Umfrage zeigt: So wahrscheinlich ist die Liebe auf den ersten Blick

  • Wie hoch ist die Wahrschein­lichkeit, an der Wursttheke jemandem zu verfallen, den man gar nicht kennt? Seit jeher scheiden sich die Geister bei dieser Frage.
  • Einen allgemeinen Konsens gibt es bis heute nicht: Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Datingportals Once.
  • Demnach glaubt etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden noch an Liebe auf den ersten Blick.
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Shakespeare widmete ihr warme Zeilen, die Beatles besangen sie, und Disney schenkte ihr in etlichen Dramen die heimliche Hauptrolle. Die Liebe auf den ersten Blick ist umstritten, für viele – nicht zuletzt durch besagte Auftritte in Film und Fernsehen – aber immer noch erstrebenswert: Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Slow-Dating-Portals Once, an der 2197 Singles beteiligt waren. Demnach glaubt mehr als die Hälfte der Probandinnen und Probanden, also 57 Prozent, noch an die überwältigenden Gefühle im ersten Augenblick. 16 Prozent wünschen sich dieses Szenario für ihr Leben und suchen aktiv danach. Lediglich 12 Prozent der Befragten geben gegenüber Once an, das Schock­verliebt­sein für einen Mythos zu halten.

Allerdings: Der Auswertung nach gehen Theorie und Praxis hier weit auseinander. Nur fast ein Drittel der Teilneh­menden hat die Liebe auf den ersten Blick demnach tatsächlich schon mal erlebt.

Dass Liebe auf den ersten Blick eine Basis für eine ernsthafte Beziehung ist, ist umstritten

Das Verliebtsein beschreiben die Proban­dinnen und Probanden weitest­gehend ähnlich: Für 63 Prozent ist es das Gedanken­karussell, das sich stets um das Subjekt der Begierde dreht. Für andere sind wesentliche Merkmale etwa nächtliche Schlaf­störungen oder die gesteigerte Mühe um das eigene Auftreten.

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Auseinander gehen die Meinungen der Teilnehmenden dagegen bei der Frage, ob daraus eine ernsthafte Beziehung entstehen kann. Rund 54 Prozent beantworten sie mit einem klaren „Ja“, für etwa 15 Prozent ist das Schock­verliebt­sein sogar eine Voraussetzung für eine stabile Partnerschaft. Andersherum sind 56 Prozent der Probandinnen und Probanden der Meinung, eine gesunde Beziehung sei so überhaupt nicht möglich – nicht zuletzt, weil die Liebe auf den ersten Blick für 7 Prozent von ihnen „einfach keine echte Liebe ist“.

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Doch nicht zuletzt spielt auch die eigene Anstrengung eine Rolle dabei, ob eine Partnerschaft auf Dauer hält: Gegenüber Once erklären drei Viertel der Befragten, sie bemühten sich bei einem neuen Partner oder einer neuen Partnerin darum, Möglichkeiten zu schaffen, um ihn oder sie regelmäßig zu sehen – doch nur knapp 5 Prozent würden dafür in eine andere Stadt ziehen. Noch schlechter stehen die Chancen der Auswertung nach für einen beziehungs­bedingten Umzug in ein neues Land: Er kommt nur für 3 Prozent infrage.

„Liebe auf den ersten Blick gibt es, aber nicht für jeden“

Woran also liegt es, dass die Wahrneh­mungen der Liebe auf den ersten Blick sich von Mensch zu Mensch so unterscheiden? Eine große Rolle spielt sicherlich, dass wir – zum Glück – nicht alle gleich sind. Einen weiteren Faktor nennt rund die Hälfte der Befragten: Für sie ist eine tiefgründige und schicksal­hafte Begegnung ein Mix aus sexueller und intellektueller oder auch charakterlicher Anziehung.

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Kurzum: „Liebe auf den ersten Blick gibt es, aber nicht für jeden“, sagt Psycho­analytikerin Fabienne Kraemer dem Portal Once. Klingt traurig, ist es der Expertin nach aber eigentlich nicht: Aus ihrer Sicht ist das Schock­verliebt­sein kein absolutes Symbol für den Erfolg einer Beziehung und somit auch nicht zwingend nötig. „Was vor allem zählt, ist das Gefühl der Leichtigkeit in der Beziehung, der sanften Evidenz, eine Form von Komfort: man selbst zu sein, kein Unbehagen zu haben, die gleiche Magie zu teilen, kurz gesagt, ein Gleichgewicht in den entstehenden Gefühlen.“

RND/jo

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