An diesen zwölf Zeichen erkennen Sie eine giftige Beziehung

  • Manchmal muss man in einer Beziehung lernen, zu gehen, wenn es einem überhaupt nicht gut geht.
  • Toxische Beziehungen führen zu einer Abwärtsspirale, aus der man schwer wieder hinausfindet.
  • Eine giftige Partnerschaft erkennen Betroffene zum Beispiel an einem verminderten Selbstwertgefühl. Außerdem raten Familie und Freunde oft dazu, die Beziehung zu beenden.
Christian Hemschemeier
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Hamburg. Fakt ist: Der Beziehungsalltag ist nicht immer leicht. Bei giftigen oder toxischen Partnerschaften kommt es aber zu emotionalen Verletzungen, die über die Streitigkeiten einer „normalen“ Beziehung deutlich hinausgehen. Diese Beziehungen führen zu einer Abwärtsspirale, aus der man erstaunlich schwer wieder hinausfindet – und sie können sogar regelrecht krank machen. Diese Hinweise deuten laut Diplom-Psychologe und Paartherapeut Christian Hemschemeier auf eine toxische Beziehung hin:

  1. Der Selbstwert wird immer schwächer. Die Beziehung gibt einem keine Kraft. Stattdessen zweifelt man immer mehr an sich selbst, was paradoxerweise dazu führt, dass man sich noch schlechter trennen kann.
  2. Alle Freunde und die Familie raten vehement ab von der Beziehung, aber man selbst kann nicht wirklich sehen, was passiert. Es ist wie ein blinder Fleck.
  3. Die Beziehung beschäftigt einen obsessiv Tag und Nacht. Ständig denkt man über Gespräche nach und überlegt, was man anders machen könnte. Im Extremfall kann man kaum noch schlafen, essen, arbeiten.
  4. Egal was passiert, man bekommt immer die Schuld an allem. Praktisch nie bekommt man eine Entschuldigung, auch nicht in ganz klaren Fällen.
  5. Die Beziehung ist geprägt von extremen Hochs und Tiefs, starker emotionaler Kälte und dann heftigen, innigen und emotionalen Wiederversöhnungen. Die guten Zeiten werden aber immer weniger, die schlechten immer mehr.
  6. Es findet extreme Kontrolle statt. Das Handy wird kontrolliert, es wird bestimmt, wer getroffen werden darf, was angezogen wird, was gegessen wird, wie Geld ausgegeben wird und so weiter.
  7. Es finden regelmäßig verbale (oder sogar körperliche) Grenzübertritte statt. Persönliche Grenzen werden generell nicht eingehalten. Auch wenn man darum bittet, dass bestimmte verletzende Dinge nicht wieder passieren, geschieht dies doch in „schöner“ Regelmäßigkeit. Wenn man sich beschwert, bekommt man zusätzlich oft die Schuld dafür („Ich konnte ja nicht anders, weil du …“).
  8. Man wird immer mehr isoliert von Freunden, Bekannten und Familie. Entweder geschieht das direkt oder es passiert dadurch, dass andere die immer gleichen Geschichten nicht mehr hören können.
  9. Was man auch probiert, um die Beziehung zu verbessern – nichts nützt etwas. Man möchte gern „den Karren aus dem Dreck ziehen“, aber das geht allein nicht. Die Themen, über die diskutiert wird, sind immer gleich. Auch wenn scheinbar ein Punkt erschöpfend besprochen wurde, taucht er trotzdem wieder auf. Die Beziehung entwickelt sich nie weiter.
  10. Das gegenseitige Interesse scheint sehr ungleich verteilt. Real oder im übertragenen Sinne „zahlt man immer drauf“.
  11. Gespräche und Begebenheiten werden im Nachhinein ganz anders dargestellt.
  12. Man fühlt sich weniger wie ein einzigartiges, in sich wunderbares Wesen, sondern mehr wie ein Objekt, an dem leider noch gearbeitet werden muss, damit es gut genug ist. Insbesondere zeigt sich ein ständiges einseitiges Kritisieren von teilweise total alltäglichen Dingen, zum Beispiel der Kleidung oder dem Aussehen.

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Wie beenden Betroffene das Leid einer toxischen Beziehung?

Was macht man nun, wenn man feststellt, dass man in einer solchen Beziehung ist? Auf jeden Fall sollte man sich klarmachen, dass das auf Dauer alles andere als gesund ist, auch wenn man es noch „aushält“. Man kann sich ein Zeitlimit setzen und es in dieser Zeit noch einmal mit Gesprächen oder einer Paarberatung versuchen. Oft haben Betroffene aber schon zig Chancen gegeben. Am Ende bleibt deshalb oft nichts anderes übrig, als das Gelernte mitzunehmen und zu gehen.

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