Flirten lernen: Die Dos und Don’ts beim Onlinedating

  • Onlinedating stillt (fast) jedes Verlangen und wird immer beliebter.
  • Vielen fällt das Flirten online leichter als in der echten Welt – aber auch online gibt es No-Gos.
  • Hier sind vier Dos und Don’ts, damit die digitale Partnersuche erfolgreich wird.
David Sander
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Hannover. „Wow! Das ist ja die perfekte Traumfrau!“ Aber einfach auf der Straße ansprechen? Für viele Männer unmöglich. Findet Mann diese Traumfrau jedoch im Internet auf einer Singlebörse, fällt das Anschreiben und Flirten oft leichter als im realen Leben. Selbiges gilt für Frauen und ihre Traumprinzen. Onlinedating ist aus der Gesellschaft mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Doch ist es online wirklich so einfach?

„Nein“, sagt Wolfgang Herkert, Geschäftsführer des Onlinedatingportals lovepoint.de. „Auch beim Onlineflirten kann man sich böse in die Nesseln setzen und die Chancen auf ein Treffen sind schnell dahin.“ Herkert ist Experte für Onlinedating, sein Portal lovepoint.de bringt seit 20 Jahren Menschen zusammen. Er kennt die Dos und Don'ts beim Onlinedating ganz genau.

Das (im-)perfekte Profil

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Don't: Der Vorteil an Onlineplattformen ist, dass man durchaus große Chancen hat, jemanden mit den gleichen Vorlieben zu finden, jemanden, der wirklich zu einem passt. Aber das setzt Ehrlichkeit bei den Angaben im Profil voraus. Wer kein Sixpack hat, sollte das auch nicht schreiben. „Das geht gar nicht! Wer einen echten Partner will, egal ob für eine Beziehung oder ein erotisches Abenteuer, der muss auch selbst echt sein“, meint Herkert. Deshalb gehören falsche Bilder oder verlogene Angaben zur Person nicht in das Onlineprofil.

Jedoch sollte Ehrlichkeit nicht mit vorschneller Offenheit verwechselt werden – beispielsweise bei brisanten Details zu sexuellen Vorlieben oder Fetischen. „Solch intime Details gehören nicht ins Profil, sondern in die privaten Chats oder besser noch ins persönliche Gespräch.“

Was gehört in mein Profil? Der Experte rät auf jeden Fall zu ehrlichen Angaben. © Quelle: Rachel Scott/Pixabay

Do: Das Profil ist das Erste, was der potenzielle Flirtpartner sieht. Deshalb sollte es ehrlich sein, aber auch nicht zu voll, damit noch Themen zum Chatten bleiben. „Wichtig ist, klar anzugeben, ob ein Partner für eine langfristige Beziehung gesucht wird oder ob es darum geht, lockere Bekanntschaften für erotischen Spaß zu finden“, sagt Datingprofi Herkert. Wer nicht mit seiner Haupt-E-Mail-Adresse auftreten will, kann sich fürs Onlinedating eine zusätzliche E-Mail-Adresse anlegen. „Um sich selbst abzusichern, ist das vollkommen in Ordnung.“

Der erste Kontakt

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Don't: Hier ist sich der Experte sicher: „Was auf keinen Fall geht, ist, sich ein Profil anzulegen und abzuwarten, nach dem Motto ‚Alle Schäfchen zu mir‘.“ Für viele logisch, für andere nicht – Flirten muss online von beiden Seiten aktiv betrieben werden, sonst sind die Erfolgschancen mehr als gering. Auch plötzlich überhaupt nicht mehr zu antworten ist ein No-Go. „Man muss nur daran denken, wie man sich selbst fühlen würde“, sagt Herkert.

Massennachrichten, die mehrere Frauen oder Männer mit gleichem Inhalt ansprechen sollen, sind ebenfalls zu vermeiden. „Wer so an die Sache herangeht, muss sich überlegen, ob er überhaupt Zeit und Lust hat, auf einen Partner oder Flirt einzugehen“, meint der Experte.

Dem geschriebenen Wort fehlt die Emotion der Stimme, deshalb sollte man lieb gemeinte Anspielungen besser vermeiden – sie lassen zu viel Spielraum für Interpretation und könnten falsch verstanden werden.

