Flirten mit Maske: Datingexperte Horst Wenzel verrät die besten Tipps

  • Flirten war schon vor der Corona-Pandemie eine anspruchsvolle Disziplin.
  • Wer in der Bar, auf der Tanzfläche oder auch im Supermarkt jemanden ansprechen möchte, muss nun auch noch mit der Maske zurechtkommen.
  • Doch Datingexperte Horst Wenzel betont, dass die Maske kein Hindernis sein muss – solange man auf eine saubere Rhetorik achtet und stilvoll mit der Situation umgeht.
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Für viele Singles ist die Corona-Pandemie eine einsame Zeit. Im Zuge der gesunkenen Inzidenzen dürfen sie sich aber zumindest nun auf mehr Möglichkeiten freuen, neue Leute kennenzulernen. Bars und Restaurants sind wieder geöffnet, und nach über einem Jahr Corona-Pause dürfen zumindest teilweise auch wieder die Clubs öffnen. Nach so einer langen Zeit mit nur wenigen Kontakten wird das Flirten vielen womöglich allerdings nicht so leicht von der Hand gehen. Und ein Faktor kommt noch erschwerend hinzu: die Maskenpflicht.

Wie will man schon flirten, wenn der Großteil des Gesichts bedeckt ist? Eine große Herausforderung, sagt auch Flirtcoach Horst Wenzel: „Das Problem an der Maske ist, dass sie einen großen Teil der Mimik frisst“, sagt der Experte von der Dating­schule Flirtuniversity. Doch das bedeute nicht, dass das Flirten mit Maske unmöglich ist. Im Gegenteil: Mit dem richtigen Umgang könne die Maske beim Flirten sogar ganz neue Möglichkeiten bieten.

Rhetorik, Mimik, Augenkontakt: Darauf kommt es beim Flirten mit Maske an

„Wir Menschen vermitteln Gefühle vor allem über zwei Merkmale: die Mimik und die Stimme“, sagt Wenzel. Wenn Mund, Nase und Wangen bedeckt sind, ist es jedoch schwierig zu erkennen, ob sich jemand beim Gespräch freut oder eher genervt ist. Das ist vor allem bei denjenigen der Fall, deren Mimik beim Flirten auch ohne Maske schon eher starr war.

Mit Maske sind daher vor allem zwei Faktoren entscheidend: „Noch nie zuvor waren eine sehr saubere Rhetorik und eine lebendige Mimik so wichtig wie jetzt“, sagt Wenzel. Der Experte rät zudem dazu, beim Flirten mit Maske stets positive Worte zu wählen – und beim Sprechen zu lächeln. Denn auch wenn das Gegenüber den Mund nicht sehen könne, höre sich die Stimme beim Lächeln fröhlicher und abwechslungsreicher an. Das alles in Kombination mit einer fröhlichen Körper­haltung wirke deutlich attraktiver auf Menschen. „Man muss mit der Maske vieles überzeichnen, um die gleiche Wirkung zu haben wie vorher“, betont Wenzel. Allerdings müssten Singles aufpassen, dabei nicht weniger authentisch zu sein.

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Beim Flirten ist zudem auch der Augenkontakt wichtig – das gilt umso mehr in Zeiten der Maskenpflicht. Denn unter der Maske sind die Augen so ziemlich das Einzige, das vom Gesicht noch bleibt. Jedoch fällt es vielen Menschen schwer, anderen während eines Gesprächs in die Augen zu schauen. „Eine gute Übung ist es, sich mit Maske vor den Spiegel zu stellen, etwas zu erzählen und dabei zu versuchen, den Augenkontakt zu halten“, empfiehlt Wenzel. Gelingt es dann noch, Leute nicht zu verkrampft anzustarren und etwas mit den Augenbrauen zu spielen, haben Männer und Frauen schon einmal eine der wichtigsten Grundregeln beim Flirten befolgt.

Charmant mit Situation umgehen – aber Anmachsprüche vermeiden

Auch wenn die Maske ein Störfaktor ist, kann sie beim Flirten auch einen gewissen Reiz haben, meint Wenzel: „Flirten mit Maske hat ein wenig Blind-Date-Charakter – das heißt, es erwartet einen eine Überraschung.“ So erhöht die Maske auch die Spannung, das Gesicht der Flirtpartnerin oder des Flirtpartners zu sehen. Wichtig ist dabei, geschickt mit der Situation umzugehen. „Bei einem Gespräch sollte man die Maske ruhig thematisieren – es hilft immer, kommunikative Störungen anzusprechen“, rät Wenzel. Mit charmanten Aussagen wie „Wie gern ich dich mal ohne Maske sehen würde“ oder „Ich wette, du lächelst mich gerade an“ könne man beim Flirten punkten.

Jedoch sollten Männer und Frauen unangenehme oder peinliche Sprüche vermeiden. „Anmachsprüche führen selten zum Erfolg. Viel wichtiger ist ein gutes Konstrukt, um Leute anzusprechen“, betont Wenzel. Oft helfe es, anfangs die Situation aufzugreifen und sich auf das zu beziehen, was die oder der andere macht. Denn gerade das wirke authentisch und freund­lich. Daraufhin könne gern auch ein Kompliment folgen, bevor man sich mit Namen vorstellt.

Datingexperte Wenzel: Reaktionen auf Flirtversuche in Corona-Pandemie „unfassbar gut“

Theorie und praktische Umsetzung klingen beim Flirten mit Maske anspruchsvoll – jedoch kann Wenzel von vielen Erfolgen bei seinen Kunden berichten. „Wir erleben ein Allzeithoch der Einsamkeit. Die Reaktionen von angesprochenen Frauen und Männern sind aktuell deshalb unfassbar gut – und gefühlt sogar besser als noch vor der Pandemie“, betont der Flirt­experte. Selbst bei durchwachsenen Flirtversuchen freuen sich Frauen und Männer über die Aufmerksamkeit und Komplimente, die sie seit dem Beginn der Pandemie nur selten erlebt haben. Gerade schüchterne Menschen können sogar von der Maske profitieren: „Ich habe schon erlebt, dass die Maske introvertierten Menschen auch eine gewisse Sicherheit geben kann“, sagt Wenzel.

Der Erfolg ist beim Flirten mit Maske trotz aller Vorbereitungen nicht immer garantiert. „Die Maske kann auch Unsicher­heiten kreieren – schließlich weiß ich nicht, ob ich gerade angelächelt oder böse angeschaut werde“, so der Experte. Das könne man oft nur ansatzweise anhand der Augen und Stimme erkennen. Für Brillenträger werde die Maske außerdem zur doppelten Belastung, weil die Brille dadurch leicht beschlagen kann.

Mit bunten Stoffmasken hat es noch besser geklappt

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Wenzel bedauert, dass die Masken im Laufe der Pandemie weniger vielseitig geworden sind. Denn seitdem im Januar medizinische Masken zur Pflicht wurden und Stoffmasken somit nicht mehr erlaubt waren, haben die Masken kaum noch individuelle Motive oder Farben. Was aus virologischer Sicht sinnvoll gewesen sei, habe dem Flirten geschadet, sagt Wenzel: „Mit Stoffmasken konnte man noch mehr über seine Persönlichkeit ausdrücken. Sie waren witzig, bunt und konnten die Aufmerksamkeit auf sich ziehen“, sagt er. Etwas aufwerten könne man jedoch auch die medizinische Maske – etwa mit Broschen oder auch Motiven, die man auf die Maske malt.

Was wir vom Flirten mit Maske lernen können

Wenzel betont, dass sich durch das Flirten mit Maske viele positive Erfahrungen in den Alltag nach der Pandemie über­tragen lassen können. „Ich kann mir vorstellen, dass wir durch das Flirten mit Maske langfristig deutlicher artikulieren und mehr auf nonverbale Signale achten“, sagt der Flirtcoach. Er rechne damit, dass Menschen nach der Krise das kompensieren wollen, was ihnen aktuell noch fehlt – darunter vor allem Kommunikation, Nähe und Geselligkeit. Wenzel hofft zudem, dass Menschen die durch das Flirten mit Maske erlernten kommunikativen Fähigkeiten beibehalten und dass die Wertschätzung von Komplimenten im Alltag auch nach der Pandemie bestehen bleibt.

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