Im siebten Himmel: Wie Fiona im Flugzeug ihren Traummann getroffen hat

  • Statt Grundschullehrerin zu werden, wie ihre Eltern gehofft hatten, wird Fiona (28) zunächst Flugbegleiterin.
  • Schließlich bleibt sie in dem Beruf – die Suche nach dem Mann ihrer Träume rückt dabei in den Hintergrund.
  • Bis ein Zufall und eine Bordserviette ihr Leben verändern.
David Sander
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Fiona wollte die Welt bereisen, tolle Orte sehen und nette Menschen kennenlernen. Deshalb entschloss sie sich, als sie 20 war, Flugbegleiterin zu werden. “Nach dem Abi wollte ich frei sein. Ich hatte keine Lust, mich direkt ins Studium zu stürzen”, sagt sie. Für ihre Eltern war das damals ein kleiner Schock. Sie hatten gehofft, ihre Tochter würde ihren Traum, Grundschullehrerin zu werden, strebsamer verfolgen. “Sie waren besorgt, dass ich später zu alt für ein Studium wäre”, sagt die heute 28-Jährige, “aber ich plante eh nur, für zwei oder drei Jahre zu fliegen.”

Reisen um die Welt – statt Finden der wahren Liebe

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Auch wenn sie anfangs skeptisch waren: Fionas Eltern unterstützten ihren Berufswunsch. “Sie wussten, ich hätte es sowieso gemacht”, erzählt sie. Einen festen Freund hatte die junge Frau zu dem Zeitpunkt nicht. Und sie absolvierte einen Flug nach dem anderen. Kurzstrecke, Mittelstrecke, Langstrecke. “Ob Rio, Tokio oder Prag – ich durfte viel erleben.” Von ihren Freunden bekam sie oft scherzhaft zu hören, sie solle sich doch einen adretten Piloten angeln. “Tatsächlich sind Beziehungen unter Crewmitgliedern gar nicht unüblich”, sagt Fiona, “aber Affären in Hotels an Zielorten oder gar über den Wolken sind wirklich selten.”

In ihrer Zeit als Flugbegleiterin hatte Fiona eine ernsthaftere Beziehung zu einem Kollegen – ebenfalls Flugbegleiter. “Wir flogen ein paar Kurzstrecken zusammen”, erzählt Fiona, “da lernt man sich schnell kennen.” Doch die Beziehung hielt nur acht Monate. An ihrem 23. Geburtstag dachte Fiona darüber nach, ob sie aus dem Beruf aussteigen sollte. “Ich hatte fast vergessen, dass ich einmal andere Ziele hatte”, erinnert sie sich. Doch plötzlich war sie sich nicht mehr sicher, ob sie wirklich Grundschullehrerin werden wollte. “Meine ursprüngliche Entdeckerlust ist zur Leidenschaft am Beruf geworden. Ich wollte weiter fliegen und bei der Airline Karriere machen.”

Verliebt, verlobt, verheiratet – Fiona trifft den Mann ihres Lebens

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Eines Morgens sprang die junge Flugbegleiterin für eine Kollegin ein. “Hamburg – London, keine große Sache”, sagt Fiona. An Bord war auch Jonas, nicht als Crewmitglied, sondern als Passagier. Der 31-Jährige arbeitet für ein großes Energieunternehmen, pendelte oft zwischen Hamburg und London. “Er fiel mir schon beim Boarding auf”, erzählt Fiona, “es war Liebe auf den ersten Blick – woran ich bis dato nie glaubte.” Heute weiß sie, dass es dem damals 26-Jährigen ähnlich ging. Während des Flugs versuchte der junge Gentleman immer wieder, Blickkontakt aufzubauen. “Das war nicht so leicht bei 75 anderen Passagieren.”

Fiona hielt das erst mal nur für einen netten Flirt. “Als er in London das Flugzeug verließ, steckte er mir eine Bordserviette mit seiner Nummer zu”, sagt sie, “das fand ich irgendwie süß.” Es folgten diverse Treffen, und schließlich wurden die beiden ein Paar. Nach zwei Jahren dann der emotionale Höhenflug: Jonas hielt um Fionas Hand an – und das in zehn Kilometern Höhe. “Es sollte ein normaler Flug in den Urlaub werden”, erzählt Fiona. Ein Jahr später wurde Fionas und Jonas’ Sohn geboren. Nach zwei Jahren Flugpause plant sie nun ihre Rückkehr in den Beruf; dabei hat sie ein Ziel: “Ich möchte irgendwann mal zum Purser, also zum Chef des Kabinenpersonals, aufsteigen.” Und die skeptischen Eltern? “Die sind mächtig stolz auf alles, was ich erreicht habe”, sagt Fiona.

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