Wie kommt Frau zum Höhepunkt? Studie benennt die besten Techniken für den weiblichen Orgasmus

  • Zu kommunizieren, was sie am besten zum Orgasmus bringt, fällt vielen Frauen schwer.
  • Das liegt auch daran, dass das Vokabular dafür fehlt – und die richtigen Techniken.
  • Eine aktuelle Studie verspricht Abhilfe und stellt die Techniken „Angling“, „Rocking“, „Pairing“ und „Shallowing“ vor.
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Was Sex ist und wie die schönste Nebensache der Welt funktioniert, wissen viele Jungen und Mädchen schon vor dem Aufklärungsunterricht in der Schule. Der weibliche Orgasmus aber bleibt für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Es zählen das Wohlbefinden der Frau, die Position und die richtige Technik. Und dann kommt es noch darauf an, dass Frau kommuniziert, was sie will – auch das ist vielfach eine Hürde. Abhilfe verspricht die Universität Indiana: Im Rahmen einer im Wissenschaftsmagazin „Plos One“ veröffentlichten Studie haben Forscher die besten Techniken für einen weiblichen Höhepunkt untersucht und zusammengetragen.

Um herauszufinden, welche Griffe für viele Frauen gleichermaßen funktionieren, befragten sie mehr als 3000 Menschen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen zwischen 18 und 93 Jahren. Dabei standen nicht bestimmte Positionen à la Missionarsstellung oder Doggy, sondern Tricks zur richtigen Penetration im Vordergrund. Die Gewinnertechniken heißen laut Studienleiterin Devon Hensel „Angling“, „Rocking“, „Pairing“ und „Shallowing“. Ob sie beim Sex zu zweit, von hetero- oder homosexuellen Paaren oder alleine bei der Masturbation genutzt werden, sei egal.

„Angling“: Das Drehen, Anheben oder Absenken des Beckens

Das „Angling“ beschreibt das Ausrichten und ist für 87,5 Prozent der Gefragten ein Grund für eine befriedigende vaginale Penetration. Denn durch das Drehen, Anheben oder Absenken des Beckens und der Hüfte kann sie besser gesteuert werden. Beim Eindringen von Sexspielzeug, Fingern oder eines Penis verändert sich der Winkel. Auf diese Weise kann selbst bestimmt werden, wo die Reibung stattfindet. Den Angaben der Teilnehmerinnen nach empfehlen sich für einen guten Orgasmus das Rotieren der Hüfte nach unten oder das Hochdrehen, wenn Frau auf dem Rücken liegt. Eine gängige Methode ist auch das Kissen unter dem Bauch oder der Hüfte. Es hilft, das Becken beim Sex anzuheben.

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„Rocking“: Schluss mit dem ständigen Rein und Raus

76 Prozent der von der Universität Indiana befragten Frauen gaben außerdem an, die vaginale Penetration angenehmer zu finden, wenn Kontakt und Druck konstant auf der Klitoris bleiben. Das ständige Rein und Raus von Spielzeug, Fingern, Zunge oder Penis ist – obwohl pornografische Filmchen manchmal einen anderen Eindruck erwecken – den Studienteilnehmerinnen zufolge wenig förderlich. Sie kommen nach eigenen Angaben schneller zum Höhepunkt, wenn die Reibung an der Klitoris ungefähr gleich bleibt. Das ist zum Beispiel bei Sexstellungen, bei denen die Frau oben ist, der Fall.

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„Shallowing“: Für einen guten Orgasmus dippen, nicht tief reinstecken

„Shallowing“ bedeutet, beim Sex nicht gänzlich in die Vagina einzudringen. Etwa 70 Prozent der Frauen mögen eine „seichte Penetration“, also eine sanfte Berührung, die weder rein äußerlich bleibt noch zu tief geht. Denn oft führt eine zu harte Penetration mit einem zu großen Spielzeug oder Penis zu Schmerz. Das hemmt das Vergnügen, anstatt es zu verbessern. Ein Großteil der Befragten gab außerdem an, der auf eine sanfte Berührung folgende Orgasmus falle meist intensiver aus. Hilfreich für das Bestimmen des Winkels ist für die Frau die Sexposition „Hot Seat“, eine Stellung, bei der sie zwischen den Beinen des Mannes sitzt und mit ihrem Rücken an seiner Brust lehnt.

„Pairing“: Mit klitoraler und vaginaler Stimulation zum Höhepunkt

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Das „Pairing“ eignet sich gut für Frauen, die nur durch penetrativen Sex zum Orgasmus kommen. Denn hierbei findet sowohl eine klitorale als auch eine vaginale Penetration statt. 84 Prozent der Studienteilnehmerinnen gaben an, so schneller den Höhepunkt zu erreichen, ob beim Sex mit dem Partner oder der Partnerin oder bei der Selbstbefriedigung. Abhilfe schaffen hier zum Beispiel Sexspielzeuge. Doch auch die richtige Position trägt dazu bei, dass Vorspiel und Hauptakt zusammenkommen. Beliebt sind etwa die Löffelchen- und die Hündchenstellung. Sie ermöglichen einen guten Zugang zur Klitoris mit der Hand.

Eine offene Kommunikation bleibt das A und O für guten Sex

Die von der Universität Indiana durchgeführte Studie ist nach Angaben der Forscher die erste Untersuchung der Techniken zum weiblichen Höhepunkt in der medizinischen Literatur. Doch wie immer gilt auch bei den universellen Tipps dieser Studie: Nicht jede Technik ist auf jede Frau übertragbar. Laut Hensel bleibt vor allem eines wichtig: „Für guten Sex ist offene Kommunikation das absolute Muss.“ Dazu kämen weitere Faktoren, die sich positiv auf das Lustempfinden auswirken, etwa das Anspannen des Beckenbodens oder die Stimulation des G-Punktes. Hilfreich ist die Studie den Wissenschaftlern nach vor allem für eine klare Sprache, die dazu beiträgt, zu erkennen und zu kommunizieren, was Frau im Bett will. „Die Informationen helfen, ein Vokabular für das weibliche Vergnügen aufzubauen, das es bislang nicht gibt“, so Hensel. Denn was keinen Namen hat, bleibe buchstäblich unaussprechlich – und das gelte es zu verhindern.

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