Sex gegen Geld: Was eine Studentin als Escortdame erlebt

  • Nach anfänglicher Skepsis entschließt sich Kate, in die Escortbranche einzusteigen.
  • Der Job macht ihr Spaß und sie verdient viel Geld.
  • Doch dann verliebt sich die Studentin – kann das gutgehen?
David Sander
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Hannover. Kate studiert Nanotechnologie. Das anspruchsvolle Studium fordert die 19-Jährige sehr; zum Jobben bleibt da wenig Zeit. Eine Zeit lang arbeitete die junge Frau in einem Café. “Das war ein typischer Studentenjob”, erzählt sie, “aber ich habe einfach zu wenig verdient.” Kate erkannte schnell, dass sie in der wenigen Zeit, die sie neben dem Studium zum Arbeiten zur Verfügung hat, mehr verdienen muss als beim Kellnern. Dann hörte sie von einer Freundin, die für einen Escortservice arbeitete. “Sie meinte, so viel Geld hätte sie nie zuvor verdient”, erinnert sich Kate.

Doch die damals ­18-Jährige war skeptisch. “Ich habe mich gefragt: Soll ich mich etwa für mein Studium prostituieren?” Aber ihre Freundin berichtete von tollen Erfahrungen und versicherte, dass Sex nicht immer Teil des Geschäfts sei. “Ich stand schon immer auf reifere Männer, deshalb dachte ich: Probier es einfach mal aus”, sagt Kate.

Kate hatte Spaß an ihrem Job – und verdiente gut

An ihr erstes Treffen erinnert sich die Studentin gut. “Er war 30 Jahre älter, echt attraktiv und sehr charmant. Dann ist es halt passiert.” Als sogenanntes Escortgirl begleitet sie vorwiegend ältere Männer auf Geschäftsessen, Bälle oder Vernissagen. Dabei ist der erotische Aspekt jedoch oft nicht auszuschließen. “Die meisten Veranstaltungen finden im Hotel statt, viele buchen den Sex dann gleich dazu”, sagt Kate. Diese Extraleistung müsse jedoch im Vorfeld abgesprochen sein. Ausnahmen mache sie nur, wenn ihr der Kunde sympathisch ist oder wenn es sich um einen Stammkunden handelt.

Kate realisierte schnell, dass sie bei der Begleitagentur an einem Wochenende so viel verdient wie im Café in einem ganzen Monat. Kurzerhand kündigte sie deshalb ihren Minijob, meldete sich beim Finanzamt als “Escort” selbstständig und baute sich einen Kundenkreis auf. “Ich entwickelte Spaß an der Sache, konnte mir meine Kunden praktisch aussuchen”, sagt die junge Frau. “Wie weit ich mit wem ging, entschied ich.”

Wie sage ich es meinem Partner?

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Dann traf Kate auf Louis. Das war kein Geschäftskontakt, sondern eine Partybegegnung. “Wir fingen an, uns zu daten. Bald wusste ich, dass das ernst werden könnte”, sagt sie. Anfangs traute sie sich nicht, Louis von ihrem Job mit gewissen Vorzügen zu berichten. “Ich hatte Angst, dass er mich sofort abserviert.” Als Louis sie dann aber nach einer Beziehung fragte, entschied sie sich, alles offenzulegen. Seine Reaktion überrascht sie bis heute. “Er meinte nur: ‘Ah, okay. Macht es dir denn Spaß?’”, sagt ­Kate. Der damals 24-Jährige hörte interessiert zu und stellte Nachfragen. “Dann meinte er, es würde ihn nicht stören. Auch nicht, wenn ich damit weitermache – solange ich ehrlich zu ihm bin und das nur als Job betrachte.”

Louis wurde Kates “Manager”

Mittlerweile sind Kate und Louis seit mehr als einem halben Jahr ein Paar. Der 25-Jährige ist hauptberuflich Informatiker. Nebenbei kümmert er sich um die Vermittlungsarbeit zwischen Kate und den Kunden, genau so, wie es eine Agentur machen würde. “So weiß er immer, mit wem ich mich wo treffe”, sagt Kate. Ihr Freund habe nur eine Bedingung gestellt, erzählt sie: “Sex haben wir nur an Tagen, an denen ich keine Kunden treffe.” Wie lange Kate noch als Escortgirl arbeiten will, weiß sie genau: “Nach meinem Studium höre ich auf. Dann habe ich bereits fürs Alter vorgesorgt.”

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