Umfrage zu Freundschaft plus: Kann das funktionieren?

  • Es klingt unkompliziert und auf eine gewisse Art und Weise nach Vertrautheit: mit einem Freund oder einer Freundin Sex haben.
  • Und mehr nicht, vor allem keine Beziehung – Verantwortung –, darauf basiert Freundschaft plus.
  • In einer Umfrage einer Erotik-Community erzählen Menschen, ob das Modell funktioniert.
Alice Mecke
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Hannover. Es ist ein Phänomen mit vielen Namen: Freundschaft plus, Sexbuddy, Freunde mit gewissen Vorzügen, in Corona-Zeiten sogar Knuffelkontakt. Am Ende geht es aber immer um das Gleiche: mit einem Freund oder einer Freundin Sex zu haben, ohne dabei eine feste Beziehung zu führen.

Ein Modell, das für einige unvorstellbar klingt, wird vor allem bei jungen Frauen immer beliebter. Aber kann es wirklich funktionieren, mit einem Kumpel oder der besten Freundin ins Bett zu hüpfen, ohne dass die Freundschaft darunter leidet? Und wie oft wird auf diese spezielle Möglichkeit zurückgegriffen? Die Erotik-Community Joyclub hat nachgefragt, 2000 Mitglieder gaben ihre Einschätzungen und Erfahrungen zum Thema Freundschaft plus ab.

Die meisten sind auch nach dem Sex noch befreundet

Für ganze 75,2 Prozent der befragten Männer und Frauen ist eine Freundschaft mit gewissen Vorzügen nicht abwegig. Sie gestehen, derzeit jemanden im Freundeskreis zu haben, mit der oder dem sie sich diese gewissen Vorzüge vorstellen könnten. Vorstellung ist das eine – wie sieht die Realität aus? Bei den Gedanken scheint es häufig nicht zu bleiben. 61,9 Prozent der Befragten gaben an, bereits eine sexuelle Beziehung mit einem guten Freund oder einer guten Freundin gehabt zu haben.

Und wie hat sich der Sex auf die Freundschaft ausgewirkt? Laut Ergebnis der Umfrage keinesfalls zum Schlechten. 82 Prozent gaben an, dass ihre Freundschaft durch das Schäferstündchen nicht gelitten habe und sie im Anschluss weiterhin Freunde geblieben seien. Bei 12 Prozent war die Freundschaft nach dem sexuellen Abenteuer allerdings beendet.

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Ja! Ja! Jaaa! Auf zur orgasmischen Entladung
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Der sagenumwobene Orgasmus – was macht ihn so besonders? Gehört er beim Sex immer dazu? Und was tun, wenn’s nicht zum Höhepunkt kommt?  © Caro Burchardt, Agnieszka Krus/Agnieszka Krus, Caro Burchardt

Freundschaftssex ist vertrauter

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Doch inwiefern unterscheidet sich der Sex mit Freunden vom Sex in einer Beziehung? Der Aussage: „Sex mit einem Freund oder einer Freundin war für mich sehr viel vertrauter und ehrlicher als der übliche Beziehungssex. Ich konnte mich mehr fallen lassen“, stimmen 44,7 Prozent der befragten Frauen und Männer zu. Nur knapp ein Viertel ist der Ansicht, dass beim Freundschaftssex Dinge vermischt werden, die nicht zusammengehören. Für 31 Prozent war kein Unterschied zu spüren.

Werden aus Sexbuddys Partner?

Interessanterweise ist aus den meisten Sexbuddys allerdings kein festes Paar geworden. Nur bei 5,5 Prozent der Befragten ist nach dem Sex aus der Freundschaft eine Beziehung entstanden. Die Befragten wählten eher den umgekehrten Weg: So berichten immerhin 29,3 Prozent, dass bei ihnen aus einer gescheiterten Beziehung eine Freundschaft plus erwachsen sei.

Wie tolerant werden Freundschaften zum anderen Geschlecht gesehen?

So tolerant sich die Befragten zum Thema Freundschaft plus auch äußerten – diese hat Grenzen. Beim Thema Eifersucht lassen sich nahezu zwei Lager erkennen. Denn ganze 44,6 Prozent der Befragten haben ein Problem damit, wenn ihr Partner oder ihre Partnerin gleichzeitig enge Freundschaften zum anderen Geschlecht pflegt. Auf der anderen Seite sehen 47,8 Prozent in engen Freundschaften keine Gefahr für die eigene Beziehung. Bei 7,6 Prozent ist diese Konstellation allerdings tatsächlich schon mal schiefgegangen: Der Partner oder die Partnerin hatte einen Seitensprung mit einem Freund beziehungsweise einer Freundin.

Problem: Wenn die eine Seite mehr will

Doch eine Freundschaft plus kann auch einige Herausforderungen mit sich bringen: „Schwierig wird es dann, wenn einer eine Beziehung haben möchte, der andere es aber weiterhin offen und locker haben möchte. Aber auch das gehört dazu: Wer lieben will, muss mutig sein“, sagt der Flirtexperte Horst Wenzel gegenüber den RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Das gilt auch für langjährige Freunde, die eine Freundschaft plus ausprobieren wollen. „Wenn aus Freunden ‚Sexbuddys‘ werden, kann das natürlich die Freundschaft zerstören“, so Wenzel. Andersherum könne von einer Freundschaft plus irgendwann auch das Plus gestrichen werden – und man bleibe befreundet. Nicht selten münde eine Freundschaft plus aber auch in eine Beziehung oder sogar in eine Ehe, betont Wenzel.

RND/Alice Mecke/bk

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