Keine Erfolgsgarantie: Wer Tinder nutzt, hat nicht zwingend mehr Dates

  • Das Motto der Dating-App Tinder kommt unkompliziert daher: „Matchen. Chatten. Daten.“
  • In der Praxis ergeben sich einer aktuellen Studie zufolge allerdings nur wenige Treffen.
  • Die Gründe dafür sind vielfältig.
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Hannover. Eine Handvoll Fotos und eine kurze Beschreibung entscheiden darüber, in welche Richtung Nutzer der Dating-App Tinder wischen. Wer nach links wischt, hat kein Interesse. Wer allerdings nach rechts wischt, hat die Chance, das virtuelle Gegenüber von sich zu überzeugen – vorausgesetzt der- oder diejenige hat den Daumen in dieselbe Richtung gelenkt.

Das Prinzip scheint ebenso simpel wie genial. Denn den Zahlen nach zu urteilen ist Tinder überaus erfolgreich. Nach eigenen Angaben hat die in über 190 Ländern verfügbare App zwei Milliarden Aufrufe täglich. Tatsächlich kommen hierbei einer aktuellen Studie, die im Fachjournal „Evolutionary Psychological Science“ veröffentlicht wurde, zufolge aber nur wenige Dates zustande.

Nur zwei von rund 100 Matches mündeten in Dates

Das Team von norwegischen Forschern um Trond Viggo Grøntvedt untersuchte den Dating-Erfolg von 269 Tinder-Nutzern. 62 Prozent von ihnen waren Frauen. Im Schnitt hatten die Probanden im Studienzeitraum etwas mehr als 100 Matches. Nur etwa zwei davon mündeten in Treffen. Männer hatten in der Regel noch weniger Glück als Frauen. Schlussendlich haben 80 Prozent der Teilnehmer gar keine sexuellen Abenteuer erlebt.

Flirten funktioniert per Chat wie im echten Leben

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es auf Tinder in der Regel zugeht wie im echten Leben. Wer flirttechnisch wenig bewandert ist, hat es auch per App nicht leicht, ein Treffen zu vereinbaren. Und wer sonst problemlos zu One-Night-Stands kommt, hat auch online Erfolg – falls unverfänglicher Sex das Ziel ist. Denn eine weitere Studie der Norwegian University of Science and Technology aus dem letzten Jahr zeigt: Frauen sind auf Tinder häufiger auf der Suche nach einer festen Beziehung und machen sich dementsprechend mehr Gedanken darüber, ob sie das virtuelle Gegenüber nach links oder rechts wischen.

Dating: Oftmals werden Männer von Frauen „geghostet“

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Oftmals kommt es zudem nicht zu einem Date, weil eine der beiden Parteien nach dem Match „geghostet“, also bewusst ignoriert, wird. Auch hier machen in der Regel Frauen den Herren der Schöpfung einen Strich durch die Rechnung. Das zeigt eine repräsentative Studie der Online-Partnervermittlung ElitePartner aus dem letzten Jahr. Demnach haben 36 Prozent der bis zu 29-jährigen weiblichen Singles schon einmal jemanden „geghostet“. Bei den Männern waren es nur 19 Prozent.

Dass die App dennoch so erfolgreich ist, könnte Psychologen zufolge am Swipe-Mechanismus liegen. Er könne sogar süchtig machen. Besonders Nutzer mit niedrigem Selbstbewusstsein seien gefährdet. Denn Tinder werde oft im Rausch genutzt – übrig bleibe danach aber ein Gefühl der Leere.

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