Do: Der erste Kontakt muss kein Zwei-Seiten-Brief sein. Eine kurze Nachricht mit persönlichem Inhalt ist oft viel besser. „Man kann zum Beispiel einen Profilfakt aufgreifen. Damit man in Erinnerung bleibt, darf der Text ruhig pfiffig und keck geschrieben sein“, rät Herkert. Es kann passieren, dass man merkt, dass der Flirtpartner so gar nicht zu einem passt – das sollte man dann auch freundlich, aber klar sagen.

Voll im Chatfieber

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Don't: Für viele mag es nicht sonderlich überraschend sein: Online kommt man nicht auf der körperlichen Ebene zusammen. Deshalb ist es enorm wichtig, sich nicht „festzuchatten“. Natürlich kann man das Onlineflirten ausdehnen, gerade wenn man etwas schüchtern ist. „Wer sich jedoch zu lange auf das reine Schreiben beschränkt, macht es sich immer schwerer, den Flirt auch live kennenzulernen“, sagt der Datingexperte. Dabei ist genau das Zusammenkommen auf der körperlichen Ebene wichtig, wenn man beispielsweise eine langfristige Beziehung sucht.

Do: Man sollte sich nicht zuerst melden, damit der andere nicht gleich denkt, man würde auf ihn stehen? Falsch! „Es ist gut, sich in Maßen zu melden, denn das signalisiert, dass man an den anderen denkt“, klärt Herkert auf. Wenn man morgens einen kleinen Gruß schreibt, zeigt das, dass man direkt nach dem Aufstehen an den Flirtpartner gedacht hat. „Das erzeugt Knistern.“

Am Anfang sollte man zwar mit ironischen und zweideutigen Anspielungen zurückhalten – wenn die Kommunikation aber gut läuft und man sich versteht, ist das ein gutes Mittel, um die Sehnsucht und das Kribbeln anzukurbeln. „Zur Unterstützung von mehrdeutigen Botschaften sind hier auch Smileys erlaubt, doch ebenfalls nur in Maßen.“

Das erste Treffen

Don't: Klar, irgendwann möchte man seinen Flirt auch persönlich treffen – doch wo? Laut Herkert passieren schon bei der Wahl des Ortes oft die ersten Fehler. „Die eigene Wohnung ist natürlich tabu. Aber schnell sind Kino, ein Ausflug oder gleich ein Abendessen vereinbart.“ Das sind jedoch alles Treffen, die grundsätzlich eine festgelegte Dauer haben – so ist man schnell „gefangen“, wenn einem der Flirtpartner doch nicht gefällt.

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„Um das Ganze unverfänglich zu gestalten, bietet sich ein Café, eine Bar oder vielleicht das Gassigehen mit dem Hund an“, sagt der Experte. Wenn es gut läuft, kann man dann vom Café direkt ins Restaurant weiterziehen. Ein weiteres No-Go: Nur über sich selbst reden. „Sei es aus Überzeugung oder aus Nervosität – es wird schnell zum Abtörner.“ Besser ist es, sich zurückzunehmen, zuzuhören und ernsthaft interessiert Fragen zu stellen.

Wer sich draußen trifft, erlebt eine unverfängliche Atmosphäre – gefällt man sich, kann man immer noch ins Restaurant. © Quelle: StockSnap/Pixabay

Do: Die größte Angst von vielen: Was ist, wenn mir der Gesprächsstoff ausgeht? „Hier hilft es, an die Themen der Chats anzuknüpfen. Wenn der Flirt etwa online berichtet hat, er habe auf der Arbeit eine wichtige Aufgabe zu bewältigen, kann die Frage zu diesem Thema einen Gesprächseinstieg bieten“, rät Herkert.

Generell muss man aufmerksam sein; seichtere Themen verringern natürlich die Gefahr, den anderen auf schlechte Gedanken zu bringen – andererseits schweißt seelischer Beistand auch zusammen. Wenn man sich sympathisch ist, läuft das Gespräch von ganz alleine und die Themen werden nie ausgehen.

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