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Die Schokoladenseite entdecken: So gelingt der perfekte Brownie

Ein richtig guter Brownie muss „chewy“ sein – also weich, saftig und ein bisschen zäh.

Er wirkt wie ein schnöder Schokoladenkuchen, doch er ist so viel mehr: Der Chocolate Brownie ist eine eigene Gattung der süßen Sünden. „Chewy“ muss er sein, wie Amerikaner sagen, also ein bisschen zäh und saftig. Viel, viel Schokolade steckt in ihm, und man sollte tunlichst vermeiden, Brownies in einer Phase des Abnehmens zu genießen. Denn eines ist sicher: Sie machen gewissermaßen süchtig.

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Von Fast-Food-Kette bis Edel-Lokal: Brownies gibt‘s überall

Brownies sind heute ein durch und durch statusfreies Gebäck. Es gibt sie im Fast-Food-Restaurant genauso wie im Fünfsternehotel. Kinder freuen sich an Geburtstagen darauf, Erwachsene beim Nachmittagscappuccino im Coffee Shop um die Ecke. Billigbäckereien führen sie im Sortiment, genauso wie edle Konditoreien. Und: Es gibt sie heute in Amerika genauso wie in Asien oder Europa; und vermutlich auch im Rest der Welt. Brownies sind das wohl internationalste Stück Kuchen, das man sich vorstellen kann.

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Ihr Siegeszug aber begann in den USA, in Chicago. Bertha Palmer, Inhaberin des edlen Palmer House Hotels in der Stadt am Michigan-See, soll ihren Chefkoch im Jahr 1893 gebeten haben, ein neues Dessert zu kreieren. Es war das Jahr der Weltausstellung in Chicago, und Bertha Palmer war obendrein vom US-Kongress zur Vorsitzenden des neu gegründeten Board of Lady Managers berufen worden, dem Vorstand der weiblichen Führungskräfte. Auf der Weltausstellung gab es sogar ein eigenes Woman’s Building.

Bertha Palmer wollte insofern etwas Besonderes, vor allem für die Besucherinnen dieses Pavillons. Ihr schwebte eine Art Kuchen vor, den sie ihren Gästen mit in eine Lunchbox für den Tag legen konnte. Nur kleiner als ein Stück Kuchen sollte das Ganze sein, damit es auch unterwegs leicht essbar wäre. An Kreativität mangelte es dem Küchenpersonal von Palmers edlem Großstadthotel nicht, und so schuf es ein Dessert, halb Kuchen, halb Konfekt: den Brownie.

Ins Originalrezept gehören auch Aprikosenmarmelade und Walnüsse

Noch heute erkennt man dieses Original aus Chicago an zwei speziellen Zutaten: Es enthielt neben Schokolade auch Aprikosenmarmelade als Überzug sowie Walnüsse. Das Palmer-Rezept wird noch heute im Palmer House Hotel genutzt.

Die Zutaten:

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  • 400 g Zartbitterschokolade,
  • 450 g Butter,
  • 340 g Zucker,
  • 230 g Mehl,
  • 1 EL Backpulver,
  • 8 Eier,
  • 450 g grob zerkleinerte Walnüsse.

Für die Glasur:

  • 125 ml Wasser,
  • 125 ml Aprikosenmarmelade,
  • ein halber TL Gelatinepulver.

Und so geht es: Zunächst wird die Schokolade geschmolzen, anschließend verrührt man sie mit allen weiteren Zutaten für den Teig – bis auf die Walnüsse. Den Teig auf einem Backblech verteilen, mit den Walnüssen bestreuen und rund 40 Minuten bei 150 Grad backen. Ziel sollte sein, dass der Rand zwar leicht knusprig, der Rest aber noch saftig ist. Nach dem Abkühlen wird die kurz aufgekochte Glasur auf den Brownies verteilt.

Die Weltausstellung in Chicago war nicht arm an Attraktionen. Hier wurde das erste Riesenrad der Geschichte präsentiert, außerdem die erste elektrisch betriebene Hochbahn der Welt und auch die erste Spülmaschine. Im Vorfeld lieferten sich die Strompioniere Thomas Edison und George Westinghouse einen Wettkampf um die Elektrizität der Ausstellung, denn beiden war klar: Von Chicago aus würden ihre Techniken in die Welt verkauft werden. Was damals wohl niemand ahnte: dass auch fast 130 Jahre später vor allem eines geblieben ist – Bertha Palmers Brownie.

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