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X-Men-Spin-off “New Mutants”: Beerdigung eines Franchise

  • In “New Mutants” werden fünf traumatisierte Teenager mit Superkräften gegen ihren Willen in einer Forschungseinrichtung festgehalten.
  • Es dürfte das vorerst letzte X-Men-Spin-off in den Kinos sein – und der Film verkommt leider zur Beerdigung dritter Klasse.
  • “New Mutants” mangelt es an inhaltlicher Tiefe und dramaturgischer Dichte.
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Eine frische Neuauflage hatte man mit dem X-Men-Spin-off “New Mutants” (Kinostart: 10. September 2020) ursprünglich im Sinn. Aber nach Fertigstellung wurde der Film erst einmal auf Eis gelegt. Nachdem sich die produzierende 20th Century Fox ins Portfolio des Branchengiganten Disney einsortieren musste, wurde der Start weiter verschoben. Nun bringt der Konzern das ungeliebte Stiefkind auf dem unsicheren Corona-Kinomarkt heraus und kündigt das Ende des Franchise an, das bereits rund 6 Milliarden Dollar eingespielt hat. Mit der cineastischen wie kommerziellen Wucht der Vorgängerwerke können (und wollen) die “New Mutants” allerdings in keinster Weise mithalten. Regisseur Josh Boone dimmt die Erwartungshaltungen gezielt herunter und geht hinein in ein B-Movie-Format, das mehr Horrorfilm als Fantasyspektakel sein will.

Die junge Dani (Blu Hunt) wird hier Zeugin eines Massakers im Indianerreservat der Cheyenne, bei dem ihr ganzer Stamm ausgelöscht wird. Als einzige Überlebende wacht sie in einem Hospital auf, in dem sich die Ärztin Dr. Reyes (Alice Braga) um die Eingliederung von Mutantenjugendlichen kümmert. Die aggressive Schwertkämpferin Illyana (Anya Taylor-Joy), der schuldgeplagte Düsenmann Sam (Charlie Heaton), der Latino-Feuermann Roberto (Henry Zaga) und die junge Werwölfin Rhane (Maisie Williams) leiden unter traumatischen Erfahrungen, welche den kontrollierten Einsatz ihrer Superkräfte verhindern.

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Wie ein holpriger Pilotfilm zu einer TV-Serie

Durchaus schlüssig buchstabiert Boone in “X-Men: New Mutants” das Grundmotiv der X-Men-Filme als radikal pubertären Selbstfindungsprozess durch. Aber die inneren Dämonen mutieren schon bald zu wenig überzeugenden Monsterfiguren.

Letztlich fehlt es “New Mutants” deutlich an inhaltlicher Tiefe und dramaturgischer Dichte. Über weite Strecken wirkt es wie ein Pilotfilm zu einer TV-Serie, die es nie geben wird. Über zwei Drittel werden die Charaktere in der Mutantenclique aufgebaut, um sie dann in einem holprigen Finale einer überstürzten Katharsis zuzuführen. Für ein herausragendes Franchise wie X-Men bleibt “New Mutants” eine Beerdigung dritter Klasse.

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“X-Men: New Mutants”, USA, 94 Minuten, Regie: Josh Boone; Darsteller: Blu Hunt, Anya Taylor-Joy, Maisie Williams

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