Nicht sehr romantisch: Immer mehr Menschen stalken ihre Partner online

  • Eine Umfrage enthüllt, dass mehr als die Hälfte junger Erwachsener ihre Partnerin oder Partner online ausspioniert.
  • Am häufigsten wird der Suchverlauf heimlich nachgeschaut.
  • Professionelle Stalkerware ist noch nicht allzu sehr verbreitet in Deutschland, doch die Sorge davor ist bei vielen groß.
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Hannover. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach diesem alten Sprichwort scheinen etliche junge Menschen zu leben, denn heute ist es teilweise erschreckend einfach, online Personen zu stalken. Wie häufig davon Gebrauch gemacht wird, hat die globale Umfrage „Norton Cyber Safety Insights Report (NCSIR)“ unter 10.000 Teilnehmern aus 10 Ländern untersucht. In Deutschland wurden 1000 Menschen zu dem Thema befragt.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Deutschen zwischen 18 und 39 Jahren, die in einer romantischen Beziehung waren oder sind, geben demnach an, ehemalige oder aktuelle Partnerinnen und Partner online auszuspionieren. In der Altersgruppe ab 40 Jahren ist die Zahl mit 16 Prozent deutlich geringer.

Suchverlauf wird am häufigsten heimlich überprüft

Das Stalking geschehe beispielweise durch das heimliche Besuchen – also ohne Wissen oder Zustimmung – eines Onlineprofils. 19 Prozent gaben an, die Passwörter der Liebsten oder des Liebsten zu kennen und damit auf die Geräte oder Onlinekonten zuzugreifen. Ebenfalls 19 Prozent nutzen ein Fake-Profil, um die Social-Media-Aktivität genau im Blick zu behalten.

Das Überprüfen des Suchverlaufs auf einem Gerät oder dem Smartphone, ohne, dass die Partnerinnen oder Partner davon wissen, war laut Umfrage die häufigste Form der Überwachung.

Onlinestalking: Ein Drittel befürchtet aktuelle Überwachung

Doch, das Instagram-Profil regelmäßig zu checken ist eine andere Hausnummer, als professionelle Technik zum Stalken zu verwenden. Aber auch davor macht nicht jeder Halt. Fast zwei von zehn Befragten (18 Prozent), die sich in einer Partnerschaft befinden, gaben zu, bereits eine App verwendet zu haben, um die Geräteaktivitäten ihres Partners oder ihrer Partnerin heimlich zu überwachen.

Alarmierend waren dabei folgende Ergebnisse: Ein Drittel der jungen Deutschen, die derzeit in einer Beziehung sind, glauben, dass ihr Partner oder ihre Partnerin die Installation einer entsprechenden App vorgenommen hat oder es vorhat.

35 Prozent finden Onlinestalking harmlos

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Doch, alles halb so wild? Mehr als ein Drittel zwischen 18 und 39 Jahren (35 Prozent) findet es harmlos, ihre ehemaligen oder aktuellen Partner online zu stalken – bei den über 40-Jährigen sind 17 Prozent dieser Ansicht.

36 Prozent der Jüngeren sind außerdem der Meinung, dass Onlinestalking in Ordnung ist, wenn einer oder beide fremdgegangen sind oder verdächtigt werden, dies zu tun. 15 Prozent der Älteren sieht das so. Wenn junge Menschen wüssten, dass sie nicht beim Stalken erwischt werden, wären 32 Prozent bereit, munter mit der Überwachung weiterzumachen.

Stalkerware ist noch relativ unbekannt

Stalkerware ist eine kommerziell erhältliche Technologie, die auf einem Gerät installiert werden kann, um Aktivitäten ohne das Wissen des Besitzers oder der Besitzerin zu überwachen. Normalerweise muss jemand physischen Zugriff auf ein Gerät haben, um sie zu installieren zu können. Laut NCSIR haben schätzungsweise bereits 3,9 Millionen Menschen in Deutschland (6 Prozent) Stalker- oder Creepware genutzt.

Die Bekanntheit von Stalkerware oder Creepware ist aber zum Glück noch gering. In Deutschland können 10 Prozent mit dem Begriffen etwas anfangen, 33 Prozent haben nur den Namen aufgeschnappt und 57 Prozent haben noch nie von Stalker- oder Creepware gehört. Jüngere Erwachsene kennen sich eher mit Stalker- und Creepware aus als Ältere: 18 Prozent bei den unter 40-Jährigen gegenüber sieben Prozent in der Altersgruppe 40 Jahre und älter.

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So erkennen Sie Stalkerware auf Ihrem Gerät

Stalkerware verbraucht häufig viel Strom und Daten. Ein Indiz kann also sein, dass sich die Geräteleistung verlangsamt, der Akku schnell erschöpft oder die Datennutzung erhöht ist. Wer vermutet, dass sich Stalkerware auf einem Gerät befindet, kann die Geräteeinstellungen und Berechtigungen überprüfen, um zu sehen, ob unbekannte Apps Zugriff auf etwa Standort und Mikrofon haben. Hier lässt sich auch prüfen, ob unbekannte Apps installiert sind.

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