Mehr Schein als Sein: Spiegeln Pärchenfotos im Netz die Realität?

  • Ob ein verliebter Blick, ein Kuss oder ein Lächeln, das bis über beide Ohren geht: Pärchenfotos sind in sozialen Netzwerken längst keine Seltenheit mehr.
  • Dabei ist das öffentliche Zelebrieren der Liebe oft mehr Schein als Sein.
  • Und Singles beneiden das vermeintliche Beziehungsglück weniger, als viele denken.
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Hannover. Aufreizende Selfies, hinter denen sich Essstörungen verbergen und glamouröse Partyfotos, mit denen ausgewachsene Alkoholprobleme überspielt werden: Dass der Kontrast zwischen Postings in sozialen Netzwerken und der Realität oftmals groß ist, ist längst kein Geheimnis mehr.

Im vergangenen Jahr wurden 9120 Probanden im Rahmen einer repräsentativen Studie der Online-Partnervermittlung ElitePartner zur medialen Inszenierung ihrer Partnerschaft befragt. Das Ergebnis: Zwei Drittel von ihnen, Männer und Frauen gleichermaßen, teilen ihr Beziehungsglück regelmäßig in sozialen Medien. Das gilt insbesondere für die unter 30-Jährigen. Von der älteren Generation wiederum, also den über 60-Jährigen, legen nur 59 Prozent Wert darauf, ihre Liebe nach außen zu tragen.

Singles sind unbeeindruckt von Pärchenbildern auf Instagram und Facebook

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Man könnte daher meinen, wer als Single durch soziale Netzwerke scrollt, fühlt sich wegen der aufwendig inszenierten Pärchenfotos einsam oder ist womöglich neidisch auf das Beziehungsglück. Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship unter 3757 Erwachsenen aber: Auf das Gefühlsleben von Alleinstehenden hat die öffentliche Zurschaustellung der Partnerschaft kaum Einfluss. Nur neun Prozent der Befragten gaben an, durch die Postings wehmütig zu werden.

Knapp ein Drittel der Befragten (31 Prozent) ist der Meinung, jeder könne in sozialen Netzwerken teilen, was er oder sie möchte. 16 Prozent gaben an, von den öffentlichen Liebesbekundungen genervt zu sein. Das Argument: Das eigene Glück müsse nicht jedem auf die Nase gebunden werden. Weitere 11 Prozent meinen, dass Pärchen ihre Liebe durchaus kundtun können, aber auf eine übertriebene Inszenierung verzichten sollten. Sie fordern mehr Abbilden von Realität innerhalb sozialer Netzwerke wie Instagram oder Facebook.

Ist die Darstellung der eigenen Beziehung wichtig?

Dass das gemeinsame Erscheinungsbild vielen Paaren wichtig ist, zeigt auch die vorangegangene Studie. Demnach legt jeder vierte Befragte Wert darauf, die Beziehung perfekt aussehen zu lassen, auch wenn es kriselt. Das gilt insbesondere für Männer. Von ihnen finden es 31 Prozent selbstverständlich, die Partnerschaft nach außen hin positiv darzustellen. Der Effekt: Unabhängig von der Beziehungsdauer hinterfragt jedes achte Paar die eigene Partnerschaft angesichts der idealisierten Fotos à la #couplegoals.

Eigene Privatsphäre hat für Singles einen hohen Stellenwert

Beim eigenen Liebesleben ist den meisten Singles ihre Privatsphäre heilig. Der Umfrage nach würden mehr als zwei Drittel keine Pärchenfotos in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Nur knapp jeder Fünfte ist bereit, das Beziehungsglück von Zeit zu Zeit mit Freunden und Followern zu teilen. Für sieben Prozent sollte die Veröffentlichung von privaten Fotos allerdings etwas Besonderes sein. Sie würden hierfür Anlässe wie Geburts- oder Jahrestage nutzen.

#couplegoals: Nicht mit anderen Paaren vergleichen

Paarberater Eric Hegmann erklärt: „Wenn man verliebt ist, möchte man dies häufig in die ganze Welt hinausschreien.“ Er rät Paaren allerdings dazu, sich nicht mit anderen zu vergleichen, wenn das eigene Liebesleben gerade nicht nach Plan verläuft. „Machen Sie sich in solchen Fällen bewusst, dass in den sozialen Medien eine verzerrte Realität dargestellt wird und auch bei diesen offensichtlichen Traumpaaren nicht alles rund läuft.“