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DDR-Klassiker „Wir kochen gut“ und „Das Backbuch“ bringen Ostalgie in die Küche

  • Ob ein nussiger Brotaufstrich oder ein luftiger Milchquark: Es gibt viele Produkte, die Ostalgie in die Küche bringen.
  • Zu den Klassikern zählen die Kochbücher „Wir kochen gut“ und „Das Backbuch“.
  • Anlässlich eines Verlagsjubiläums gibt es einen kompletten Relaunch der Bücher.
Gudrun Janicke
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Wie wird eine ordentliche Rinderroulade zubereitet? Wann gelingt das Rotkraut so, wie es bei Oma sonntags auf den Tisch kam? Und ist ein Biskuitboden wirklich nur etwas für geübte Bäcker? Seit fast sechs Jahrzehnten geben zwei Bücher aus dem Leipziger Buchverlag für die Frau darauf Antworten. Per Mundpropaganda erfahren auch aus dem Westen Zugereiste von den beiden Standardwerken aus DDR-Zeiten. Trotz Internet und Youtube wird nach wie vor gern ins Bücherregal zu den beiden Ratgebern gegriffen.

1952 erschien in dem Leipziger Verlag für die Frau der Titel „Unser Kochbuch“ von Paula Elisabeth Fuchs, der laut Verlagssprecherin Susann Jaensch in kurzer Zeit 20 Auflagen erreichte. Der heutige Küchenklassiker „Wir kochen gut“ von 1962 basiere zum Teil auf diesem Grundkochbuch. 1967 erschien dann „Das Backbuch“.

Bis zur Wende wurden beide Titel in mehreren Millionen Exemplaren verkauft. In der DDR Geborene können sich noch gut daran erinnern: Wie viele Dinge im Mangelsozialismus waren sie nur schwer im Handel zu finden, sondern eher „Bückware“ – nur durch gute Beziehungen erhältlich. Dennoch standen sie in fast jedem Haushalt.

Die beiden Bücher sind lange nach dem Ende der DDR immer noch die Flaggschiffe des Verlags. „Generationen von DDR-Bürgern sind damit groß geworden“, erklärt der Historiker Stefan Wolle, wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin, die andauernde Beliebtheit und die heute noch wachsende Fangemeinde.

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Jubiläum: „Wir kochen gut“ und „Das Backbuch“ erleben ein Revival

Heute sind in dem Buch „Wir kochen gut“ etwa tausend Rezepte aufgeführt: Klassiker wie Ungarischer Gulasch, Frikassee oder Königsberger Klopse sind dabei, aber auch gebratene Languste, Fasan oder flambierte Kirschen. Sie sind präzise und anschaulich beschrieben. Mittlerweile sind beide Titel auch als Reprint der Ausgaben aus den Siebzigerjahren auf dem Markt. „Für alle Nostalgiker und Fans, die die alte Ausstattung der Klassiker lieben“, sagt Jaensch.

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Zum 75-jährigen Verlagsjubiläum im Mai gibt es einen kompletten Relaunch von „Wir kochen gut“ und „Das Backbuch“: für die neue Generation von Koch- und Backenthusiasten, die sich Grundkenntnisse im Kochen und Backen aneignen wollen. Andere erinnern sich wehmütig an die Gerichte, die sie von früher kennen und die sie nachkochen wollen. „Wir müssen uns neue Zielgruppen erschließen, damit die Klassiker auch in Zukunft weiterleben“, sagt Jaensch.

Verlag für die Frau konzentriert sich weiter auf Ratgeberthemen

Zu DDR-Zeiten wurden von dem Verlag vor allem Ratgeber rund um Haushalt und Familie herausgegeben. „Nur wenige Verlage, die im Osten kurz nach dem Krieg gegründet wurden, existieren heute noch“, sagt Geschäftsführer Lutz Gebhardt, zu dessen Verlagsgruppe Grünes Herz seit 2015 der Leipziger Verlag gehört. Kochbücher und alles zu Haus, Garten, Natur und Gesundheit werden weiterhin zu der Kernkompetenz gehören, die noch ausgebaut werden solle. Im Oktober ist ein Buch mit den Lieblingsrezepten der Leser geplant. Gesucht werden Rezepte, die in zahlreichen Familien von Generation zu Generation weitergegeben werden und die nun auch einem größeren Publikum zugutekommen sollen .

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Im DDR-Museum in Berlin stehen die Koch- und Backbücher aus sozialistischen Zeiten in der Kücheninstallation. „Die meisten Klicks auf unserer Internetseite haben wir bei Beiträgen zu DDR-Kochrezepten“, sagt Wolle.

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