Große Verwechslungsgefahr: Wie unterscheidet man Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen?

  • Der Frühling ist da und im Garten, auf Wiesen und in Wäldern sprießt und grünt es.
  • Viele Menschen pflücken nun Kräuter und Blumen.
  • Verwechslungen können dabei jedoch gefährlich sein und im schlimmsten Fall zum Tode führen.
Heidi Becker
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Fast nichts schmeckt so gut, wie Gerichte mit selbst geernteten Kräutern zu verfeinern. Dafür sollten sich Pflanzenliebhaber aber gut auskennen. Denn schnell kann eine Verwechslung schwere Folgen haben. Wenn Menschen Bärlauch mit anderen Pflanzen vertauschen, können sie nach dem Verzehr an den Folgen einer Vergiftung sterben. Besonders häufig wird dabei von Verwechslungen mit der sehr giftigen Herbstzeitlosen berichtet, die in Europa weit verbreitet und als Zierpflanze bekannt ist. Aber auch mit dem giftigen Maiglöckchen kann man den leckeren Bärlauch verwechseln.

Bärlauch riecht nach Knoblauch

Bärlauch hat von Anfang März bis Mitte Mai Saison – wenn die Pflanze erst einmal beginnt zu blühen, schmeckt sie nicht mehr. Wer sichergehen möchte, die richtige Pflanze zu pflücken, sollte sich auf seine Nase verlassen. Bärlauch riecht im Gegensatz zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen stark nach Knoblauch. Wegen seines starken Geruchs nach Knoblauch wird Bärlauch übrigens auch als Hexenzwiebel bezeichnet.

Maiglöckchen haben zwei oder drei Stiele, die einander umwickeln. © Quelle: Wolfgang Eckert/ Pixabay
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Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) reicht es für den Geruchstest schon aus, ein Stück Blatt der Pflanze zwischen den Fingern zu zerreiben. Wenn der typische knoblauchartige Geruch dann nicht austritt, sollte die Pflanze lieber stehen gelassen werden. Das BfR warnt aber, dass der Geruchstest auch Tücken hat: Wenn an den Fingern Geruch von vorher getesteten Pflanzen haftet, kann dies ein falsches Gefühl von Sicherheit geben.

Zum Vergleich: Maiglöckchen verströmen einen eher süßlichen Duft und Herbstzeitlose riechen bitter und herb.

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Auf das Aussehen kommt es an

Bärlauch ist der Herbstzeitlosen zwar ähnlich, aber wer genau hinschaut, dürfte auch hier einen Unterschied erkennen. Die Herbstzeitlose wächst ohne Stiel aus einer dickblattigen Rosette am Boden – Maiglöckchen haben zwei oder drei Stiele, die einander umwickeln. Bärlauch hingegen hat einen deutlich erkennbaren Stiel.

Die Blätter des wilden Knoblauchs laufen nach unten hin spitz zu – die Blätter der Herbstzeitlosen bilden einen recht geraden Abschluss. Ein genauerer Blick auf das Blatt lohnt sich auch. Wenn das Blatt auf beiden Seiten glänzt, ist es kein Bärlauch. Denn die Unterseite eines Bärlauchblattes ist stets matt. Die Blätter der Herbstzeitlosen etwa glänzen aber auf beiden Seiten.

Bärlauch hat einen deutlich erkennbaren Stiel. © Quelle: Miss_Orphelia/ Pixabay
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Die Blätter des Bärlauchs sind im Gegensatz zu den Blättern der Herbstzeitlosen auch sehr empfindlich und deutlich weicher. Sie rollen sich daher auch an den Außenkanten schnell ein. Die festeren Blätter der Herbstzeitlosen wachsen hingegen eher aufrecht und erinnern an Tulpenblätter.

Auf Nummer sicher gehen

Wer Bärlauch pflücken möchte, an der Pflanze aber Knospen entdeckt, kann sie in jedem Fall stehen lassen. Denn Bärlauch trägt erst etwa ab Mitte Mai Knospen, dann ist er meist aber schon faserig und schmeckt sowieso nicht mehr. Wer auf das Pflücken von Pflanzen mit Knospen verzichtet, kann so auch das Risiko einer Verwechslung mit dem Maiglöckchen senken, das auch Knospen trägt. Knospen von Maiglöckchen sind kugelig – Bärlauch hat eher längliche Knospen.

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Generell gilt für das Pflücken von Gemüse oder Kräutern: Wer sich nicht sicher ist, ob der Verzehr ungefährlich ist, sollte das Grünzeug lieber stehen lassen. Die Blätter von Herbstzeitlosen etwa können bei Verzehr tödlich sein. Da schmeckt der Bärlauch vom Wochenmarkt doch direkt besser.

RND

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