Wie Resilienz durch die Krise nach toxischen Beziehungen hilft – und weiteren vorbeugt

  • Mit Schicksalsschlägen und Lebenskrisen gehen Menschen ganz unterschiedlich um.
  • Großen Einfluss hat, wie resilient jemand ist.
  • Was der Begriff bedeutet und wie Resilienz gegen toxische Verhaltensweisen helfen kann, erklärt Paartherapeut Christian Hemschemeier in dieser Folge der Kolumne „Auf der Couch“.
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Warum sind einige Menschen nach Schicksalsschlägen oder Lebenskrisen relativ schnell wieder stabil – oder wachsen möglicherweise sogar daran? Und warum drohen andere Menschen an ähnlichen Themen fast zu zerbrechen? Der unterschiedliche Umgang hängt damit zusammen, wie resilient wir sind.

Zuerst einmal sollte geklärt werden, was Resilienz überhaupt ist. Im Wörterbuch wird sie mit psychischer Widerstandskraft und der Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, beschrieben.

Schwach und verletzt nach toxischer Beziehung

Nach toxischen Beziehungen fühlen wir uns in der Regel alles andere als resilient, sondern schwach und verletzlich. Unsere Stabilität und Widerstandskraft wurde uns in diesen Beziehungen möglicherweise komplett genommen. Wie schaffen wir es also, eine gewisse Resilienz zu erwerben oder wiederzuerlangen, sodass uns Begegnungen dieser Art nicht langfristig völlig aus der Bahn werfen? Denn letztlich werden wir immer wieder Krisen meistern müssen.

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Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Herausforderungen, und auch all das Wissen um toxische Beziehungen schützt nicht immer davor, zumindest kurzfristig wieder in schwierige Beziehungsdynamiken zu geraten.

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Wie man resilient wird

Um den Bogen zu meiner Arbeit zu schlagen, würde ich Folgendes sagen: Resilienz wird definitiv durch ein, wie ich es nenne, naisgeiles Leben gefördert! Also ein Leben voller Dingen, die uns Spaß und uns glücklich machen. Das können (neue) Hobbys sein, aber zum Beispiel auch ein gesunder Lebensstil. Außerdem wird Resilienz durch Selbstliebe und ein soziales Umfeld, was unterstützend ist und sich im besten Fall nicht auch noch toxisch verhält, gefördert.

Auch wenn man davon ausgeht, dass es angeboren ist, wie stabil beziehungsweise resilient ein Mensch ist, und weitere Grundsteine dafür in der Kindheit gelegt werden, so kann man auch im Erwachsenenalter noch einiges dafür tun, diese „Superkraft“ zu stärken. Und dazu gehört es auch, die Chancen und Möglichkeiten einer Krise zu sehen, ein Stück weit zu akzeptieren, was nicht (mehr) veränderbar ist, und seine Energien in andere und neue Herausforderungen zu investieren.

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Sich mit toxischen Beziehungen auseinandersetzen

Dennoch ist auch Resilienz kein Allheilmittel und sollte nicht dazu führen, dass wir toxische Verhaltensweisen akzeptieren und nicht mehr kritisieren. Nach einer toxischen Beziehung ist es immer sinnvoller, sich mit ihr auseinanderzusetzen, das toxische Verhalten zu benennen und die eigenen Themen zu bearbeiten. Wie bei allen Themen und möglichen Lösungsansätzen gibt es auch hier ein Für und Wider. Der gesunde Mittelweg ist meist der beste!

Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen über www.liebeschip.de. Sein aktuelles Buch „Vom Opfer zum Gestalter – Raus aus toxischen Beziehungen, Rein ins Leben“ ist online und in allen Buchhandlungen erhältlich.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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