Liebe in Corona-Zeiten: Fünf wunderschöne Lovestorys der Krise

  • In Zeiten von Corona sind herzerwärmende Liebesgeschichten Balsam für die Seele.
  • Von einer Drohne mit Handynummer in New York bis zu einem Date aufgrund von Toilettenpapier-Mangel in Japan.
  • Hier sind fünf der wohl schönsten Lovestorys der Corona-Krise.
David Sander
|
Anzeige
Anzeige

Die Corona-Krise mag das öffentliche Leben nahezu gänzlich stilllegen – doch die schier unendliche Kraft der Liebe wird durch das Virus nicht gebändigt. Das beweisen zahlreiche Liebesgeschichten, die ohne das Coronavirus so wahrscheinlich nie stattgefunden hätten.

Wir erzählen unter anderem von einem jungen Paar aus Dresden, das durch ein geschlossenes Studentenwohnheim in Peking zueinander fand bis zu einer Japanerin, die großzügig ihr Toilettenpapier teilte und dadurch eine Einladung zum Essen bekam – eine romantische Reise um die Welt voller Liebesgeschichten.

USA: Tori & Jeremy – Handynummer per Drohne

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die erste Geschichte stammt aus New York, USA und kommt bereits mit extrem hohem Romantikfaktor daher. Der Fotograf Jeremy Cohen muss wegen der Corona-Krise, wie so viele Menschen, zu Hause bleiben. Er startet ein Projekt, bei dem er von seinem Balkon aus Menschen fotografiert, die sich auf ihren Dächern in New York die Zeit vertreiben – einige machen Yoga, andere trinken Wein. Und dann gibt es da noch die 23-jährige Tori Cignarella. Jeremy entdeckt sie durch seine Kamera, sie tanzt und erobert sofort das Herz des Fotografen. Auf seinem Instagram-Account dokumentiert Jeremy, wie trotz Social Distancing ein Kennenlernen möglich ist.

Schritt 1: Einfach rüber gehen und nach der Nummer fragen? Aktuell unmöglich. So kommt der 28-Jährige auf die Idee, seine Drohne zu benutzen. Kurzerhand schreibt er seine Handynummer auf einen Zettel, den er auf die Drohne klebt, mit den Worten: “Schreib mir.” Und tatsächlich: Tori reagiert auf die lustige Aktion und schreibt Jeremy: “Hi, hier ist das Mädchen vom Dach.”

Anzeige

Schritt 2: Die beiden tauschen einige Nachrichten aus und Jeremy traut sich nach einem Date zu fragen: “Möchtest du mit mir essen gehen?” Tori antwortet: “Klar, aber wie und wo? Wir sind doch in Quarantäne.” Dass der junge Fotograf kreativ ist, hat er bereits unter Beweis gestellt. So findet er auch für dieses Problem eine Lösung: Auf seinem Balkon steht ein gedeckter Tisch – gegenüber auf Toris Dach ebenfalls. Verbunden durch einen Videochat dinieren beide gemeinsam und amüsieren sich prächtig.

Anzeige

Schritt 3: Es wird Zeit für ein richtiges Date, findet Jeremy. Doch die Abstandsregeln gelten immer noch, so muss wieder eine verrückte Idee her. Deshalb besorgt sich der 28-Jährige eine große, aufblasbare Plastik-Kugel, in der er während des gesamten Dates herumläuft. “Nur, weil wir physischen Abstand halten müssen, heißt das nicht, dass wir uns nicht nah sein dürfen,” meint Jeremy im Video auf Instagram. Selbst die Polizei nutzt die Gelegenheit, um mit dem außergewöhnlichen Paar ein Foto aufzunehmen.

Schritt 4: Mittlerweile hat die rührende Geschichte von Tori und Jeremy zig Anhänger im Netz gefunden. Und wie es scheint, gehen Jeremy die Ideen nicht aus. Inspiriert von einem Follower, organisiert er ein Social Distancing Konzert auf den Dächern. Als Tori zufällig auch auf ihr Dach steigt, sorgt Jeremy dafür, dass ihr Name von den Musikern gesungen wird. Damit hat sie nicht gerechnet.

