Gestresst und müde: Viele Paare verzichten für genügend Schlaf auf Sex

  • Auch wenn knapp 40 Prozent der Deutschen mindestens einmal pro Woche Sex haben, ist dazu manchmal etwas Überwindung nötig.
  • Müdigkeit und Stress zählen laut einer aktuellen Umfrage zu den Hauptgründen für Lustlosigkeit.
  • Und das, obwohl sich Sex durch die Ausschüttung von Hormonen sogar positiv auf den Schlaf auswirkt.
Michèle Förster
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Sex ist gemeinhin als die schönste Nebensache der Welt bekannt – und es würde wohl kaum jemand dieser Annahme widersprechen. Trotzdem fällt der Weg zum Höhepunkt nicht immer leicht. An manchen Tagen muss man sich sogar richtiggehend dazu aufraffen – ähnlich wie zu einem High Intense Workout. Der Hauptgrund dafür ist laut einer aktuellen Umfrage der Partnervermittlung Parship die Müdigkeit. Dabei ist bereits wissenschaftlich belegt, dass sich Sex positiv auf die Nachtruhe auswirkt.

Lust bleibt wegen Müdigkeit auf der Strecke

Gerade in stressigen Lebensphasen wird das Vergnügen anscheinend eher zur Belastung. Das bestätigt auch eine Umfrage der Onlinepartnervermittlung Parship, die unter 1.037 Singles und Paaren im Alter von 18 bis 65 Jahren durchgeführt wurde. Demnach haben 40 Prozent der Deutschen bereits aufgrund von Müdigkeit auf Sex verzichtet. Auch ein stressiger Tag oder das Gefühl, krank zu werden ist für knapp ein Drittel der Befragten Grund genug, den Liebesakt zu verschieben.

Die meiste Energie legen dabei noch die unter 29-Jährigen an den Tag. Ein Drittel von ihnen (32 Prozent) vergnügt sich mehrmals pro Woche, während es die Mehrheit (21 Prozent) nur auf einige Male im Monat bringt.

Befriedigender Sex verbessert die Schlafqualität

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Auch wenn die Angaben der Befragten zu den Gründen für ihre Sexunlust höchst subjektiv sind, ist Müdigkeit ein reales Problem. Und – wie eine Befragung des Schlafinstituts “The Sleep School” ergab – eines, unter dem besonders Frauen leiden. 1095 Stunden – oder 45 Tage – pro Jahr beträgt das Schlafdefizit von Frauen gegenüber ihrem Partner. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) leiden Frauen etwa doppelt so häufig an Schlafstörungen wie Männer. Ganze 73 Prozent der weiblichen Befragten gaben außerdem an, sich aufgrund von Müdigkeit erschöpft zu fühlen.

Dabei kann guter Sex sogar dabei helfen, die Schlafqualität zu verbessern. Wie eine Studie des Schlafforschers Dr. Michele Lastella von der australischen Queensland Universität ergab, konnten zwei Drittel der knapp 800 befragten Männer und Frauen nach dem Sex besser schlafen. Dabei kam es den Wissenschaftlern zufolge nicht einmal darauf an, ob es sich um Selbstbefriedigung oder Sex mit einem Partner handelte.

Der Grund dafür liegt in unserer Biochemie. Beim Orgasmus wird das Bindungshormon Oxytocin in großen Mengen freigesetzt, was dabei hilft, den Spiegel des Stresshormons Cortisol zu senken. Zusätzlich sorgen das ausgeschüttete Dopamin, Adrenalin und Serotonin für einen postkoitalen Zustand der schläfrigen Zufriedenheit – also eigentlich die perfekte Voraussetzung für eine erholsame Nacht.

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