Müssen wirklich die Fetzen fliegen? So streiten Sie richtig

  • Streiten in einer Beziehung ist wichtig und normal.
  • Aber richtiges Streiten kann sogar glücklicher machen.
  • Der Psychologe John Gottman gibt Tipps, wie Paare richtig streiten.
Heidi Becker
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Hannover. Der US-amerikanische Psychologe John Gottman untersucht die Stabilität von Ehen und analysiert seit 40 Jahren Beziehungen. Gottman veröffentlicht seine Ergebnisse in Büchern und gibt so Ratschläge, wie sich Partnerschaften verbessern lassen. Der Psychologe erforscht etwa das Verhalten von Beziehungspartnern nach der sogenannten Honeymoon-Phase und gibt Tipps, wie man sich während eines Streits verhalten sollte.

1. Wenn Sie Hilfe brauchen, suchen Sie diese frühzeitig

Laut den Forschungsergebnissen von Gottman wartet das Durchschnittspaar sechs Jahre, wenn in der Beziehung etwas schiefläuft, bevor es sich Hilfe sucht. Statistisch gesehen werden die meisten Ehen innerhalb der ersten sieben Jahre geschieden – viele Ehepaare leben also sehr lange unglücklich zusammen, bevor sie sich Hilfe suchen. Wenn Sie also das Gefühl haben, in Ihrer Beziehung gibt es ein Problem, das sich nicht alleine lösen lässt, lassen Sie sich helfen – etwa in Form einer Eheberatung.

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2. Arbeiten Sie an sich selbst

So einleuchtend es auch ist: Die glücklichsten Paare sind schlicht die, die nett zueinander sind. 40 Jahre Forschung ergeben, dass es wirklich so einfach ist. Diese Paare versuchen, während eines Streits negative Gedanken zu vermeiden und ihrem Partner ihre Probleme respektvoll zu vermitteln. Dieses Verhalten während eines Konfliktes kann die ganze Partnerschaft in positive Bahnen lenken.

3. Versuchen Sie es mit einem weichen Gesprächseinstieg

Streitigkeiten eskalieren oft, weil einer der Partner mit einer verächtlichen Bemerkung in das Gespräch startet. Wenn Probleme höflich und ohne Schuldzuweisung hervorgebracht werden, kann der Konflikt sanfter besprochen werden und führt so eher zu einer Lösung. Gottman erklärt, dass oft schon der Ton des Gesprächseinstieges sich negativ oder positiv auf den kompletten Disput auswirken kann.

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4. Akzeptieren Sie den Einfluss Ihres Partners

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Auch wenn es wichtig ist, bei bestimmten Punkten der eigenen Meinung treu zu bleiben, macht es eine Ehe laut Gottman glücklicher, wenn öfter Kompromisse gefunden werden. Beide Partner sind allerdings glücklicher mit den Kompromissen, bei denen sich niemand verbiegen muss. Manche Männer scheinen öfter ein Problem damit zu haben, die Meinung ihrer Frau anzunehmen oder ihren eigenen Standpunkt der Partnerin zuliebe zu ändern. Diese Männer leben laut den Forschungsergebnissen in wackligeren Ehen als die Männer, die öfter den Einfluss ihrer Frau akzeptieren.

5. Bestehen Sie auf hohe Standards

Glückliche Paare haben hohe Standards für den Umgang miteinander. Die glücklichsten Paare sind diejenigen, die sich während eines Konfliktes mit ihren Äußerungen nicht verletzen. Die Paare, die schlechtes Verhalten in ihrer Beziehung – und gerade bei Konflikten – nicht dulden, sind langfristig glücklicher.

6. Auch mal eine Pause machen

Glückliche Paare beenden einen Streit, bevor er außer Kontrolle gerät. Zu verdeutlichen, dass man auf der gleichen Seite steht und die gleiche Basis hat, kann einem Streit die Schärfe nehmen und eher zu einem positiven Ergebnis führen. Gottman empfiehlt außerdem, eine Pause zu machen, wenn ein Streit zu hitzig wird, und das Thema erst wieder aufzunehmen, wenn man sich etwas beruhigt hat.

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7. Konzentrieren Sie sich auf das Positive

Selbst während eines Konflikts kann man positive Aspekte hervorbringen. Anstatt etwa zu sagen, das man nie etwas Lustiges zusammen erlebt, kann man sagen, dass man es gut findet, dass man viel zusammen lacht, dass man sich aber auch freuen würde, wenn man mal wieder etwas zusammen unternehmen würde.

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