Kopfzerbrechen beim Kennenlernen: Wenn Onlinedating in Stress ausartet

  • Gerade in Corona-Zeiten ist und war das Kennenlernen von anderen Menschen schwierig.
  • Singles bleibt da oft nur der Griff zur Dating-App.
  • Viele Deutsche fühlen sich von diesen aber sehr gestresst. Digital Detox kann helfen.
Heidi Becker
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Online ist heute alles möglich: Der Einkauf steht beinahe auf Knopfdruck vor der Tür, Verträge werden, wenngleich auch manchmal unfreiwillig, nebenbei abgeschlossen und selbst der Traumpartner findet sich ganz entspannt fast von alleine - oder etwa nicht? Nicht so ganz: Denn eine aktuelle Umfrage der Slow-Dating-App Once zeigt, dass das nicht unbedingt der Fall ist. Im Gegenteil: Etwa 65 Prozent der Deutschen fühlen sich von Dating-Apps sogar gestresst.

Weniger Stress: Smartphone detoxen

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Beim Slow-Dating hingegen sollen Nutzer sich ganz auf den anderen Menschen konzentrieren können, indem ihnen etwa nur ein anderer Nutzer pro Tag vorgeschlagen wird. Die Ergebnisse der Nutzerumfrage unter fast 5000 Teilnehmern zeigten, dass achtsames Dating durchaus Anklang bei deutschen Singles findet.

Mehr Dating-Apps - mehr Kennenlernmöglichkeiten: Was zunächst vielversprechend klingt, stellt für uns einen ungemeinen Stressfaktor dar. So gaben 70 Prozent der Nutzer von drei oder mehr Dating-Apps an, sich durch diese gestresst zu fühlen. Once-CEO Clémentine Lalande erklärt, dass da nur noch rigoroses Ausmisten helfen kann. “Detoxe dein Smartphone und fokussiere dich auf die ein bis zwei Apps, die dir ein gutes Gefühl geben und auf denen du gute Gespräche findest.”

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Das eigene Verhalten reflektieren

Besonders gestresst fühlen die Deutschen sich übrigens von dem Druck, kein Date zu finden (58 Prozent) und neue Matches zu bekommen (36 Prozent). Von anderen Nutzern sind Partnersuchende vor allem wegen Ghosting (70 Prozent), sprich wenn der potenzielle Partner ohne Vorwarnung verschwindet, und Oberflächlichkeiten (53 Prozent) genervt.

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Clémentine Lalande empfiehlt, sich einmal genau anzuschauen, wie man sich auf den Dating-Plattformen präsentiert. In einigen Fällen kann das Profil nämlich schon dafür sorgen, dass wir Menschen anziehen, die eigentlich gar nicht zu uns passen.

Und wenn es mal so gar nicht mehr weitergehen will mit dem Dating, dann empfiehlt sich eine Pause - um Luft zu holen und sich zu überlegen, was man eigentlich will. Denn etwa 65 Prozent der Deutschen reflektieren ihr eigenes Dating-Verhalten laut der Umfrage selten bis nie.

Entspanntes Dating bei italienischen Singles

Interessante Ergebnisse liefert die Umfrage auch in Bezug auf unsere Nachbarländer. So geben 65 Prozent der italienischen Befragten an, sich überhaupt nicht von Dating-Apps gestresst zu fühlen. Ganz anders sieht es da in Großbritannien aus: 71 Prozent der Singles fühlen sich dort von den Apps gestresst.

Im Vergleich: 41 Prozent der italienischen Nutzer gaben außerdem an, sich beim Dating nicht zu verstellen - nur 28 Prozent der Deutschen können dies von sich behaupten. Im Umkehrschluss könnte das bedeuten: Wer sich beim Dating nicht verstellt und möglichst authentisch präsentiert, könnte sich gleichzeitig auch weniger von Dating-Apps gestresst fühlen. Also: Mehr Mut zur Selbstliebe und Authentizität!

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