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Weihnachtsgeschenke: die letzte Chance

Herr, es ist Zeit: Wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, findet auch Heiligabend noch etwas im Buchhandel. Hier ein paar Anregungen.

Für Gespannte

Vor ziemlich genau einem Jahr starb der große Meister des Spionageromans John le Carré. Postum ist nun mit „Silverview“ noch einmal ein le-Carré-typisches Buch erschienen. Elegant erzählte Spannungsliteratur, die an einem „regengepeitschten Vormittag“ beginnt und Fans von dieser Art von Literatur glücklich und seufzend zurücklässt.

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John le Carré: „Silverview“. Aus dem Englischen von Peter Torberg. Ullstein. 256 Seiten, 24 Euro

Für Science-Fiction-Fans

Stanislaw Lem hat so wichtige Sci-Fi-Werke wie „Solaris“, „Die Sterntagebücher“ und „Der futurologische Kongress“ geschrieben. Pünktlich zum 100. Geburtstag des polnischen Schriftstellers in diesem Jahr ist eine Biografie über ihn erschienen. Das Zusammenspiel von Werk und Leben, das geprägt war von seinem Leben nach dem Holocaust und mit dem Kommunismus, ist enorm spannend und interessant gelungen. Wer die Biografie liest, greift anschließend auch garantiert zu Lems Werken. Es geht aber natürlich auch andersherum.

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Alfred Gall: Stanislaw Lem. Leben in der Zukunft. wbg Theiss. 272 Seiten, 25 Euro.

Für Knobelprofis

Wer in der Schule Mathe nicht verstanden hat oder wem ungeduldige Lehrer den Stoff nicht nahebringen konnten, hat meist auch ein verqueres Verhältnis zu Zahlen. Albrecht Beutelspacher hat diese Angst in seinem schönen Band „Null, unendlich und die wilde 13″ verscheuchen können. In seinem neuen Buch geht es um mathematische Knobeleien. 11 mal 11 solcher Aufgaben finden sich in diesem Band. Mal leichter, mal schwieriger. Genau das Richtige für lange Weihnachts- oder Feriennachmittage. Auch bei schlechter Laune gut zu gebrauchen. Denn nach einem Gedankenblitz scheint oft die Sonne. Von innen.

Albrecht Beutelspacher: „Das Geheimnis der zwölften Münze. Neue mathematische Knobeleien“. C. H. Beck. 160 Seiten, 12 Euro.

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Für Comicliebhaber

Der Zeichner und Comicautor Nicolas Mahler interpretiert seit Jahren Meisterwerke der Literatur mit seinem Zeichenstift neu. James Joyces „Ulysses“ hat er ebenso mit Bildern erzählt wie Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ und Thomas Bernhards „Alte Meister“. Nun hat er sich Arno Schmidts Atom-Endzeitdrama „Schwarze Spiegel“ geschnappt. Der grantelnde Überlebende, der da durch die Straßen oder das, was davon übrig geblieben ist, läuft, erinnert bei Mahler stark an seinen Urheber Arno Schmidt. Mahler hat Schmidts Text für seine Fassung stark bearbeitet. So ist ein eigenes, faszinierendes Werk über die Einsamkeit entstanden.

Arno Schmidt/Nicolas Mahler: „Schwarze Spiegel“. Suhrkamp. 191 Seiten, 24 Euro.

Für Tennisfans

Eine gute Figur machte er auch noch in fortgeschrittenem Alter: Gottfried von Cramm 1960 beim Finalspiel des Berliner Pfingstturniers.

Eine gute Figur machte er auch noch in fortgeschrittenem Alter: Gottfried von Cramm 1960 beim Finalspiel des Berliner Pfingstturniers.

Gottfried von Cramm war Deutschlands erster großer Tennisstar. Und er tauchte in den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts tief ins Berliner Nachtleben ein. In seinem Roman „Julius“ hat Tom Saller die historische Figur Gottfried von Cramm als Vorbild genommen. Es ist kein reiner Tennisroman, sondern es geht um ein bewegtes und bewegendes Leben. In Gottfried von Cramms Fall ist es das Leben eines verheirateten Tennisbarons, der auch Männer trifft. Für die Nationalsozialisten war dies später ein gefundenes Fressen, um ihn zu verhaften. Saller hat über dieses Leben eine gut und leicht wegzuschmökernde Romanbiografie geschrieben.

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Tom Saller: Julius oder die Schönheit des Spiels“. List. 368 Seiten, 22 Euro.

Für Musikfans

Ein besonderes Buch für Musikfans ist dieses Buch über Platten, die nicht erschienen sind. Natürlich ist das berühmteste Album, das es nicht gab – „Smile“ von den Beach Boys – dabei. Aber Daniel Decker hat zahllose Beispiele gefunden und nennt ganz unterschiedliche Gründe, warum die Veröffentlichung jeweils gescheitert ist.

Daniel Decker: „Not available. Platten, die nicht erschienen sind“. Ventil. 243 Seiten, 17 Euro.

Für Einsame

Zahllose Menschen sind an Weihnachten allein. Daniel Schreiber hat in diesem Essay seine Reflexionen übers Alleinsein aufgeschrieben. Die Kernfamilie ist heute wieder der Normalzustand, Menschen, die allein sind, müssen sich fast schon erklären, auch vor sich selbst. Zu Schreibers emotionaler Offenheit kommen philosophische Betrachtungen, die dieses Buch zu einem Musterbeispiel eines biografischen Essays machen.

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Daniel Schreiber: „Allein“. Hanser Berlin. 160 Seiten, 20 Euro.

Für Schreibende

Schriftsteller und Schriftstellerin gehört zu den Traumzauberberufen. Es gibt da so Idealbilder, in denen neben dem Schreiben, dem Ruhm und dem Erfolg viele Partys, Partnerschaften und Penunsen eine zentrale Rolle einnehmen. Carolin nimmt diesem Traum nun den Zauber. Sie hat für ihre Dissertation 20 Schriftsteller und Schriftstellerinnen interviewt und sie – anoynm natürlich – nach ihren Arbeitsbedingungen befragt. Heraus kommt ein Bild, das dem vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entspricht: Prekäre Arbeitsverhältnisse und eine große und harte Konkurrenz prägen den Alltag. Hoffentlich schreiben trotzdem viele weiter.

Carolin Amlinger: „Schreiben. Eine Soziologie literarischer Arbeit“. Suhrkamp. 800 Seiten, 32 Euro.

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Für Politikinteressierte

Das Jahr 2021 wird auch als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem 16 Jahre Kanzlerschaft von Angela Merkel ein Ende gefunden haben. Torsten Körner, der zuletzt mit seinen beiden Dokumentarfilmen „Die Unbeugsamen“ und „Schwarze Adler“ für Furore gesorgt hat, hat über sie ein kluges Miniaturenbuch geschrieben. So erfahren wir immer noch Neues über die neue Altkanzlerin.

Torsten Körner: „Die Kanzlerin am Dönerstand. Miniaturen aus dem Leben von Angela Merkel“. Kiepenheuer & Witsch. 294 Seiten, 20 Euro.

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