Studie: Kein Heiratsmaterial – darum bleiben Amerikanerinnen lieber Single

  • Eine amerikanische Studie untersucht den Rückgang von Eheschließungen in den USA.
  • Den Wissenschaftlern zufolge fehlt es an heiratsfähigen Männern.
  • Als solche gelten Männer mit einem festen Job und sicheren Einkommen, die eine Familie ernähren können.
Michèle Förster
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Eine Studie der Cornell University im Bundesstaat New York ist jetzt der Ursache für den Heiratsunwillen auf den Grund gegangen. Die These der Wissenschaftler: Unverheiratete Frauen leiden unter demografischen Engpässen von potenziellen Ehepartnern. Oder anders gesagt: Es steht nicht besonders gut um die Finanzen der männlichen Singles.

„Die meisten amerikanischen Frauen hoffen, heiraten zu können, aber der derzeitige Mangel an heiratsfähigen Männern – Männer mit einem stabilen Arbeitsplatz und einem guten Einkommen – erschwert dies zunehmend“, fasst Daniel T. Lichter das Resultat der Studie zusammen.

Das alte Ernährerprinzip

Als „heiratsfähig“ stufen Frauen laut Analyse der Autoren solche Singlemänner ein, die einen sicheren Job und ein gutes Einkommen haben. Es gilt also nach wie vor das alte Rollenbild, in dem der Mann für die Ernährung der Familie zuständig ist. Doch genau dieser Typ Mann scheint Mangelware zu sein, jedenfalls auf dem amerikanischen Heiratsmarkt.

Zu dieser Erkenntnis gelangten die Wissenschaftler, indem sie die sozioökonomische Merkmale von verheirateten und unverheirateten Männern abglichen. Dabei untersuchten sie Eigenschaften wie Alter, Herkunft, Beruf oder Einkommen und wurden auf eine deutliche Diskrepanz aufmerksam. Denn die Männer, die den finanziellen Ansprüchen der Frauen genügen würden, hatten ein Einkommen, das 58 Prozent höher lag als das der verfügbaren Single-Männer. Zudem sind die errechneten Traummänner 30 Prozent häufiger in einem Arbeitsverhältnis und haben mehr Hochschulabschlüsse (19 Prozent).

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Die passenden Partner fehlen

Die Studie zeigt, dass in Amerika „große Defizite bei der Versorgung potenzieller männlicher Ehepartner“ vorliegen. Lichter erklärt den Versorgungsengpass wie folgt: „Viele junge Männer haben heute wenig zu bieten, zumal das Bildungsniveau der jungen Frauen mittlerweile im Durchschnitt über dem ihrer männlichen Bewerber liegt.“ Natürlich tragen die astronomischen Studiengebühren und die zunehmend unsichere Lage auf dem Arbeitsmarkt ihren Teil zum Dilemma bei.

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Aber was ist eigentlich mit wahrer Liebe? Auf diese Frage hat das Forscherteam eine nicht ganz eindeutige Antwort. „Die Ehe basiert immer noch auf Liebe“, so der Hauptautor der Studie, „aber sie ist im Grunde genommen auch eine wirtschaftliche Transaktion.“

RND

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