Gar nicht smart: Wie das Handy für eine unglückliche Beziehung sorgen kann

  • Im Alltag sieht man oft Menschen, die sich mehr mit ihrem Handy als mit ihrem Partner beschäftigen.
  • Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass gerade diese Menschen oft unglücklich in ihrer Beziehung sind.
  • Aber: ein Miteinander im virtuellen Raum kann eine Beziehung auch stärken.
Heidi Becker
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Wie oft sieht man ein Paar, dass sich nicht miteinander beschäftigt, sondern nur mit dem Handy? Heutzutage kein seltener Anblick mehr. Erschreckend: Wissenschaftler untersuchen genau dieses Thema und haben herausgefunden, dass die Beziehung durch das Handy sogar kaputt gehen kann.

Geringes Selbstwertgefühl und Einsamkeit

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Laut einer Studie der University of Arizona ist eines klar: Wer sich zu viel mit seinem Handy beschäftigt, ist vermutlich in der Beziehung unglücklich. Problematisch: Der Autor der Studie Matthew A. Lapierre gibt zu, dass man nicht genau sagen kann, ob die Beziehungsprobleme durch das Handy kommen oder das Handy mehr benutzt wird, weil man Probleme in der Beziehung hat.

Fakt ist: Die Teilnehmer der Studie von Lapierre, die eine starke Abhängigkeit zu ihrem Handy beschreiben, haben ebenfalls angegeben, in ihrer Beziehung unglücklich zu sein. Schuld daran könnte sein, dass Menschen, die praktisch süchtig nach ihrem Smartphone sind, oft ein geringes Selbstwertgefühl haben und sich einsam fühlen.

Smartphone löst Evolutionsmechanismen aus

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Der Psychologieprofessor David Sbarra und andere Wissenschaftler der University of Arizona haben ebenfalls in einer Studie bestätigen können, dass die Problematik der Konkurrenz um Aufmerksamkeit eine ganz andere ist, als die, die etwa Zeitung oder Fernsehen auslösen würden. Durch das Smartphone würden ursprüngliche Teile des Gehirns, die mit tief verwurzelten Evolutionsmechanismen zusammenhängen, gereizt.

Demnach würden Smartphones und gerade der Zugang zu sozialen Medien und Netzwerken die Nähe imitieren, die wir früher brauchten, um unser Überleben zu garantieren – sei es als Teil einer Gruppe oder durch das Teilen von Informationen und Emotionen.

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Geteilte Aufmerksamkeit führt zu Konflikten

Sbarra beschreibt die Problematik damit, dass wir unsere Aufmerksamkeit teilen, wenn wir gleichzeitig am Smartphone sind und uns mit unserem Partner beschäftigen. Doch viele Aspekte einer Partnerschaft – wie etwa Intimität – erfordern die ungeteilte Aufmerksamkeit. Wenn man diesen Prozess nicht bemerkt und abstellt, können sich aus Konflikten Probleme entwickeln, die dann sogar zur Trennung führen können.

Aber deswegen muss man das Smartphone nicht sofort verbannen. Denn: Professor Sbarre hat ebenfalls herausgefunden, dass ein Miteinander im Internet eine Beziehung sogar stärken kann, wenn die Bindung auch im virtuellen Raum gepflegt wird. Also: Lieber den Partner markieren.