2021 wird grau-gelb

  • Ein zitroniges Gelb namens „Illuminating“ und ein helles Grau unter der Bezeichnung „Ultimate Gray“ – das sind die Farben des Jahres.
  • Das Color Institute des Farbherstellers Pantone stellt diese stets vor.
  • Grundlage sind Farbtrends auf der ganzen Welt.
Helene Kilb
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Während viele versuchen, Dinge in Worte zu fassen, fasst man aktuelles Zeitgeschehen anderswo in Farben: Jedes Jahr veröffentlicht das Color Institute des Farbherstellers Pantone die Farbe des Jahres. Um diese auszuwählen, hält es nach eigenen Angaben auf der ganzen Welt die Augen offen und erspäht so Farbtrends in der Unterhaltungs- und Filmbranche, in Kunstsammlungen und Werken neuer Künstler, in der Mode, im Interiorbereich, an beliebten Reisezielen und in den sozialen Medien. Aus all diesen Eindrücken entsteht dann der Versuch, die Stimmung des vergangenen Jahres einzufangen und gleichzeitig eine Prognose für das folgende Jahr zu treffen.

Diesmal ist die Wahl auf gleich zwei Farben gefallen, was in der über zwanzigjährigen Geschichte der „Pantone-Farbe des Jahres“ übrigens erst einmal vorkam, nämlich 2016 mit einer Rosa-Blau-Kombination. Die diesjährigen Gewinner sind ein zitroniges Gelb namens „Illuminating“ und ein helles Grau unter der Bezeichnung „Ultimate Gray“. Zusammen sollen die beiden Nuancen eine „positive Botschaft der inneren Kraft“ vermitteln, sagt Institutsgeschäftsführerin Leatrice Eiseman und betont: „Das ist eine Farbkombination für Hoffnung und Resilienz.“

Farbe und Nichtfarbe

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Hier trifft Farbe auf Nichtfarbe, hell auf dunkel: Als Sinnbild für das zu Ende gehende Jahr, das einerseits viele Menschen beruflich wie privat sehr gefordert hat und andererseits eine gewisse Entschleunigung mit sich brachte, scheint das Ensemble eine fast schon zu offensichtliche Wahl. Schließlich assoziieren viele Menschen Gelb primär mit Sommer, Sonne, Leichtigkeit und Lebensfreude, während Grau in erster Linie als Symbol für Langeweile und Traurigkeit gilt, wie es auch Redewendungen wie der „graue Alltag“ oder „graue Maus“ vermitteln. Bei Pantone steht Grau dagegen für Verlässlichkeit. Darüber hinaus sehen die Farbexperten in der Kombination mit Gelb „verschiedenartige Elemente, die zusammenkommen, um sich zu unterstützen“.

Grau steht heutzutage auch für Eleganz. Und die Farbe Gelb ist in unserem Kulturkreis schon seit Langem nicht nur positiv, sondern gleichermaßen negativ konnotiert, etwa in der christlichen Ikonografie, wo sie als Farbe des Verräters Judas auftaucht. Mit Gelb assoziierte Eigenschaften sind auch Neid und Gier.

Gelb am besten sparsam einsetzen

In der Welt der Mode konnte man das Farbduo unter anderem bereits bei den Schauen für Frühjahr und Sommer sehen. Wie alltagstauglich das Gelb-Grau tatsächlich ist, darüber lässt sich allerdings streiten. Denn im Normalfall steht die Gelbnuance „Illuminating“ nur denjenigen, die entweder von Natur aus einen dunkleren Teint haben oder mit frischer Urlaubsbräune aufwarten können – was derzeit bekanntlich schwierig ist. Die meisten Modeliebhaber müssen bei der Kleiderwahl daher primär auf die elegante Wirkung von „Ultimate Gray“ vertrauen und tragen am besten allenfalls einen kleinen gelben Eyecatcher wie eine Tasche oder einen Schal dazu.

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Und bei der Inneneinrichtung? Wer sich daheim nicht wie in einer Filiale der Deutschen Post fühlen möchte, setzt Gelb am besten sparsam ein. Grau eignet sich dagegen gut als Wandfarbe, vor der einzelne gelbe Möbel und Wohnaccessoires umso besser zur Geltung kommen. Ein Tipp: Um auszuprobieren, ob einem der Look optisch gut gefällt, kann man einfach mal Zitronen auf grauem Untergrund drapieren.

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