Vielleicht für immer? Daran erkennen Sie, ob Ihre Beziehung lange halten kann

  • Hält die Liebe für immer, oder ist sie doch nur von kurzer Dauer? Am Anfang einer Beziehung gibt es darüber keine Gewissheit.
  • Doch laut Wissenschaftlern ist es möglich, das Potenzial einer Beziehung vorherzusagen.
  • Worauf es dabei ankommt, haben Forscher der Universität Jena herausgefunden.
Michèle Förster
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Wenn wir frisch verliebt sind, ist die Vorstellung, dass es mit dieser Liebe einmal vorbei sein könnte oder der neue Partner doch nicht für immer an unserer Seite bleibt, meilenweit entfernt. Doch während es einige Paare schaffen, eine lange und glückliche Beziehung zu führen, scheitert sie bei anderen nach einigen Monaten oder Jahren. Prognosen über das Beziehungsglück könnten aber möglich sein, glauben Psychologen der Universität Jena und der University of Alberta in Kanada. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, woran man schon zu Beginn einer Beziehung erkennen kann, ob sie von Dauer ist – oder ein Verfallsdatum hat.

Schon der Beginn einer Beziehung ist entscheidend

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„Prognosen über die Langlebigkeit einer Beziehung sind durchaus möglich", meint die Leiterin der Studie, Dr. Christine Finn von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Für die Langzeitstudie haben Finn und ihr Team knapp 2000 Paare, die sowohl frisch verliebt als auch schon lange zusammen waren, über einen Zeitraum von sieben Jahren in regelmäßigen Abständen zu ihrer Beziehung befragt. 16 Prozent der Paare haben sich während dieser Zeit getrennt.

Dafür sei nach Einschätzung der Wissenschaftler einerseits der Beginn einer Beziehung entscheidend, andererseits ist es auch von Bedeutung, wie sich die Beziehung über die Jahre entwickelt. „Bereits zu Beginn einer Beziehung lassen sich gewisse Vorhersagevariablen finden, die Informationen darüber liefern, ob die Beziehung lange hält oder nicht", so die Psychologin.

Ist eine Beziehung bereits früh von Streit, Unzufriedenheit und unterschiedlichen Vorstellungen geprägt, ist eine Trennung wahrscheinlicher. © Quelle: Getty Images/iStockphoto

Dabei gehe es zum Beispiel um das Bedürfnis nach Nähe oder Freiheit, die Zufriedenheit mit der Partnerschaft und die gemeinsame Zukunftsorientierung. Entscheidend ist, ob beide ähnliche Vorstellungen von der Beziehung haben. In der Studie zeigte sich, dass sich vor allem die Paare mit unterschiedlichen Bedürfnissen trennten.

Wovon hängt ab, ob eine Beziehung scheitert?

In der Psychologie gebe es derzeit zwei unterschiedliche Modelle über den Verlauf einer Beziehung, erklärt Finn. Das erste geht davon aus, dass anfangs alle Paare etwa gleich glücklich seien. Kommt es jedoch zu einer Trennung, dann sei das auf Probleme zurückzuführen, die sich erst mit der Zeit entwi­ckeln. Das zweite Modell geht hingegen davon aus, dass bei den Paaren schon zu Beginn ein unterschiedliches Glücksniveau vorliegt und sich dieses über die Zeit nicht verändert.

Allerdings erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Trennung, wenn schon die Ausgangssituation nicht optimal ist. „Wir haben herausgefunden, dass wohl eine Mischung aus beiden Modellen zutrifft“, erklärt die Psychologin. „Auch wir können ein unterschiedliches Ausgangsniveau bestätigen."

Wer anfangs unglücklich ist, wird später nicht glücklicher

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Laut den Forschern sei es zwar normal, dass die Intensität des Glücklichseins über die Jahre abnehme, doch bei Paaren, die sich trennen, sei das deutlich schneller der Fall. Das bedeute im Umkehrschluss: „Wer unglücklich startet, wird noch unglücklicher", sagt die Psychologin. Der Beginn einer Beziehung kann also schon einiges über ihren Verlauf verraten. Dennoch sei keine Beziehung von vornherein zum Scheitern verurteilt, sind die Wissenschaftler überzeugt.

Was wohl aus den übrigen Paaren wird? 84 Prozent von ihnen waren Anfang des Jahres noch zusammen. Wie sich ihre Beziehungen mit der Zeit verändern, könnte ein Anlass für eine weitere Studie sein – besonders in Zeiten der Pandemie. Die 2008 gestartete Langzeiterhebung (Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dyna­mics) von vier deutschen Universitäten, die auch Grundlage für die deutsch-kanadische Studie war, läuft noch bis ins Jahr 2022.

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