Studie: Regelmäßiger Sex reduziert Risiko von vorzeitiger Menopause

  • Sexuell aktivere Frauen haben laut einer neuen Studie ein geringeres Risiko, vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen.
  • Die Wahrscheinlichkeit ist 28 Prozent geringer bei Frauen, die wöchentlich Sex haben.
  • Die Gründe für den Zusammenhang sind aber noch unklar.
Ben Kendal
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London. Sexuell aktivere Frauen haben ein geringeres Risiko, vorzeitig in die Wechseljahre zu kommen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der „University College London“ in einer neuen Studie. Die Wissenschaftler haben Frauen, die einmal wöchentlich oder monatlich Sex haben, mit denen verglichen, die weniger als einmal im Monat Sex haben. Das Ergebnis: Frauen haben eine 28 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, dass die Menopause einsetzt, wenn sie wöchentlich Sex haben. Die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Menopause war zudem 19 Prozent geringer für Frauen, die einmal monatlich Sex haben.

Investiert der Körper bei seltenem Sex weniger Energie in den Eisprung?

Das Ergebnis der Studie lässt vermuten, dass der Lebensstil von Frauen einen größeren Einfluss auf die Wechseljahre hat als bisher vermutet. Unklar sind jedoch die Gründe dafür, warum weniger Sex eine vorzeitige Menopause begünstigt. Laut der Hauptautorin der Studie und Doktorandin, Megan Arnot, könnte der Körper sich dazu „entscheiden“, weniger Energie in den Eisprung einzubringen, wenn Frauen keinen Sex haben – und demnach auch keine Chance auf Schwangerschaft besteht. „Es könnte eine biologische Kosten-Nutzen-Abwägung geben, ob Energie in den Eisprung oder woanders investiert wird“, sagt Arnot. Beispielsweise könne der Körper mehr Ressourcen darin investieren, fit zu bleiben, um sich um die Enkelkinder zu kümmern.

„SWAN“-Studie: 64 Prozent der Frauen sind einmal in der Woche sexuell aktiv

Für die Studie, die in der Wissenschaftszeitschrift „Royal Society Open Science“ veröffentlicht wurde, analysierten Arnot und Co. Daten von knapp 3000 Frauen aus der sogenannten US-Amerikanischen „SWAN“-Studie zur Menopause in den 1990ern. Die Probandinnen waren im Schnitt 45 Jahre alt und meist verheiratet oder in einer Beziehung. Die Teilnehmerinnen waren am Anfang der Studie allesamt noch nicht in ihren Wechseljahren. Als sie zehn Jahre später nochmal befragt wurden, war bei 45 Prozent der Frauen die Menopause im Durchschnittsalter von 52 Jahren eingetreten.

Sie wurden befragt, wie häufig sie in den vergangenen sechs Monaten sexuell aktiv waren. Auch Oralsex, Petting und Masturbation wurden als sexuelle Aktivität gezählt. Unter den Befragten gaben die meisten (64 Prozent) an, einmal in der Woche sexuell aktiv zu sein.

Späterer Eintritt der Menopause: Ist Östrogen dafür verantwortlich?

In der Wissenschaft wird davon ausgegangen, dass die Menopause eintritt, wenn die Zahl der Eizellen in den Eierstöcken unter einem bestimmten Schwellenwert sinken. Die Forscher um Arnot vermuten, dass sexuelle Aktivitäten dazu beitragen, dass Östrogen ausgeschüttet wird – und das Hormon wiederum die Reifung von Eizellen begünstigt. Doch dies wurde nicht in der Studie untersucht. Die Wissenschaftler haben jedoch einen möglichen Einfluss von männlichen Sexuallockstoffen auf die Menopause genauer unter die Lupe genommen – doch sie konnten keinen Zusammenhang finden. „Die ganzen hormonellen Mechanismen rund um die Menopause sind noch ziemlich unklar“, sagt Studienautorin Arnot.


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