Offene Beziehung: „Ich versuche, nicht mehr als drei Affären gleichzeitig zu haben“

  • Mara ist 32 Jahre alt und hatte schon einige mehrjährige und exklusive Beziehungen.
  • Doch ihr aktuelles Leben sieht anders aus: Weil sie ein sehr sexueller Mensch sei, könne sie sich in offenen Beziehungen besser ausleben, sagt Mara.
  • Mit Beziehungsunfähigkeit habe diese Art zu leben aber nichts zu tun. Ein Protokoll.
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Ich habe seit vielen Jahren eine Langzeitaffäre mit einem sehr guten Freund. Ich mag diesen Mann sehr, aber ich bin nicht verliebt in ihn. Und er ist auch nicht verliebt in mich. Trotzdem kann es sein, dass wir nach einer Verabredung miteinander schlafen, wenn wir Lust aufeinander haben. Aber das ist kein Muss. Es gibt aber auch Männer in meinem Leben, bei denen ist klar, dass wir uns nur treffen, um Sex zu haben.

Ich weiß, dass meine Art zu leben, nicht dem herkömmlichen Modell entspricht. Aber im Moment passt diese Art am besten zu meinem Leben. Ich hatte auch schon längere feste Beziehungen, die letzte dauerte 5 Jahre. Allerdings haben wir nicht zusammen gelebt und uns auch viele Freiheiten gelassen. Die brauche ich sehr. Ich finde es spannend, eine offene Beziehung zu leben, weil ich ein sehr sexueller Mensch bin. Ich mag den Reiz und das Entdecken des Unbekannten. Und das hat nicht nur etwas mit Sex zu tun. Mir ist auch der geistige Austausch wichtig.

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Natürlicher Umgang mit Sexualität

Viele unterstellen mir, dass ich nicht beziehungsfähig bin, mich nicht auf andere einlassen kann oder nichts von mir preisgeben will. Das stimmt so nicht. Ich setze mich viel mit mir selbst auseinander, vielleicht sogar mehr als ich es in einer Beziehung tun könnte, weil man da doch oft seine eigenen Probleme eher auf den anderen abwälzt. Das mache ich nicht. Und ich investiere auch viel in meine Langzeitaffären, gebe Tiefe und Gefühl von mir hinein, genieße diese Tiefe und Freundschaft. Ich mag aber auch die Unverbindlichkeit, meine Entscheidungsfreiheit zu tun, was ich mag.

Ich versuche, parallel nicht mehr als drei Affären zu haben, sonst wird es oft zu kompliziert. Ich will mich nicht selbst verlieren. Ich will nichts mit Sex kompensieren, das ist zu kurz gedacht und bringt nichts. Ich habe einen sehr natürlichen Umgang mit meiner Sexualität und meinem Körper, bin mit drei Schwestern und einer sehr liberalen Mutter aufgewachsen. Ich kann mir auch gut vorstellen, wieder eine feste und exklusive Beziehung zu führen, aber es hat bisher einfach nicht gepasst.

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Es gab auch schon Pausen in meiner Langzeitaffäre als der Mann eine feste Beziehung hatte. Das war absolut in Ordnung für mich, das hat mich nicht verletzt. Im Moment bin ich total glücklich, wie ich lebe. Ich gebe mir selbst Halt genug, dafür brauche ich keinen anderen Menschen.

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RND/protokolliert von Stephanie Arndt