Ausmisten in Corona-Zeiten: Wohin mit den ausrangierten Sachen?

  • Saubermachen, ordnen, ausmisten: Der Lockdown fällt demnächst mit dem Frühjahrsputz zusammen.
  • Zwar sind die Flohmärkte abgesagt, doch das Internet bietet zahlreiche virtuelle Marktplätze.
  • Allerdings können Kleiderspenden und Schadstoffe vielerorts zurzeit nicht angenommen werden.
Katrin Schreiter
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Hannover. Die Corona-Krise zwingt zur Vorsicht und beschränkt die Kontakte. Die meisten verbringen deshalb gerade sehr viel Zeit zu Hause. Und wer in den eigenen vier Wänden produktiv sein will, räumt die Wohnung auf und mistet aus: Kleiderschränke, Bücherregale, Schubladen. Das schafft Ordnung und befreit. Doch wohin mit den ausrangierten Sachen? Weitergeben statt wegwerfen – das kann für viele ausrangierte Dinge eine gute Alternative sein. Denn was der eine nicht mehr benötigt, kann ein anderer noch gut gebrauchen. Das war allerdings vor der Pandemie einfacher: Nun sind die Flohmärkte geschlossen.

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Schneller An- und Weiterverkauf im Internet

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Doch es gibt zahlreiche Möglichkeiten im Internet, Aussortiertes in gute Hände zu geben, und mit Secondhandartikel ein paar Euro zu verdienen. So versprechen zum Beispiel einige Onlineplattformen den schnellen An- und Weiterverkauf von Büchern, CDs, Kleidung oder Handys.

In der Regel läuft das sehr unkompliziert. Doch wer damit gutes Geld machen will, wird oft enttäuscht. Vor allem bei Büchern, DVDs und digitalen Spielen müssen private Verkäufer mit einem enormen Preisverfall rechnen. Selbst für aktuelle Bestseller gibt es in der Regel mehr als 50 Prozent weniger gegenüber dem Neupreis. Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die Momox und Rebuy sowie Zoxs und Buchmaxe getestet hat.

Artikel bebildern, Preise mitbestimmen

Lukrativer ist es oft bei Internetportalen wie Ebay, Shpock oder Vinted (vorher: Kleider- und Mamikreisel). Hier haben die privaten Verkäufer selbst Einfluss auf die Preisgestaltung. Allerdings müssen sie mehr Zeit investieren, um die Sachen zu beschreiben und zu bebildern oder auch die Fragen potenzieller Käufer zu beantworten.

Alternativ gibt es die Kleiderspende. Aktuell sind jedoch viele Kleiderkammern geschlossen, häufig stehen nur Altkleidercontainer zur Verfügung. „Das ist regional sehr unterschiedlich“, sagt Dieter Schütz, Sprecher beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Er empfiehlt, aussortierte Kleidung zu einem späteren Zeitpunkt direkt beim Ortsverband abzugeben. „Säcke und Beutel auf keinen Fall neben die Container stellen!“ Denn wenn es regnet, sei die Kleidung später nicht mehr verwertbar.

Prinzipiell sollte man beim der Kleiderspende aber genau hinzuschauen, rät die Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Seriöse Organisationen verfolgen mit den Erlösen karitative Ziele, gewerbliche Unternehmen steigern nur ihren Gewinn“, heißt es in einem aktuellen Bericht. Wer sichergehen will, sollte auf die Verwendung von Siegeln wie das DZI Spendensiegel, das BSVE Qualitätssiegel oder das Logo Fairwertung achten. Auch bei bekannten Organisationen wie dem DRK, der Caritas oder der Arbeiterwohlfahrt könne man davon ausgehen, „dass die Spende dort ankommt, wo sie gebraucht wird“.

Lebensmittel retten und weitergeben

Weitergeben statt wegwerfen – das kann auch fürs Essen eine gute Alternative sein. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft landen fast zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland jedes Jahr im Müll. Doch vieles davon wäre noch genießbar. Deshalb gibt es immer mehr Netzwerke, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit übrig gebliebenen Nahrungsmitteln engagieren, indem sie diese weitergeben.

Zum Beispiel Foodsharing: Der bundesweite Verein organisiert seine Aktivitäten in erster Linie über seine Onlineplattform. Hier vernetzen und koordinieren sich die Foodsaver und Foodsharer, die die Lebensmittel in den einzelnen Städten und Regionen sammeln und verteilen. Mittlerweile sind es mehr als 2300 Betriebe wie Bäckereien, Supermärkte, Großhandel oder Marktstände, die bundesweit Lebensmittel zur Verfügung stellen, die unverkäuflich aber noch genießbar sind. Interessierte können sich über die Website aus dem Angebot Essen aussuchen und die Abholung verabreden. Wer dagegen Lebensmittel spenden möchte, kann sich ebenfalls registrieren.

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Nachfrage nach „Foodsharing“ gestiegen

Die Nachfrage sei in letzter Zeit gestiegen, meint Kerstin Bergmann von Foodsharing. „Häufig sind die Tafeln geschlossen – es gibt dadurch immer mehr Menschen in finanziellen Notlagen.“ Doch die Langeweile in der Corona-Krise scheint auch einen positiven Nebeneffekt zu haben: „Es haben sich in letzter Zeit viele neue Foodsaver und Foodsaverinnen angemeldet.“

Wertstoffhöfe oft überlastet

Bleiben noch die Dinge aus dem Keller oder vom Dachboden, die einfach nur weg sollen. Probleme kann es bei Farben und Lacken, Klebstoffen, Pflanzenschutzmitteln, Haushaltschemikalien und Elektroschrott geben, denn sie können zurzeit nicht immer fachgerecht entsorgt werden. Einige Wertstoffhöfe sind überlastet, andere haben ihre Öffnungszeiten geändert. Die kommunalen Entsorger informieren jeweils auf ihren Webseiten über die derzeitige Situation.

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