Pärchenplural: Was das „Wir” über eine Beziehung verrät

  • Gerade Frischverliebte benutzen oft den Pärchenplural. Dann heißt es nur noch „wir“ anstatt „ich“.
  • Doch Forscher haben herausgefunden, dass die Verwendung dieses Plurals eine Beziehung glücklicher macht.
  • Das „Wir“ sorgt besonders bei Stress oder in Streitsituationen für ein Zusammengehörigkeitsgefühl.
Heidi Becker
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Hannover. Plötzlich sind sie nur noch gleichzeitig müde, haben gemeinsam Hunger und bleiben sowieso lieber zu zweit. Denn „wir wollen das Wochenende sowieso lieber auf dem Sofa verbringen, weil wir krank sind“. Kommt Ihnen bekannt vor?

Der sogenannte Pärchenplural kommt meistens bei Frischverliebten vor und kann Außenstehende zur Weißglut bringen. Aber auch Paare, die schon viele Jahre zusammen sind, benutzen dieses Pronomen – und genau die scheinen glücklicher zu sein als andere.

Pärchenplural sorgt für Glück in der Beziehung

Forscher haben sich mit dem Phänomen des Pärchenplurals beschäftigt und herausgefunden, dass seine Verwendung nicht nur Glück ausdrückt, sondern sogar dafür verantwortlich sein kann. Die Wissenschaftler Alexander Karan, Megan L. Robbins und Robert Rosenthal von der Universität von Kalifornien haben 30 Studien mit insgesamt 5.000 Teilnehmern zusammengefasst und neu ausgewertet und veröffentlichen die Ergebnisse im „Journal of Social and Personal Relationships“.

„Wir“ steht für Zusammengehörigkeit

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Dabei kam heraus, dass die Verwendung des Wortes „Wir“ anstatt „Ich“ die Partner tatsächlich glücklicher machte. Und nicht nur das: Den jeweiligen Partner machte es sogar glücklicher, das Wort „Wir“ zu hören, als es selbst zu sagen. Die Zusammengehörigkeit, die dadurch ausgedrückt wird, sagt demnach offensichtlich einiges über den Zustand der Beziehung aus.

Zwar räumen die Forscher ein, dass man noch weiter untersuchen müsse, inwieweit sich eine Beziehung durch den bewussten Gebrauch von Sprache festigen lasse, die Ergebnisse der Studie zeigt aber, dass das Wort „Wir“ gerade in stressigen Situationen oder bei Streit für ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl sorgt.

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