausgeschnittenen Tops mit ihren aufwendigen Knopfdetails und voluminösen Puffärmeln keinesfalls so, als ob man gleich noch einen Stall ausmisten müsste. Stars wie Schauspielerin Dakota Fanning oder Model Nina Agdal feiern den Look auf Instagram. Doch warum möchten gerade Stadtfrauen plötzlich wie Milchmädchen aussehen? Vielleicht aus Sehnsucht nach echtem Landleben?

Designer transportieren Carmen-Look in die High-Fashion-Welt

Jedenfalls hat die britische Designerin Molly Goddard den Look zu ihrem Markenzeichen gemacht und den Schnitt in die High-Fashion-Welt transportiert. Damit ist sie nicht die Einzige: Auch Modeschöpferinnen wie Ulla Johnson und Stella McCartney spielen in ihren Kollektionen mit moderner Folklore. Ihre Niedlichkeit verliert die Milkmaidbluse, sobald sie wie die Carmenbluse schulter- beziehungsweise schlüsselbeinfrei getragen wird. Während die Schulter noch bis in das 19. Jahrhundert als höchst erogene Zone galt und so gut wie nie entblößt wurde, sieht man nackte Schultern heute an nahezu jeder Ecke. An Verführungskraft hat der Schnitt dabei nichts eingebüßt. Es wird zwar Haut gezeigt, aber eben nicht zu viel.

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Carmenbluse: Tracht der Frauen in Andalusien

Zurück geht die schulterfreie Carmenbluse auf die Tracht der Frauen im spanischen Andalusien. Ihren Namen erhielt sie aber erst durch Georges Bizets Oper „Carmen“, deren Titelfigur solch ein Oberteil trug. Die aktuelle Milchmädchenbluse gibt es in verschiedenen Variationen: Man sieht Oberteile, die schlicht einfarbig sind oder durch Prints auffallen, aber auch solche im Spitzendesign. Die richtige Kombination ist laut Modemagazin „Harper’s Bazaar“ allerdings nicht ganz einfach. Die Bluse allein vermittele schon so viel Bauernhofflair, dass man bei den Accessoires getrost darauf verzichten könne, meinen die Experten. Statt mit Cowboystiefeln oder Korbtasche sollte die Bluse lieber mit eleganten Pumps oder lässiger Bauchtasche kombiniert werden. Erst der Kontrast kreiere den coolen Look.

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Wer überhaupt schulterfrei tragen kann, darüber ist sich die Modewelt uneinig. Während einige Fashionexperten der Meinung sind, dass der Schnitt nur für Frauen mit kleineren Brüsten geeignet sei, ist sich der Onlinehändler Zalando sicher, dass insbesondere Carmenblusen jeder Frau stehen. Statt aufzutragen, schmeichelten der voluminöse Schnitt und die fallenden Stoffe der Figur. Kleinere Pölsterchen könnten damit elegant kaschiert und der Fokus könne stattdessen auf Hals- und Schulterpartie gelenkt werden.

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Carmenbluse nur mit trägerlosem BH

Dass schulterfreie Oberteile nur mit trägerlosem BH getragen werden sollten, darüber sind sich die Modeexperten wiederum einig. Hervorblitzende Träger seien ein absolutes No-Go. Ihre Schulterfreiheit macht die Carmenbluse dadurch nicht gerade zu einem praktischen Kleidungsstück. Eine kleine unbedachte Bewegung, schon verrutscht die Bluse. Wie das verhindert werden kann, zeigen diverse Youtube-Tutorials. Haargummis und Sicherheitsnadeln spielen darin eine entscheidende Rolle.

Beim Milchmädchen-Look hat man solche Probleme nicht: Diese Blusen erlauben Träger-BHs, solange die Schultern bedeckt bleiben.