„Yeah! Yeah! Yeah!“ - Die Toten Hosen im Beatles-Outfit

  • Es gibt in diesem Jahr auch noch ein neues Album der Toten Hosen.
  • Auf „Learning English Lesson 3“ frönen die Düsseldorfer um Sänger Campino dem Mersey Beat der frühen Sechzigerjahre.
  • Und im Schwarzweißvideo zu „Respectable“ inszenieren sie sich stilecht wie eine Band aus den frühen Sechzigerjahren.
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Die Toten Hosen kommen noch vor Weihnachten mit einem neuen Album auf den Markt. „Learning English Lesson 3: Mersey Beat! The Sound of Liverpool“ heißt die Platte, die am 13. November erscheint.

Und sie erinnert daran, dass ausgerechnet aus der Stadt am Mersey River und nicht aus dem omnipotenten London Anfang der Sechzigerjahre ein britischer Sound kam, der die Welt eroberte.

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Die berühmteste Band jenes Rock’n’Roll 2.0 waren zweifelsohne die Beatles. Danach kamen die Searchers. Aber Campino und Co. brechen auf ihrer Platte auch eine Lanze für jene Bands, die längst zwei Drittel der Wegstrecke ins Vergessen hinter sich gebracht haben.

Es gab da nämlich noch Combos wie Billy J. Kramer & The Dakotas, die Swinging Blue Jeans, die Liverbirds oder die Band, bei der Ringo Starr trommelte, bevor er von John, Paul und George umworben und vierter Beatle wurde: Rory Storm & the Hurricanes.

Oder die Fourmost, die 1961 gegründet wurden und die 1963 beim Beatles-Manager Brian Epstein unterzeichneten. Aus deren Repertoire stammt die erste Singleauskopplung des neuen Hosen-Albums. Und die Düsseldorfer wählen mit „Respectable“ auch noch eine B-Seite des Liverpooler Quartetts, im Original ein Stück von den amerikanischen Isley Brothers. Unbekannter geht’s kaum.

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Witzig ist das Schwarzweißvideo. Die Hosen tragen dunklen Anzug und Schlips, sind auf der Bühne positioniert wie einst die Beatles in „She Loves You“-Zeiten – nur eben sichtlich ein paar Lenze älter und ohne Pilzkopffrisuren. Ihre Performance ähnelt bis zur abschließenden Synchronverbeugung dem Auftrittstil jener Tage und man kann nicht umhin, sich von alldem ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern zu lassen. Die Hosen spielen ihren Beat stilecht – Lektion gelernt. Dazu werden auch noch verzückte Beatfans aus den Originalzeiten geschnitten.

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Das Album kommt passgenau zur Veröffentlichung des Memoirenbands „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“ von Sänger Campino. Die Band hat überdies schon ewig Bezug zum Mersey Beat, beschließt sie ihre Konzerte doch traditionell mit dem Gerry-&-the-Pacemakers-Klassiker „You’ll Never Walk Alone“. Und seit undenklichen Zeiten ist Campino, Sohn einer englischen Mutter, Fan des FC Liverpool, der gerade unter Trainer Jürgen Klopp den ersten Meistertitel seit 30 Jahren einfuhr.

Offiziell ist kein Beatles-Song dabei – inoffiziell schon

Eine Beatles-Nummer haben sich die Hosen zwar offiziell verkniffen, ein Lennon-&-McCartney-Song ist aber trotzdem auf „Lesson 3“ vertreten. Im Juni 1963 gaben die Fab Four den Song „Bad to Me“ an Billy J. Kramer und seinen Dakotas weiter, die ihn unter der Produktionsleitung des Beatles-Produzenten George Martin einspielten und damit eine Nummer eins in den britischen Charts landeten. Hört man dieses Lied, erstaunt vor allem, dass die Beatles es sich leisten konnten, richtige Songjuwelen einfach so zu verschenken.

Die Toten Hosen: „Learning English, Lesson 3: Mersey Beat! The Sound of Liverpool“ (JkP/Warner) erscheint am 13. November

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Campino: „Hope Street: Wie ich einmal englischer Meister wurde“, Piper-Verlag, 368 Seiten, 22 Euro, bereits erschienen

RND/big

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