Schritt 5: Für Toris Geburtstag hat sich Jeremy etwas ganz Besonderes ausgedacht. Er hat extra für sie einen kleinen Tanz einstudiert, welchen er vor ihrem Fenster darbietet. Dann die Überraschung: Der Fotograf schickt Tori ein Video, in dem ihr die kanadische Sängerin “Lights” höchstpersönlich gratuliert – sie ist Toris Lieblingsmusikerin. Als wäre das nicht schon alles, gibt es noch einen Cupcake auf dem Dach – die Kerze wird von der Drohne geliefert.

Anzeige

Jeremy Cohen hat über 420.000 Abonnenten auf Instagram – die und viele weitere Fans warten jetzt sehnsüchtig auf das nächste Video zu dieser ungewöhnlichen, romantischen Liebesgeschichte.

Deutschland: Yolanda & Gregor – Liebe statt Urlaub

Die zweite Lovestory, die ohne Corona wohl nie stattgefunden hätte, kommt aus Dresden, Deutschland. Sie beginnt Anfang Februar, wie die “Dresdner Neueste Nachrichten” berichten: Yolanda fliegt nach Dresden, um ihre Schwester zu besuchen – geplant waren zwei Wochen. Die junge Medizinstudentin ist in der Stadt an der Elbe aufgewachsen, aber bereits vor vielen Jahren mit ihren Eltern nach Peking gezogen. Dann kommt die Nachricht: In der chinesischen Metropole gilt bereits der Ausnahmezustand, Yolandas Uni wird geschlossen und auch das Studentenwohnheim macht dicht.

Die 20-Jährige entschließt sich, vorerst in Dresden zu bleiben. Vor Langeweile beginnt sie mit dem Onlinedating. Ein Gregor schreibt: “Yo Landa, was geht?” Ein mieser Anmachspruch, würden böse Zungen behaupten, doch Yolanda findet es witzig und kontert ebenfalls mit einem ähnlichen Spruch. Beide finden sich auf Anhieb sympathisch und bereits nach dem zweiten Date in der realen Welt verbringt Yolanda gleich eine ganze Woche bei Gregor.

Anzeige
Seit fast drei Monaten gehen Yolanda und Gregor gemeinsam durchs Leben. © Quelle: Anja Schneider

Die Chemie zwischen den beiden Turteltauben scheint zu stimmen, auch wenn Yolanda erst verschwieg, dass sie eigentlich in Peking wohnt. Gregor nahm es gelassen hin und mittlerweile plant Yolanda, ihr Studium in Dresden fortzusetzen. So ist sie nah bei ihrer Schwester und natürlich nah bei Gregor. Und wie es sich für frisch Verliebte gehört, verbringen sie die meiste Zeit im Bett, schauen Filme und essen gemeinsam. Quarantäne kann eben auch schön sein.

Coronavirus: Immer informiert
Abonnieren Sie Updates für das Thema "Coronavirus" und wir benachrichtigen Sie bei neuen Entwicklungen

Italien: Sandra & Giancarlo – Goldene Hochzeit trotz Corona

Die dritte Liebesgeschichte handelt weniger von frisch Verliebten, vielmehr von einem gestanden Ehepaar, das wohl weiß, was Liebe bedeutet. Laut der britischen Zeitung “Metro” haben Sandra (71) und ihr Mann Giancarlo (73) auf der Intensivstation in einem Krankenhaus in Fermo, Italien ihre goldene Hochzeit gefeiert. Dabei beginnt die Story dramatisch: Beide Senioren infizieren sich mit dem Coronavirus – nie hätten sie geglaubt, dass sie ihren fünfzigsten Hochzeitstag trotz Krankenhausaufenthalt gemeinsam feiern könnten.

Doch genau dafür sorgt die Krankenschwester Roberta Ferretti. “Sandra weinte viel, sie machte sich Sorgen um ihren Ehemann. Er erzählte mir, wie sehr er sie nach so vielen Jahren immer noch liebt. Als ich herausfand, dass es ihr Jubiläum war, dachte ich, sie müssten es feiern”, erzählt Ferretti laut Metro den lokalen Medien. So organisiert sie eine 10-minütige Party auf der Intensivstation mit dem medizinischen Personal – natürlich in voller Schutzausrüstung. Das Paar kann während des kurzen Treffens sogar nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Händchen halten.

