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Lebenskrise überwinden

Liebeskummer: Warum wir eine Trennung akzeptieren sollten

Liebeskummer überwinden: Was manchmal so unmöglich erscheint, kann mit ein paar (psychologischen) Tricks durchaus gut gelingen (Symbolbild).

Frau Klopsch, warum ist es so wichtig, eine Trennung zu akzeptieren?

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Liebeskummer kann sehr mächtig sein und uns in einen regelrechten Klammergriff nehmen. Wer eine Trennung mit viel Herzschmerz erlebt, kann sogar das Gefühl haben, dass nichts mehr Sinn macht. Wie man das in den Griff bekommt, lernen wir leider weder in der Schule noch in der Uni – sondern nur aus oft schmerzhafter Erfahrung. Aber Fakt ist: Einzig Akzeptanz ist der Weg heraus aus so einer Krise.

Also kann man eine Trennung mit einer Krise vergleichen?

Eine Trennung ist sogar eine sehr große Lebenskrise. Auch wenn man angesichts der aktuellen Lage in der Welt das Gefühl haben kann, dass die eigene Krise nicht so groß oder wichtig ist – sie ist es.

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Wie schafft man es, eine Trennung zu akzeptieren?

Das ist tatsächlich alles andere als einfach. Eine Krise zu akzeptieren, ist harte Arbeit, und je länger wir uns darin vergraben, umso länger dauert auch alles. Machen Sie sich klar: Ja, ich bin verlassen worden und ja, es tut verdammt weh. Und ich muss jetzt damit leben, dass er oder sie eine Entscheidung gegen mich und unsere Beziehung getroffen hat. Gestehen Sie sich zu, dass Sie sie sich gerade hilflos fühlen, dass Sie emotional an Ihre Grenzen gekommen sind. Durch die bewusste Entscheidung, Ihren Kummer anzunehmen, können Sie aus der Opferrolle herausgehen. Konzentrieren Sie sich bewusst auf Ihre Möglichkeiten, nicht auf die Hindernisse. Die Akzeptanz Ihrer Lebenssituation ist die Voraussetzung dafür, dass sich Ihr Blick weiten kann.

Heike Klopsch ist Beziehungs- und Trennungscoachin in Hamburg.

Heike Klopsch ist Beziehungs- und Trennungscoachin in Hamburg.

Was lernt man aus so einer Krise?

Auch wenn es vielleicht absurd klingt: Jede Lebenskrise ist eine Chance, denn sie bietet die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit sich selbst. Man sollte sich einmal den Fragen stellen, wer man ohne den anderen ist, was einen ausmacht oder was dem Leben jenseits der Partnerschaft einen Sinn gibt. Viele meiner Klientinnen und Klienten in meiner Herzkümmerei finden auf ihrem Weg durch die Krise ganz neue und oft überraschende Antworten. Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass eine Lebenskrise oft auch eine Sinnkrise ist. Viele meiner Liebeskummerklientinnen und -klienten sagen in den Gesprächen, dass alles keinen Sinn mehr macht. Und tatsächlich lohnt es sich, dann auf die Sinnsuche zu gehen. In solch einer Krise nach einem Wundermittel für Heilung zu suchen, ist vermutlich vergeblich. Das Glück ist in einer Trennungsphase weit entfernt und die aktuelle Lebenssituation viel zu komplex, um auf die Schnelle wieder glücklich zu werden. Aber in diesem Prozess auf Sinnsuche zu gehen, das kann tatsächlich lohnend und auch heilend sein. Unser Leben mit Sinn zu füllen, kann uns aus einer Lebenskrise führen.

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Aber wie kann man sein Leben mit Sinn füllen?

Ich hatte vor Kurzem eine Klientin, die in der schmerzhaften Trennungsphase angefangen hat, sterbende Menschen zu begleiten. Diese Arbeit gab ihrem Leben einen völlig neuen Sinn. Anderen Menschen in einer Situation zu helfen, in der man eigentlich selber Hilfe braucht – das kann ein Schlüssel für das eigene Elend sein. Meine Klientin bekam sehr viel Dankbarkeit von den sterbenden Menschen. Und, um dieser Frage gleich zuvorzukommen: Nein, glücklich ist sie nicht, aber zufrieden. Ich finde, sie ist auf ihrem Weg schon sehr weit gekommen!

Tipps von Heike Klopsch, um nach einer Trennung wieder glücklich zu werden:

Das Glückstagebuch

Ein einfacher, aber sehr wirksamer Tipp aus der positiven Psychologie ist das Glückstagebuch.

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Und so geht es: Besorge dir ein hübsches Notizbuch und nimm dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit, um über deinen zurückliegenden Tag nachzudenken. Notiere dir nun drei Dinge, die besonders positiv oder schön waren und schreibe auf, was du dazu beigetragen hast.

Die Dinge müssen dabei nicht groß oder außergewöhnlich sein. Es können auch kleine Erlebnisse sein, zum Beispiel ein schöner Spaziergang, den du gemacht hast oder eine Nachricht, die dir eine liebe Freundin oder ein Freund geschickt hat. Frage dich dabei, was dein Anteil an diesem positiven Moment ist. Die schöne Nachricht deines Freundes, bzw. deiner Freundin kam vielleicht, weil du viel zu einer guten Freundschaft beiträgst. Indem du dir bewusst machst, was du zu diesen positiven Momenten beigetragen hast, stärkst du deine Selbstwirksamkeit.

Meditation

Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die Lust haben, Meditation auszuprobieren. Medi­ta­tion schult die Fähig­keit, mit der Auf­merk­sam­keit voll und ganz im gegen­wär­ti­gen Moment zu sein. In diesem Zustand fällt es leich­ter, die eige­nen Bedürf­nisse wahr­zu­neh­men, ganz in seinem Körper anzu­kom­men und sich der eige­nen Gefühls­lage bewusst zu werden.

Ressourcenarbeit

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Menschen, die verlassen worden sind, schauen auf das, was sie nicht haben. Nun ist es wichtig, sich darauf zu konzentrieren, was man in meinem Leben noch hat. Ich arbeite mit dem Fünf-Säulen-Modell. Welche Ressourcen habe ich in den Bereichen „Arbeit und Leistung“, „Geld“, „soziales Netzwerk und Beziehungen“, „Körper und Gesundheit“, „innere Haltung (Wert, Sinn)“?

Den Blick auf das zu haben, was mich stärkt, ist energetisierend. Diese Arbeit stärkt die Zuversicht, Resilienz, innere Autonomie und fördert Selbstbestimmung. Oft kann man dann feststellen, dass man ein „reiches“ Leben hat und viel Kraft aus dem beziehen kann, was man bereits hat.

Heike Klopsch und ihr Beratungsangebot sind zu erreichen unter www.herzkuemmerei.de.

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