Wie Weihnachten trotz Frust und Stress zum Fest der Liebe werden kann

  • Eine nicht unbeträchtliche Zahl an Menschen fühlt sich während der Feiertage einsam oder gestresst.
  • Dieser Zustand verleitet mitunter zu vorschnellen und manchmal auch zweifelhaften Entscheidungen.
  • Unser Kolumnist, der Paartherapeut Christian Hemschemeier, gibt Tipps, wie man ohne Frust und unbeschadet die Feiertage übersteht.
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Für viele von uns sind die Festtage ein heißes Pflaster. Manche sind frustriert vom langen Singledasein. Andere sind vielleicht frisch getrennt, und der Liebeskummer steigert sich jetzt noch mal. Viele andere sind vielleicht in einer mehr oder weniger befriedigenden Beziehung, aber schauen mit Sorge auf bestimmte Besuchsszenarien. Manche sind vielleicht einfach nur happy in Bezug auf Weihnachten – gehörst du dazu? Dann sei froh und dankbar! Für die anderen hier ein paar Tipps!

Christian Hemschemeier ist Paartherapeut in Hamburg und Experte in Sachen Dating, Partnerschaft und Liebe. © Quelle: Privat/Patan
  • Ein Ex ist ein Ex. Wärme keine Beziehungen wieder auf, nur weil du dich rund um Weihnachten vielleicht besonders einsam fühlst. Die gleichen Probleme und Verletzungen werden wieder auftreten.
  • Es ist sicherlich schön, in dieser Zeit jemanden neu kennenzulernen. Sei trotzdem genauso aufmerksam wie sonst im Jahr und lass deine Standards an Beziehungen nicht sinken, nur weil du nicht alleine sein willst.
  • Wenn du in einer Beziehung bist, akzeptiere, dass die Weihnachtstage einfach besondere Tage sind. Selbst wenn das für dich nicht so ist, ist es vielleicht für deinen Partner so. In kaum einer Zeit im Jahr können so viele Erwartungen enttäuscht werden. Nimm dir also etwas Zeit und Energie für deine Beziehung (zum Beispiel an einem der Feiertage) und lass nicht alles im Weihnachtsstress untergehen.
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  • Sicherlich freut sich auch deine erweiterte Familie, dich an den Weihnachtstagen zu sehen. Manchmal kann es auch ein Anlass sein, belasteten Kontakten wieder neues Leben einzuhauchen oder überhaupt manche Wegbegleiter wiederzutreffen. Dennoch: Müssen tust du gar nichts. Wenn du genau weißt, dass du von einem oder mehreren Familienmitgliedern nicht gut behandelt werden wirst, darfst du vorab schon ganz ruhig „Nein, danke“ sagen. Wenn dann andere dich trotzdem „zwingen“ wollen zu gemeinsamer Zeit, ist es vielleicht eine weitere Bestätigung, dass es nicht um DEINE Bedürfnisse geht.
  • Wenn du in einer komplexen Familiensituation lebst (zum Beispiel Patchwork), nimm dir ruhig Zeit zu überlegen, wem du wann wie viel Aufmerksamkeit (was sowieso die härteste Währung ist) schenkst. Vielleicht hast du große Kinder, kleine Kinder, Stiefkinder, acht „Großeltern“. Du kannst es oft nicht allen recht machen. Aber mach es bewusst so, dass es für DICH stimmig ist. Dass DU dazu stehen kannst. Manchmal ist es sogar wichtig, wer wo sitzt an der Weihnachtstafel. Vielleicht lädt deine Familie dich mit deiner neuen Freundin ein, aber deine Ex-Frau wird auch mit einbezogen. Sei dir bewusst, dass dann genau geschaut wird, wie du damit umgehst.
  • Fahr deine Erwartungen und Befürchtungen herunter. Es sind „nur“ ein paar kulturell aufgeladene Tage. So wie es dir gerade geht, geht es übrigens vielen. Meist ist Weihnachten nicht so wie im Fernsehen. Wenn dir komplett die Decke auf den Kopf fällt, mach etwas Karitatives. Das bessert die Stimmung meist schnell.
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  • Viele Menschen reagieren fast noch mehr auf Silvester. Plane gegebenenfalls auch diesen Tag gut. Das Jahresende und die sogenannten Rauhnächte sind natürlich auch sehr geeignet für innere Einkehr und das Neuausrichten. Sei trotzdem vorsichtig mit simplen Neujahrsvorsätzen. Die scheitern oft sowieso. Versuche lieber konstant und selbstliebend, die jeweils beste Version deiner Selbst zu sein. Denke daran, dass Alkohol eine wackelige Stimmung entgegen landläufiger Meinung nicht besser macht ;-).
  • Freu dich auf 2020. Ich glaube, es wird ein spannendes, turbulentes, überraschendes Jahr!
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Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen über www.liebeschip.de. Sein Buch „Der Liebescode“ (Luther Verlag) ist 2019 im Handel erschienen.


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