Studie: Bekommen wir unsere Liebe bald vom Smartphone?

  • Um sich geliebt zu fühlen, reicht es manchmal schon, wenn der Nachbar sich nach dem Wohlbefinden erkundigt.
  • Das kann zu Optimismus und Zuversicht führen. Darauf deutet eine amerikanische Studie hin.
  • Denkbar wäre es demnach auch, dass wir Botschaften der Zuwendung künftig über das Smartphone empfangen.
Heidi Becker
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Was ist Liebe eigentlich? Die einen halten es für eine physikalische Reaktion, die anderen für etwas Übersinnliches. Ob Urknall oder Hokuspokus: Eine Studie beweist, dass Liebe uns glücklicher macht. Forscher des Instituts für Computer- und Datenwissenschaften der Pennsylvania State University (ICDS) fanden heraus, dass das Gefühl, geliebt zu werden, im Alltag nicht nur unser Wohlbefinden steigert, sondern sogar für mehr Optimismus und Zielstrebigkeit sorgt.

Kann wenig Liebe uns neurotisch machen?

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Die amerikanischen Forscher betrachteten in ihren Untersuchungen nicht die romantische Liebe in einer (Liebes-)Beziehung, sondern die Liebe im Alltag. Das kann durchaus ein Nachbar sein, der sich nach unserem Wohlbefinden erkundigt und damit ein gutes Gefühl in uns auslöst.

Innerhalb von zwei Studien fanden die Wissenschaftler heraus, wie sehr uns dieses Gefühl tatsächlich steuert. Menschen, die das Gefühl hatten, weniger Liebe zu erfahren, waren durchschnittlich neurotischer. Menschen, die viel Liebe spürten, sind der Studie nach extrovertierter und offener.

Erinnerung vom Smartphone

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Der Studie zufolge wächst unser Wohlbefinden nicht nur durch die gefühlte Liebe, sondern auch dann, wenn wir lediglich versuchen, diese zu erkennen. So verbesserte sich das Wohlbefinden der über 200 Probanden während der Studien, je mehr sie sich darauf konzentrierten, nach Zeichen für Liebe oder Verbundenheit zu suchen. Dieser Effekt ist der Wissenschaft zufolge auch aus anderen Experimenten bereits bekannt.

Die Forscher bestätigen zwar, dass die Studien nur einen Zusammenhang zwischen gefühlter Liebe und Wohlbefinden zeigen, weitere Forschung könnte aber den Grund dafür herausfinden. Dieser Effekt könnte dann gezielt dazu genutzt werden, um das Wohlbefinden zu steigern. Dazu könnten etwa automatisch Nachrichten versendet werden, damit die Menschen daran erinnert werden, dass sie geliebt werden. Interessant dabei: Dieser Effekt stellt sich nur ein, wenn die Menschen nicht wissen, wann und wie oft sie die Nachrichten erhalten.

RND


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