Rosarote Brille: So beeinflusst eine positive Erwartungshaltung das Dating-Verhalten

  • Oftmals wird unser Dating-Verhalten von Ängsten geleitet.
  • Die negativen Erwartungshaltungen, die wir an den Tag legen, sorgen letztendlich allerdings auch dafür, dass es nicht funktioniert wie gewollt.
  • Um diesem Teufelskreis zu entkommen, empfiehlt Christian Hemschemeier ein Umdenken. Im Zweifelsfall hilft das altbekannte Bauchgefühl.
Christian Hemschemeier
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Liebe gibt es (zum Glück) nicht nur in romantischen Beziehungen. Tatsächlich habe ich manchmal den Eindruck, dass gerade in romantischen Beziehungen Liebe oft verwechselt wird mit Hormonen, Ego, Kontrolle, Bedürftigkeit und vielem mehr. Trotzdem ist für uns die Beziehung oft der „heilige Gral“, der Ort wo wir uns nicht nur Geborgenheit und Ankommen wünschen, sondern auch die Heilung von alten Wunden.

Oft reißen Beziehungen alte Wunden auf, anstatt sie zu heilen

Tatsächlich reißen Beziehungen aber oft alte Wunden auf, wie wir alle wissen, vor allem die hier oft besprochenen toxischen Beziehungen. Nach einer tollen Verliebtheitsphase kommen dann alle möglichen Probleme ans Licht. Wir werden vielleicht belogen, betrogen, beschimpft - alles im Namen der Liebe. Es ist unglaublich, was Menschen hinnehmen, nur um in einer Beziehung bleiben zu können. Wenn man sich dann irgendwann unter großen Schmerzen trennt, und auch den Liebeskummer irgendwie überstanden hat, dann zeigt sich vor allem ein sehr hartnäckiger Rest: Angst. Erstmal ist es vielleicht nur die Angst vor dem Alleinsein (wobei die schlimmsten Einsamkeiten eigentlich innerhalb von unglücklichen Beziehungen entstehen). Aber auch die vergeht mit den Resten vom Liebeskummer und wir finden meistens wieder ganz gut in unseren Alltag.

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Negative Erwartungshaltungen als Gift für die Beziehung

Die Zeit verstreicht, und plötzlich trifft man wieder jemanden. Vielleicht beim Online-Dating, vielleicht an der berühmten Käsetheke. Nun wollen wir natürlich alles anders machen. Wir wollen uns wappnen, aufpassen, schützen. Wir daten ganz vorsichtig, stellen tausend Fragen. Und wenn wir ehrlich sind, dominiert hier eines wieder: die Angst. Und diese (natürlich total verständliche) Angst führt dazu, dass wir mit emotionalen Mauern in diesen neuen Kontakt gehen. Leider ist mit Mauern daten eigentlich keine richtig gute Idee. Der andere spürt natürlich diese Mauern, und wird vielleicht auch vorsichtig, oder er fährt auch seine Mauern hoch, oder er reagiert sogar verlustängstlich und schmerzvoll. Und schon schließt sich der Teufelskreis.

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Diese negative Erwartungshaltung ist nicht anderes als ein negativer Glaubenssatz. Und genau diese Glaubenssätze entfalten unsere Realität. Stück für Stück. Man kann es auch eine selbsterfüllende Prophezeiung nennen. Diese Angst führt also dazu, dass auch die neue Beziehung sich nicht so entfaltet wie man möchte.

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Sich mit neuen Glaubenssätzen bewusst die rosarote Brille aufsetzen

Warum also versuchen wir es nicht mal andersrum und malen uns eine schöne neue Dating-Erfahrung aus? Warum nicht einfach mal mit Vertrauen ins Leben, wach, in einen neuen Kontakt gehen? Probier es mal aus. Ganz bewusst und wach. Und erforsche auch, ob es nicht noch viel mehr Denkmuster gibt, die dich für neue Erfahrungen blockieren. Natürlich heißt das auf gar keinen Fall, dass wir blind vor Verliebtheit sein sollen. Das heißt auf keinen Fall, dass wir klare Grenzüberschreitungen akzeptieren sollten. Das ist eine ganz feine Grenze zwischen von Angst gesteuert sein und auf der anderen Seite zu blauäugig sein. Aber wir können wach und klar in neue Kontakte gehen, ohne uns gleich komplett abzuschotten.

Im Zweifelsfall hilft das Bauchgefühl

Im Zweifelsfall hilft übrigens das altbekannte, aber leider sehr unterschätzte Bauchgefühl weiter. Es ist ein unschlagbares Frühwarnsystem. Dieses Bauchgefühl kommt leise daher, aber wenn wir es genau und ehrlich befragen, wird es uns sagen, ob die aktuelle beginnende Liebessituation wirklich so gut ist, wie es die Hormone sagen. Das kann man üben wahrzunehmen. Alles geht über das Gefühl im weiteren Sinne.

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Der Autor und seine Kurse sind über www.liebeschip.de zu erreichen. Christian Hemschemeiers Buch „Der Liebescode“ (Luther-Verlag) ist 2019 im Handel erschienen.