Gib Gummi: Worauf kommt es Frauen bei der Verhütung mit Kondomen an?

  • Das Kondom gilt als sicheres Verhütungsmittel – vor allem schützt es als einziges vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Eine Studie ergab, warum sich Frauen in manchen Situationen gegen Kondome entscheiden.
  • Während der Menstruation hingegen verzichten viele Frauen auf zuverlässigen Schutz - was besonders gefährlich ist.
Michèle Förster
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Kondome gelten nach wie vor als zuverlässiges Mittel zur Verhütung von Schwangerschaften und sexuell übertragbaren Krankheiten. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch von mehr ab, als einer konsequenten Anwendung: Männer und Frauen müssen sie auch richtig benutzen. Gerade bei der Konsequenz scheint es einige Schwachstellen zu geben, wie eine Studie des Kinsey Institute ergab.

Mit dem Ziel, eine große Lücke in der Safer-Sex-Forschung zu schließen, wurden dazu knapp 100.000 Frauen aus 200 Ländern befragt, wie oft sie sich mit ihrem Sexualpartner für die Nutzung von Kondomen entscheiden. „Dies ist die größte und international vielfältigste Studie, die die Auswirkung der Menstruation auf sexuelle Praktiken und den Gebrauch von Kondomen untersucht“, erklärt die an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin Stephanie Sanders.

Frauen entscheiden selbst über die Verwendung von Kondomen

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Das Kinsey Institute führte die groß angelegte internationale Erhebung im Auftrag der Zyklus-App Clue durch. Ziel der Studie war es, einen besseren Überblick über die Situationen zu erhalten, in denen Frauen mit Kondomen verhüten. Die erste Erkenntnis war, dass Frauen eine große Rolle bei der Entscheidung für oder gegen das Verhütungsmittel spielen. Rund drei Viertel der Frauen gaben an, die Entscheidung in der Regel gemeinsam mit ihrem Partner zu treffen.

Ein Fünftel der Befragten sagte, sich allein für die Verwendung eines Kondoms zu entscheiden. Nur in 5 Prozent der Fälle entschied der Partner darüber.

Während der Menstruation verhüten Frauen seltener

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Beim Sex außerhalb der Menstruation gaben 64 Prozent der Frauen an, regelmäßig Kondome zu verwenden. Während der Menstruation trifft das hingegen nur auf die Hälfte der Befragten (49 Prozent) zu. Als Grund dafür nannten 30 Prozent der Frauen, die während ihrer Periode kein Kondom benutzten, sich keine Sorgen um das Risiko einer Schwangerschaft oder sexuell übertragbare Infektionen zu machen.

Dass der Gebrauch von Kondomen während der Periode um 15 Prozent abnimmt, ist ein mit Besorgnis zu betrachtendes Ergebnis. Einige Untersuchungen gehen davon aus, dass das Risiko der Übertragung von Geschlechtskrankheiten während der Menstruation höher ist als sonst. Zudem ist es sehr wohl möglich, während der Periode schwanger zu werden – auch wenn das Risiko von Faktoren wie Zyklus, Alter und dem allgemeinem Gesundheitszustand abhängt.

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Männer haben Probleme mit der richtigen Handhabung

Doch eine Studie des Kinsey Institute aus dem Jahr 2002 offenbart, dass es beim Einsatz von Kondomen auch oft an der richtigen Verwendung scheitert. Knapp ein Drittel (30 Prozent) der 158 befragten männlichen Studenten gaben an, das Kondom verkehrt herum abgerollt zu haben. Immerhin 40 Prozent vergaßen, die Spitze des Kondoms beim Überziehen festzuhalten, was zum Platzen des Verhütungsmittels führen kann. Auch die heute als Stealthing bekannte Methode, bei der das Kondom während des Geschlechtsverkehrs abgezogen wird, praktizierten 15 Prozent der Männer.

60 Prozent der Befragten gaben an, sich vor dem Sex nicht mit ihrem Partner über die Verwendung eines Kondoms abzustimmen. Und obwohl immerhin 42 Prozent der Studienteilnehmer die lobenswerte Absicht hatten, beim Sex ein Kondom zu verwenden, scheiterte dieses Vorhaben leider daran, dass keines zur Hand war. In fast der Hälfte der Fälle, in denen die Herren ein Kondom benutzten (43 Prozent), zogen sie es sich leider erst nach dem Geschlechtsverkehr über.

Bei aller Tragikomik darf das Gefahrenpotenzial dabei nicht vergessen werden. Denn nur der korrekte Gebrauch eines Kondoms – während des Geschlechtsaktes – kann eine Schwangerschaft verhindern und vor der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten schützen.

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