Warum alte Glaubenssätze für eine Beziehung Gift sein können

  • Viele Menschen erleben immer wieder die gleichen Dinge in Beziehungen, werden immer wieder ausgenutzt, verlassen oder geraten immer wieder an den gleichen Typ.
  • Doch das lässt sich ändern. Nur wie?
  • Indem man seinen Glaubenssätze überprüft, meint unser Kolumnist, der Paartherapeut Christian Hemschemeier.
Christian Hemschemeier
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Hamburg. Man kann das Ganze (und das habe ich oft schon) rein psychologisch im Sinne deiner Biografie analysieren. Oft gab es in der Kindheit schon entsprechende Bezugspersonen, die emotional nicht verfügbar oder übergriffig waren. Oder du musstest eine Rolle im Familiensystem einnehmen, die nicht wirklich kind-kompatibel war. Bezugsperson meint dabei oft die Eltern, aber wir sollten auch die Geschwister nicht vergessen – und auch nicht die Situation in der Schule.

Das vertraute Drama bindet

In der psychologischen Sichtweise sind die Partner, die du später dann datest, quasi die Abbilder dieser Bezugspersonen. All das Drama fühlt sich so vertraut an, deshalb bleibst du dabei. Heute wollen wir das Ganze aber mal über Glaubenssätze anschauen. Das ist zwar erst einmal auch psychologisch, aber man kann das Ganze noch viel, viel (!) radikaler anschauen.

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Die Theorie der Glaubenssätze in Bezug auf Dating lautet: Du ziehst das an, was du glaubst. Punkt! Wenn du also glaubst, du bist nicht „gut“ genug, ziehst du Partner an, die dir dieses Nicht-gut-genug exakt so widerspiegeln (zum Beispiel über mangelnde Bekenntnis zur Beziehung). Wenn du glaubst, du bist nicht beziehungsfähig, werden immer wieder Beziehungen schnell scheitern.

Jeder ist ein Spiegel für den anderen

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Jetzt wirst du natürlich denken – wo ist denn der Unterschied? Diese Glaubenssätze habe ich ja eben in dieser Kindheit entwickelt. Nun, in der radikalen, wenn du so willst „spirituellen“ Sichtweise von Glaubenssätzen gibt es diese Kindheit aber gar nicht (mehr). Es gibt keine Zeit, es gibt nur das Hier und Jetzt, in dem du immer wieder alles neu erschaffst. Du kreierst immer wieder neu deine eigene Realität mithilfe deiner Glaubenssätze. Und dies ist wirklich radikal genau so gemeint. Es gibt keine Zufälle. Du erschaffst dir deine eigene Realität im Beziehungsleben, natürlich auch in gemeinsamer Erschaffung mit dem Partner und seinen Glaubenssätzen. Jeder ist ein Spiegel für den anderen. Und das ist wunderbar, weil dann auch schlechte Beziehungen plötzlich Sinn machen, weil sie mir liebevoll zeigen, wo ich noch wachsen darf.

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Und in dem Moment, wo du deiner inneren Stimme, die dich runterputzt, einfach nicht mehr glaubst und nach und nach fühlst: Ich bin wertvoll, ich habe etwas Besseres verdient, da kann sich dieser Wunsch auch im Hier und Jetzt entsprechend realisieren. Dafür musst du nicht jahrelang in deinem „Unterbewusstsein“ herumkramen und alles noch mal minutiös durchgehen.

Neue Glaubenssätze, neue Welt

Erstmal klingt das vielleicht nach „zu viel Verantwortung“. Was kann ich dafür, wenn ich nur „Idioten“ (oder wie du das nennst) begegne? Nun, wenn das so ist, warum begegnen anderen Menschen andere Partner? In möglicherweise sogar dem gleichen Setting? Alles nur „Zufall“ oder „Pech“? Das heißt jetzt aber nicht, es ist deine „Schuld“. Keiner ist schuld, solange du deine Glaubenssätze nicht kennst oder nicht siehst, kannst du nichts dafür. Und wir alle haben ja nicht nur unsere persönlichen Glaubenssätze, es gibt ja auch gesellschaftliche geteilte Ansichten. Und die Leute, auf die du vielleicht neidisch bist – die sind meist überhaupt nicht weiter, sondern verstecken das nur besser.

Falls du jetzt immer noch Zweifel an der Wirkung von Glaubenssätzen hast, schau mal auf der Bereich im Leben, der gut läuft, und was du dort für Glaubenssätze verfolgst! Also, erschaffe deine Welt neu. Probier es einfach mal aus …

Christian Hemschemeier und seine Onlinekurse sind auf www.liebeschip.de zu erreichen. Sein Buch „Der Liebescode“ (Luther-Verlag) ist dieses Jahr im Handel erschienen.

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