Das Jubiläumspaar soll laut lokaler Medien mittlerweile nicht mehr auf der Intensivstationen sein, sie werden wohl bald gemeinsam entlassen.

Japan: Shiho & der Fremde – Dank Klopapier zum Date

Garantiert kein Griff ins Klo: Die vierte Lovestory hat sich irgendwo in Japan zugetragen und ihr liegt der wohl begehrteste Supermarkt-Artikel zugrunde: Toilettenpapier. Denn auch in Japan ist das kostbare Gut Mangelware, weil ängstliche Käufer mehr Rollen als nötig horten. Dass daraus sogar eine romantische Geschichte entstehen kann, zeigt ein Bericht des japanischen Nachrichten-Blogs “SoraNews24”.

Über Twitter berichtet Shiho von ihrem Erlebnis. Sie ist gerade fertig mit dem Einkauf und steht an der Kasse zum Bezahlen, da hört sie, wie ein Verkäufer einem männlichen Kunden mitteilt, dass es kein Toilettenpapier mehr gäbe. Shiho realisiert, dass sie wohl gerade die letzte Packung gekauft hat. Bevor der enttäuschte Mann den Supermarkt wieder verlässt, bietet sie ihm kurzerhand zwei Rollen Toilettenpapier aus ihrer Packung an.

Dieser ist völlig von der Rolle, nimmt aber dankend an. Shiho erklärt, dass sie ihm auch noch mehr Rollen geben könne, schließlich sei sie alleine und brauche nicht so viele. Daraufhin erwidert der Fremde, dass ihm zwei Rollen genügten, weil er ebenso alleine sei – beide sind also Single. Nach kurzer Unterhaltung bekommt der Unbekannte nicht nur Klopapier, sondern auch noch die Handynummer von Shiho.

Toilettenpapier spielt eine Hauptrolle in der Love-Story von Shiho. © Quelle: Alexas_Fotos/Pixabay

Es dauert nicht lange, da erhält die Japanerin eine Nachricht von ihrer Supermarkt-Bekanntschaft: “Danke, dass du mich aufgehalten hast. Du hast mich wirklich gerettet. Ich möchte meine Dankbarkeit zeigen – hättest du mal Lust, zusammen essen zu gehen?” Durch Toilettenpapiermangel zum Date? Shiho kann ihr Glück kaum fassen. Hoffentlich hält die Beziehung länger als eine Rolle Klopapier.

Hongkong/Niederlande/Großbritannien: Carmen & Rory – Quarantäne zum Kennenlernen

Die fünfte Liebesgeschichte kommt aktuell aus Hongkong, China – handelt aber von der Niederländerin Carmen Adaja und dem Briten Rory Boggon. Ursprünglich beginnt die Story sogar in Kambodscha. Hier reisen die beide 23-Jährigen unabhängig voneinander durchs Land und treffen das erste Mal aufeinander, wie die BBC berichtet. Getrennt voneinander führt es beide nach Hongkong, als diverse Orte in der Region begannen, die Grenzen zu schließen.

Die Eltern von Rory hatten bereits ein Hotelzimmer in der Stadt gebucht und bezahlt – für einen Urlaub, den sie wegen der Corona-Krise absagen mussten. Kurz vor der Einführung einer 14-tägigen Quarantänezeit für Touristen in Hongkong kommt Rory an, Carmen landet einen Tag später. Sie treffen sich zufällig wieder und beschließen, die zwei Wochen gemeinsam in einem Hotelzimmer auszuharren – obwohl sie zuvor gerade einmal sechs Tage zusammen verbracht hatten.

Carmen und Rory können sich während zwei Wochen gemeinsamer Quarantäne in Hongkong gut kennenlernen. © Quelle: Marci Marc/Pixabay

Wohl keine schlechte Idee, wie sich herausstellt. “Zuerst hatten wir ein bisschen Angst, dass es uns vielleicht nicht gefallen würden”, sagt Carmen der BBC. “Aber wir haben eine gute Verbindung.” Auch Rory meint, dass die Gefühle im Moment ziemlich stark seien. Aber sie seien auch realistisch, wenn sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren, würde es schwierig werden. Dennoch zeigt die Geschichte, dass man die Liebe auf wundersame Weise manchmal erst am anderen Ende der Welt entdeckt – und trotz Corona-Krise.




  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen