Deutsche in Ost und West: In der Liebe vereint

  • 30 Jahre nach dem Mauerfall gibt es immer noch Vorurteile zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland.
  • Parship hat in einer Umfrage herausgefunden: Kleine Unterschiede gibt es tatsächlich immer noch.
  • So sind Ostdeutsche etwa heimatverbundener, Westdeutsche aber treuer.
Heidi Becker
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Pünktlich zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November hat die Onlinepartnervermittlung Parship die Ansichten zur Liebe in Ost- und Westdeutschland untersucht. Die Teilnehmer der Studie wurden zu den Themen Partnerschaft, Treue, Familie und Freunde befragt. Das Ergebnis: Vor allem bei den Ansichten zur Liebe gibt es viel Einigkeit in Ost und West.

Ostdeutsche ziehen ungern um

Die Ostdeutschen scheinen heimatverbundener zu sein, als die Westdeutschen: 61 Prozent der Letzteren würden für ihre Partnerschaft in eine andere Stadt umziehen – im Gegensatz dazu würden nur 49 Prozent der Ostdeutschen für die Liebe umziehen.

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Deutsche aus Ostdeutschland gehen anscheinend öfter fremd als die Westdeutschen – 39 Prozent der Ostdeutschen und 33 Prozent der Bewohner aus Westdeutschland waren nach eigenen Angaben schon einmal untreu.

... dass Bruce Springsteen noch zu DDR-Zeiten in Ost-Berlin auftrat? Die SED hielt den „Boss“ für antikapitalistisch genug, um ihn in der Radrennbahn Weißensee mit seiner E-Street-Band spielen zu lassen. 200 000 Zuschauer kamen 16 Monate vor dem Mauerfall zu diesem für viele unvergesslichen Konzert. Ab und an wird behauptet, dieser Auftritt habe geholfen, die Mauer einzureißen. Doch mit dem Ende der deutsch-deutschen Teilung wird musikalisch weniger Springsteen in Verbindung gebracht als Westernhagens „Freiheit“ und David Hasselhoffs „Looking for Freedom“.  @ Quelle: J.P.Gandul/EFE/dpa

Humor in der Beziehung ist allen wichtig

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Zum Teil haben von Westdeutsche und Ostdeutsche sehr ähnliche Ansichten. So haben ähnlich viele Westdeutsche und Ostdeutsche ihre Partner über den Freundeskreis oder auch online gefunden. Und auch was die Charaktereigenschaften von Partnern angeht, sind sich die Deutschen einig: Humor ist 89 Prozent der Westdeutschen und 88 Prozent der Ostdeutschen wichtig.

Der One-Night-Stand ist nichts für die Deutschen

Da soll noch mal jemand sagen, die Deutschen seien prüde: Fast 70 Prozent der Deutschen sagen aus, mit dem Thema Sex offen umzugehen. Aber nicht sofort, denn ebenfalls fast 70 Prozent geben an, den Anderen erst einmal besser kennenlernen zu wollen, bevor sie körperlich intim werden. Zu einem One-Night-Stand sind nach eigenen Aussagen sogar nur 11 Prozent der Westdeutschen und 14 Prozent der Ostdeutschen bereit.

Besonders wichtig ist den Deutschen die Familie. Für 83 Prozent im Westen und 82 Prozent im Osten steht das Familienleben an erster Stelle im Leben. Passend dazu: Heiraten will etwa die Hälfte aller Deutschen – nämlich 52 Prozent der Westdeutschen und 46 Prozent der Ostdeutschen.

Und was denkt Ost von West?

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall gibt es immer noch Vorurteile zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland, die sich hartnäckig halten. Westdeutsche werden etwa von immerhin 64 Prozent der Ostdeutschen als spießig und arrogant angesehen. Ostdeutsche dagegen sind für 57 Prozent der Westdeutschen besonders trinkfreudig und für 50 Prozent sehr freizügig.

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62 Prozent der Westdeutschen bezeichnen sich selbst übrigens als fleißig und pflichtbewusst, 54 Prozent als attraktiv und humorvoll. Und auch die Ostdeutschen halten ähnlich viel von sich selbst: 65 Prozent von ihnen halten sich für bescheiden und 64 Prozent denken, sie seien besonders feierfreudig.

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Mauerfall: Für diese Menschen hat sich einiges geändert
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Zum 30. Jahrestag der Maueröffnung werden alte Bilder rausgesucht und vier ehemalige DDR-Bürger erzählen von ihren Erfahrungen.  © dpa