Geld und Liebe: Die meisten Deutschen wollen über Finanzen des Partners Bescheid wissen

  • In den meisten Beziehungen besteht der Wunsch nach Transparenz in Sachen Finanzen.
  • Der Weg dahin ist aber meist lang, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.
  • Auch finanzielle Unabhängigkeit und Fürsorge sind den meisten demnach wichtig.
Alice Mecke
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Hannover. Geld – das Thema ist noch immer ein Tabu, selbst in Partnerschaften. Wer will wie viel über den Verdienst des Partners wissen und wann kommt das Thema zur Sprache? Zu Wünschen, Erwartungshaltungen und Erfahrungen rund um das Thema Geld in der Partnerschaft, hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Weltsparen, einer Plattform für Geldanlagen, über 2.000 Deutsche in einer repräsentativen Umfrage befragt.

Viele Befragte wollen demnach, dass der Kontostand kein wohlgehütetes Geheimnis des Partners ist. 85 Prozent der Deutschen ist Transparenz wichtig in einer Beziehung. Dem widersprechen 23 Prozent, die ihrem Partner gegenüber in finanziellen Dingen nicht alles Preis geben wollen.

Beim Zusammenziehen sprechen die meisten Paare erstmals offen

Doch bis in Partnerschaften die gewünschte Transparenz herrscht, ist es ein weiter Weg. Nur 4 Prozent der Deutschen unterhalten sich gleich beim ersten Rendezvous über Finanzthemen. Vor dem ersten gemeinsamen Urlaub bringt immerhin jeder Zehnte das Geldthema auf den Tisch.

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Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass gerade bei den jüngeren Befragten größerer Gesprächsbedarf besteht. So werden Finanzen bei acht Prozent der 18- bis 24-Jährigen beim ersten Date angesprochen, in der Altersgruppe ab 55 Jahren hingegen nur bei einem Prozent. So richtig ans Eingemachte geht es erst bei einem entscheidenden Schritt in Beziehungen: 29 Prozent sprechen beim Zusammenziehen über Finanzielles. Spätestens aber bei der Heirat (6 Prozent) oder bei der Familienplanung (5 Prozent) sprechen auch die letzten Paare zum ersten Mal über Geld.

Lange Partnerschaft gelingt durch gemeinsame Finanzplanung

Der Mehrheit (82 Prozent) der Befragten ist in der Partnerschaft außerdem finanzielle Unabhängigkeit wichtig – vor allem den Frauen ist es deutlich wichtiger (86 Prozent) als den Männern (77 Prozent). Ganze 76 Prozent sehen als Erfolgsfaktor für eine lange Partnerschaft außerdem eine gemeinsame Finanzplanung an. Neun von zehn Deutschen finden, dass sich Paare in Geldfragen immer einig sein sollten.

Finanzexpertin und Vice President Europe Katharina Lüth von Weltsparen sagt dazu: „Finanzangelegenheiten sind einer der größten Streitpunkte in Beziehungen. Unsere Studie zeigt: Reden ist Geld wert. Auch bei den Finanzen zahlt sich Kommunikation in Beziehungen aus.“

Finanzielle Fürsorge für Mehrheit entscheidend

Und, Hand aufs Herz, wie attraktiv macht Geld wirklich? Bei den rund 2000 Befragten spielt Reichtum eine nicht allzu große Rolle. So wünschen sich 15 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen, dass der Partner mehr verdient als sie selbst. Als Hindernis werden eher Schulden angesehen: Sechs von zehn Deutschen bevorzugen schuldenfreie Lebenspartner. Entscheidend ist für die Mehrheit (71 Prozent) eher die finanzielle Fürsorge, und dass Partner auch in Gelddingen füreinander und die Familie einstehen.

Das Thema Geld offen und behutsam ansprechen

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Damit das Thema Geld nicht irgendwann wie ein Damoklesschwert über dem Beziehungsglück schwebt, sei es wichtig, von Anfang an offen und ehrlich über seine Vorstellungen zu sprechen, rät etwa „Business Insider“. Hier sei ein behutsames Vorgehen entscheidend, da sich die Standpunkte durchaus unterscheiden können und das Thema Verdienst sensibel ist. Ein erster Schritt und etwas Romantisches könnte das Sparen auf gemeinsame Ziele sein – sei es der erste große Urlaub oder ein neues Sofa. So teilen Paare ein Vorhaben, das verbinde und beim Erreichen für Freude sorge.

Wenn Schulden vorhanden seien, sollten sie nicht verschwiegen und transparent angesprochen werden. Das sei auch durchaus ein Vertrauensbeweis, denn diese Offenheit vermeidet böse Überraschungen.

RND

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