Corona: So können Paare weiter sicheren Sex haben

  • Aktuell heißt es: Zu Hause bleiben, um Ansteckungen mit Covid-19 zu vermeiden.
  • Das bietet vor allem Paaren viel Raum für Zweisamkeit.
  • Dabei kann man auch in diesen Zeiten bedenkenlos Sex haben – wenn man ein paar Dinge beachtet.
David Sander
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Hannover. Corona und Sex. Zwei Wörter, die vermutlich erst seit Kurzem gemeinsam in einem Satz auftauchen. Doch für viele Paare stellen sich in Zeiten des Coronavirus so manche Fragen. Wenn wir schon zu Hause bleiben müssen, dürfen wir dann noch Sex haben? Welche Risiken sind mit Intimität in dieser Zeit verbunden?

Covid-19: Sexuell nicht übertragbar

Die gute Nachricht vorweg: Covid-19 ist grundsätzlich wohl sexuell nicht übertragbar. “Es gibt keine Hinweise darauf, dass Covid-19 entweder über den Vaginal- oder den Analverkehr übertragen werden kann”, sagt Carlos Rodríguez-Díaz von der Milken Institute School of Public Health der George Washington University gegenüber dem “Guardian”. Bekannt ist mittlerweile, dass sich das Virus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion überträgt. “Küssen ist jedoch eine sehr häufige Praxis beim Geschlechtsverkehr – und das Virus kann über Speichel übertragen werden. Daher kann das Virus durch Küssen übertragen werden”, so Rodríguez-Díaz weiter.

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Wer zusammenlebt, kann Sex haben

Sex an sich ist also unter bestimmten Umständen kein Problem – vorausgesetzt keiner der Partner hat Symptome oder ist an Covid-19 erkrankt. Das New Yorker Gesundheitsministerium hat einen Guide mit fünf Punkten für sicheren Sex veröffentlicht. Beim zweiten Punkt heißt es: “Du selbst bist dein sicherster Sexpartner.” Covid-19 wird nicht durch Masturbation verbreitet – natürlich sollten Hände sowie Sexspielzeug vorher und nachher gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Auch Sex mit dem im Haushalt lebenden Partner gilt als sicher. Vermeiden sollte man hingegen Sex mit neuen Partnern außerhalb des eigenen Haushalts – was im Rahmen der Maßnahme Social Distancing ohnehin logisch erscheint. Wer seine Sexpartner normalerweise online kennenlernt, sollte auf persönliche Treffen eine Weile verzichten und Videodates oder Sexting in Betracht ziehen.

Vorsichtsmaßnahmen beim Sex

Das New Yorker Gesundheitsministerium rät nicht generell vom Küssen beim Sex ab, mahnt aber auch, dass Covid-19 durch das Küssen übertragen werden kann, weshalb man niemanden küssen sollte, der nicht zu den engsten Kontakten gehört. Die Sexualpraktik Anilingus (auch “Rimming”, das Lecken des Afters) sollte unterlassen werden. Denn Wissenschaftler haben das Virus in Stuhlproben gefunden. Kondome könnten den Kontakt mit Speichel oder Kot beim Oral- oder Analsex verringern.

Was vor und nach dem Sex sowieso gilt, ist aktuell wichtiger denn je: Sich selbst, Hände sowie Sexspielzeug gründlich mit Wasser und Seife waschen. Auch empfiehlt das Ministerium, Tastaturen und Touchscreens zu desinfizieren, wenn man beispielsweise Pornos geschaut oder video-telefoniert hat.

Singles: Sexuelle Interaktion neu entdecken

Wer als Single bis hierhin gelesen hat, mag etwas frustriert sein. Niemand weiß, wie lange die Corona-Pandemie dauern wird – so müssen Singles eventuell Monate warten, bis sie wieder intim werden können. Rodríguez-Díaz rät: “Nutzen Sie diese paar Wochen, um Ihre Energie zu kanalisieren, sich selbst zu erkunden und vielleicht darüber nachzudenken, wonach Sie suchen. Es kann eine großartige Gelegenheit sein, andere Möglichkeiten der Interaktion mit neuen Sexualpartnern zu erkunden, die Sie online durch Sexting oder Videodates treffen können.”

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