Frag Marie: Macherin des “Single Podcast” verrät, warum Dating nichts mit Schicksal zu tun hat

  • Der "Single Podcast" hat schon mehr als eine Million Downloads.
  • Hinter dem Erfolgs-Podcast steckt Marina Mernke, die sich in ihrem Podcast "Frag Marie" nennt.
  • Im RND-Interview hat sie erklärt, warum die Menschen so viele Tipps für die Partnersuche benötigen.
Josina Kelz
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Hamburg. Marina Mernke (35) aus Hamburg hat ihr ganzes Berufsleben dem Thema Partnersuche und Liebe gewidmet. Seit zwei Jahren macht sie einen Podcast namens “Single Podcast - Dein Weg in eine Beziehung” und nennt sich dort selbst “Frag Marie”. Mittlerweile gibt es schon mehr als eine Million Downloads und 87 Folgen. Im RND-Interview spricht sie darüber, warum so viele Menschen Hilfe brauchen, wenn es um Dating und Partnerschaft geht. Ist die komplizierte Liebe ein Problem unserer Zeit?

Im Januar 2018 haben Sie Ihre erste Podcast-Folge rausgebracht. Wie kam es dazu?

Vereinfacht gesagt: Ich war selber lange Single, habe gerne Podcasts gehört und hätte mir einfach einen Podcast zum Thema Partnersuche und Liebe gewünscht. Und: Als studierte Betriebswirtin habe ich da eine Marktlücke erkannt.

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In Ihrem Podcast geht es um die Tücken des Datings und die erfolgreiche Partnersuche. Wie erging es Ihnen als Single auf Partnersuche?

Ich war lange Single und wusste selbst nicht so richtig, warum. Ich dachte: Ich bin doch ganz okay – ich verstehe nicht, warum ich entweder keine oder nur die falschen Männer kennenlerne. Dann habe ich mich mit dieser Frage beschäftigt und gemerkt: Es liegt an mir. Meine Denkmuster hinderten mich an der erfolgreichen Partnersuche.

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“Ich kann meine Situation selbst ändern”

Welche Denkmuster waren das?

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Ein Beispiel: Wenn ich an einer Ampel gewartet habe und ein gut aussehender Mann daneben stand, habe ich ihn nicht angelächelt, sondern demonstrativ mein Smartphone rausgeholt und so getan, als sei ich beschäftigt. Lange Zeit später konnte ich reflektieren, dass das mit einem niedrigen Selbstwertgefühl zu tun hatte. So blockiert man einen potenziellen Partner.

Was haben Sie dann mit dieser Erkenntnis gemacht?

Es hat den Unterschied gemacht, zu begreifen: Ich kann meine Situation selbst ändern. Vorher habe ich gedacht: Das Schicksal hat halt entschieden, dass ich noch nicht dran bin und ich muss jetzt warten bis das Schicksal eben meint, dass ich dran bin. Als ich die Überzeugung dahingehend geändert habe, dass ich doch Einfluss auf mein Glück habe, war ich nicht mehr zu stoppen. Dann habe ich alle Studien und Lektüren zum Thema Liebe und Partnersuche gelesen. Und dann habe ich einen Partner gefunden.

Erfolgsgeheimnis? “Liebe ist die wichtigste Sache der Welt”

Mehr als eine Million Downloads und 87 Folgen später: Hätten Sie damit gerechnet, dass der Podcast so erfolgreich sein wird?

Als ich angefangen habe und mir andere Podcasts angeschaut haben, die eine Million Downloads haben, war das für mich so weit weg, als würde mir jemand sagen, ich werde in zehn Jahren Bundeskanzlerin. Und heute kann ich davon leben und habe sogar ein kleines Frag-Marie-Team.

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Was denken Sie, warum der Podcast so beliebt ist? Warum wollen so viele Menschen wissen, wie Liebe funktioniert?

Weil Liebe die wichtigste Sache der Welt ist. Und weil sich unsere heutige Generation erlaubt, sich selbst zu verwirklich – auch in der Liebe. Wir führen keine Versorgerehen mehr, sondern haben den Anspruch, eine echte Liebesbeziehung zu haben. Das bringt zwar viel Glück, hat die Sache aber auch verkompliziert. Zum Beispiel, in dem es teilweise viel zu hohe Ansprüche an einen potenziellen Partner gibt und eine endlos und fast unmöglich scheinende Suche. Die durch Hollywood geprägte Idealvorstellung der romantischen Liebe macht das auch nicht einfacher.

Neuer Podcast geplant

Seit einigen Wochen haben Sie noch einen neuen Podcast, den Podcast zum Verlieben. Stehen weitere Projekte an?

Ja, ein dritter Podcast. Meine zwei jetzigen Podcast beschäftigen sich vor allem mit dem Thema Partnersuche – mein dritter Podcast soll aber darüber hinaus gehen. Der Arbeitstitel ist “Inspiration to Go”. Ich stoße durch die ganzen Seminare, die ich besuche, auf so viele interessante Themen, die verschenkt wären, sie nicht als Podcast-Folge zu thematisieren. Ich habe zwar im Single-Podcast in der Vergangenheit auch immer öfter Themen über die Partnersuche hinaus behandelt, zum Beispiel Body Positivity – aber in dem neuen Podcast wäre so etwas dann besser aufgehoben.

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